Verheerende Brände im Amazonas-Regenwald: 40.000 Soldaten sind im Einsatz – und auch du kannst helfen

vor 3 Wochen

Im brasilianischen Regenwald wüten schwere Waldbrände. Auch medial lodert es gewaltig. Wir haben uns durch die Rauchschwaden gekämpft: Wie dramatisch ist die Situation wirklich? Und was kann jeder einzelne von uns tun, um die „grüne Lunge“ unseres Planeten zu schützen?


Das Spezial läuft am Montag, 26. August, um 20.15 Uhr.

Das Wichtigste:

  • Im Amazonas-Regenwald gibt es jedes Jahr in der Trockenzeit Brände. In Brasilien wüten sie dieses Mal aber besonders verheerend: Seit Jahresbeginn gab es über 70.000 Waldbrände. Das sind über 80 Prozent mehr als im Vorjahr zur gleichen Zeit. Auch in Peru und Bolivien nahm die Zahl stark zu.
  • Brandrodungen sind die Hauptursache für die Feuer. Um Nutzflächen für Landwirtschaft oder Viehhaltung zu gewinnen, werden Teile des Regenwaldes gerodet. Die Trockenzeit (circa von Juli bis Dezember) begünstigt die Ausbreitung der Flammen: Das Feuer springt schnell auf andere Gebiete über und weitet sich unkontrolliert aus.
  • Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro duldete die legalen und illegalen Rodungen bislang. Nach Protesten und internationaler Kritik setzt er jetzt über 40.000 Soldaten und Löschflugzeuge ein, um die Feuerbrunst zu bekämpfen. Auch andere Staaten haben bereits ihre Hilfe zugesagt.
  • Die Sorge ist groß. Denn der Name „grüne Lunge“ des Planeten kommt nicht von ungefähr: Ein Fünftel des Sauerstoffes in der Erdatmosphäre stammt aus dem Amazonas-Regenwald, dem größten der Welt.

 

5 Dinge, die du tun kannst, um den Regenwald zu schützen:

  1. Iss weniger Fleisch. In der Massentierhaltung wird oft Futtersoja eingesetzt. Das stammt meist aus dem Regenwald, wo für den Anbau große Flächen gerodet werden. Wer nicht auf sein Steak verzichten möchte, sollte auf regionale Fleischprodukte achten. Und auf Bio-Siegel, die garantieren, dass den Tieren kein Soja aus den Tropen zugefüttert wurde.
  2. Reduziere deinen Papierverbrauch. Schreibpapier, Taschentücher oder Toilettenpapier werden häufig aus Tropenholz hergestellt. Um den Bäumen dieses Schicksal zu ersparen, verwendet man Schreibpapier am besten mehrfach (eine schöne Rückseite kann auch entzücken) – oder greift zu Recycling-Produkten.
  3. Mach einen Bogen um Produkte mit Palmöl. Große Regenwaldflächen – insbesondere in Indonesien und Malaysia – fallen der Gewinnung von Palmöl zum Opfer. Das günstige Öl versteckt sich in vielen Lebensmitteln (etwa in Margarine, Schokolade oder Fertigspeisen) und Kosmetikprodukten (wie Seifen, Cremes oder Duschgels).
  4. Verzichte auf Tropenholz. Möbel aus Teak, Mahagoni und Co. sind zwar besonders widerstandsfähig und langlebig, aber für sie wird tropischer Wald massiv gerodet – zum Teil auch illegal. Deswegen (sich) lieber auf heimische Hölzer setzen. Was viele nicht wissen: Auch Grillkohle wird oft aus Tropenhölzern gewonnen. Die Alternative: Briketts aus Abfallprodukten verwenden, zum Beispiel aus Olivenkernen, Maiskolben oder Weinreben.
  5. (Lass) Bäume pflanzen. Hobby-Gärtner legen selbst Hand an und setzen ein Bäumchen. Wem der grüne Daumen (oder der Platz im Garten) fehlt, kann eine der zahlreichen Organisationen, die sich der Aufforstung verschrieben haben, unterstützen. Grün surfen lässt sich zum Beispiel mit der Suchmaschine „Ecosia“. Die verwendet die Einnahmen (d)einer Suchanfrage, um weltweit Bäume zu pflanzen.

Greenpeace

5 Fakten zum Regenwald:

  • 20 Prozent unseres Sauerstoffs wird allein durch den Regenwald in Amazonien produziert.
  • 6,7 Millionen Quadratkilometer umfasst das Amazonas-Becken, das sich über neun Staaten Südamerikas erstreckt.
  • 30 Prozent der von Menschen verursachten Treibhausgase absorbieren die Regenwälder unseres Planeten.
  • Die Hälfte aller Tierarten lebt im tropischen Grün.
  • Jede Minute verschwinden weltweit 30 Fußballfelder Regenwald.

 

Von Amazonien bis Afrika: Hier toben gerade die größten Feuer der Welt

Nicht nur im Amazonas-Regenwald wüten schwere Brände, wie Satellitenbilder der NASA zeigen. In Afrika ist die Ausgangslage aber eine andere: Die Brände in den Graslandschaften sind Teil eines natürlichen Kreislaufs. Alte Gräser und Büsche verbrennen aufgrund der Hitze und machen Platz für junge Pflanzen. Die Asche wirkt wie ein Dünger und sorgt zusätzlich dafür, dass sich das Ökosystem schnell regeneriert. In Regenwaldgebieten braucht die Natur hingegen deutlich länger, um sich von einem Brand zu erholen.


Firms / Nasa

 

Diese Organisationen kannst du unterstützen:

Verschiedene Initiativen setzen sich für den Erhalt des Regenwalds, die Aufforstung und den Schutz der Baumbestände weltweit ein. Wir haben eine kleine Auswahl zusammengestellt. Jede Spende hilft. #donateforamazonia

 

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