Warum Dorie aus "Findet Dorie" lieber auf der Kinoleinwand bleiben sollte
via Pixabay/CC0

Warum Dorie aus „Findet Dorie“ lieber auf der Kinoleinwand bleiben sollte

vor 3 Jahren

Ja, wir sind alle ein wenig aufgeregt, dass endlich die Fortsetzung zu „Findet Nemo“, „Findet Dorie“, in unsere Kinos kommt. Biologen hingegen (die den Film bestimmt auch kaum abwarten können) sind besorgt, dass dadurch die Nachfrage nach Dorie-ähnlichen Fischen steigen wird. Und zwar so sehr, dass Populationen leiden könnten.

Bei uns dauert der Start zwar noch einige Wochen, in den USA ist die Fortsetzung 13 Jahre nach dem ersten Teil allerdings schon unglaublich erfolgreich. Und wie auch damals, befürchten Forscher nun, dass sich viele Aquarienbesitzer gerne eine „Dorie“ anschaffen würden. Das ist aus mehreren Gründen problematisch.

Dorie ist ein Paletten-Doktorfisch, der im Indopazifik von Ostafrika bis Japan und Samoa verbreitet ist. Als Jungtiere leben sie im Schwarm, als Erwachsene in Pärchen oder allein. Man findet sie häufig in küstennahen Riffen in einer Tiefe von bis 40 Metern.

Da sie bis zu 30 Zentimeter groß werden können, zweifeln Biologen daran, dass eine artgerechte Haltung in einem Salzwasseraquarium (im Heimgebrauch) möglich ist. In den USA stehen in 1,3 Millionen Haushalten Salzwasseraquarien. Außerdem sind Paletten-Doktorfische sehr schwer nachzuzüchten – weshalb es kaum „Vorräte“ gibt.

Wenn sich also Fans eine Dorie anschaffen wollen, ist es gut möglich, dass Exemplare aus ihrer natürlichen Umgebung gerissen werden. Davor warnen Wissenschaftler, denn es könnte schlimme Auswirkungen auf die Populationen haben. Nicht nur für die Fischart selbst, sondern auch für ihre Umwelt. Durch das Einfangen werden Korallen und Riffe beschädigt, die Heimat der Paletten-Doktorfische und vieler anderer Arten.

Verkauf von Anemonenfischen stieg nach „Findet Nemo“ stark an

Die Lösung? Nun ja, möchte man unbedingt Korallenfische in das eigene Aquarium setzen, raten Forscher, dass die Züchtung für genau solche Arten ausgebaut wird. Diese sind dann bereits an das Aquarienleben gewöhnt, an das spezielle Futter und die Umgebung.

Als „Findet Nemo“ 2003 in die Kinos kam, stieg der Verkauf von Anemonenfischen um 40 Prozent an. Ozeanologen reagierten darauf und züchteten verschiedene Arten nach, die für den Heimgebrauch geeignet sind.

Das ging wesentlich einfacher, als es jetzt bei Dorie der Fall sein wird. Denn Paletten-Doktorfische sind sogenannte Freilaicher. Das heißt, sie legen ihre Eier ins freie Gewässer und haften sie nicht am Boden oder Gräsern an, wie viele andere Fischarten. Bei den Haftlaichern sind die Jungfische selbstständig, sobald sie schlüpfen. Beim Nachwuchs des Paletten-Doktorfischs ist das nicht so einfach, denn die haben weder Mund, Augen, noch Magen-Darm-Trakt oder ein Nervensystem. Diese Babys ohne Eltern am Leben zu halten, stellt Biologen seit Jahren vor ein Rätsel.

Dorie

Beim Gelben Segelflossendoktor, einem Verwandten, ist das letztes Jahr gelungen. Dories Kollegen sollen folgen.

Aber ganz ehrlich: Es ist doch auch ziemlich cool, wenn man solche Exoten nur in der freien Wildbahn antrifft. Das macht sie zu etwas Besonderem. Und wir amüsieren uns lieber im Kino. Bis es so weit ist, lachen wir uns bei den Trailern tot:

Aber nicht nur Dorie und Nemo wurden echten Tieren nachempfunden. Zeichentrickfilme haben vieles geprägt, was man über diese Tiere denkt. Doch was entspricht der Wahrheit und wo haben Hollywood und Co. geflunkert?

Facebook WhatsApp

Diese Beiträge könnten dir auch gefallen:

Diese Website verwendet eigene Cookies und Cookies von Dritten um die Nutzung unseres Angebotes zu analysieren, Ihr Surferlebnis zur personalisieren und Ihnen interessante Informationen zu präsentieren (Erstellung von Nutzungsprofilen). Wenn Sie Ihren Besuch fortsetzen, stimmen Sie der Verwendung solcher Cookies zu. Bitte besuchen Sie unsere Cookie Bestimmungen um mehr zu erfahren, auch dazu, wie Sie Cookies deaktivieren und der Bildung von Nutzungsprofilen widersprechen können. Datenschutzbestimmungen
OK