D. Malmquist/VIMS

Warum Meeresbiologen tote Schildkröten in „Frankenturtles“ verwandeln

vor 3 Jahren

Zugegeben, sie sehen etwas abschreckend aus; die „Frankenturtles“. Aber sie dienen einem guten Zweck – nämlich der Erforschung von Meeresschildkröten.

Biologen des Virginia Institute of Marine Science (VIMS) in den USA haben zwei „Frankenturtles“ zu Wasser gelassen. So nennen sie ihre Kreationen, die dezent an einen Horrorfilm erinnern. Tatsächlich sind das Körper von toten, angespülten Unechten Karettschildkröten (ja, die heißen wirklich so), die helfen sollen, ihre Artgenossen besser zu verstehen.

Um auf dem Wasser zu treiben zu können, wurden sie mit Styropor gefüllt.

Eine "Frankenturtle" wird zu Wasser gelassen
Um auf dem Wasser treiben zu können, wurden sie mit Styropor gefüllt.
© D. Malmquist/VIMS

Dazu haben die Forscher die Körper und Panzer gesäubert, von Eingeweiden befreit und sie mit Styropor ausgestopft. Damit sollen sie auf dem Wasser treiben – genauso, wie „echte“ tote Schildkröten das auch tun. Denn durch zersetzendes Gewebe steigen Gase auf, die die Panzer auf der Wasseroberfläche schwimmen lassen.

Sie wurden mit einem GPS-Tracker ausgestattet und zurück ins Wasser im Chesapeake Bay entlassen. So können die Biologen die Route der leblosen Körper aufzeichnen, die von Winden und Strömungen bestimmt ist. Schließlich soll daraus ein Modell entwickelt werden, welchen Weg die toten Schildkröten vom offenen Meer Richtung Strand nehmen.

Das wiederum soll helfen, gestrandete, tote Schildkröten auf ihren Todesort zurückverfolgen zu können. Denn wenn man weiß, wo die Schildkröten gestorben sind, können die Forscher besser herausfinden, wie sie gestorben sind.

So wurden sie zu Wasser gelassen:

Wenn viele Schildkröten, beispielsweise in Fischerei-Gebieten, umkommen, kann man darauf schließen, dass sie sich in den Netzen verfangen. Diese müssten dann angepasst werden, um die beeindruckenden Meeresbewohner zu schützen.

Auch wenn die Art und Weise einigen vielleicht etwas grotesk vorkommt: Sie dient einer guten Sache, denn somit können vielleicht viele Tode von Meeresschildkröten verhindert werden. Und die bereits eh verendeten Unechten Karettschildkröten erweisen ihren letzten Dienst; nämlich, um ihren Artgenossen zu helfen.

Frankenturtles

Eine der zwei "Frankenturtles"
Sie dienen, um ihren Artgenossen zu helfen.
© D. Malmquist/VIMS

Hier könnt ihr euch übrigens anschauen, welchen Weg die zwei „Frankenturtles“ bereits absolviert haben.

Wie beeindruckend Schildkröten sind, kann man gut an diesem ungleichen Pärchen erkennen. Sie sind seit 19 Jahren ein Dreamteam; die Schildkröte und sein Herrchen. Aber schaut euch selbst diese außergewöhnliche Freundschaft an:

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