Was ist das Geheimnis des herrlichen Dufts nach Regen?
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Was ist das Geheimnis des herrlichen Dufts nach Regen?

vor 2 Jahren

Jeder von uns kennt diesen ganz besonderen Duft des Regens. Eigentlich ist Wasser ja geruchlos, für den tollen Geruch gibt es aber Gründe.

Gerade jetzt im Herbst regnet es häufig. Doch den Regen spüren wir nicht nur auf unserer Haut, wir können ihn regelrecht riechen. Dieser herrliche Duft wurde von Forschern untersucht und hat sogar einen Namen: Petrichor, was sich aus „Petrus“, zu deutsch Stein, und „Ichor“ zusammensetzt. Ichor war in der griechischen Mythologie jene Flüssigkeit, welche durch die Adern der Götter floss.

Der Regenduft setzt sich aus drei Hauptbestandteile zusammen: Zum einen aus einem AlkoholGeosmin, der im Erdboden entsteht und für den charakteristischen Erdgeruch verantwortlich ist. Desweiteren aus einem gelben Öl, welches von Pflanzen freigesetzt wird, sobald die Regentropfen auf sie fallen. Und zum Dritten aus Ozon, was übersetzt „das Riechende“ heißt. Dennoch scheint es so, als würde jeder Regen ein bisschen anders riechen. Wieso das so ist, haben die Wissenschaftler Young Soo Joung und Cullen Buie in ihrer Studie untersucht:

Young Soo Joung

Sie nahmen Regentropfen in Zeitlupe auf, um zu sehen, was geschieht, wenn sie auf den Erdboden prasseln. Sie ließen die Tropfen in unterschiedlicher Geschwindigkeit auf 28 verschiedene Bodenarten fallen. Dabei beobachteten sie, dass der Aufprall der Tropfen Blasen erzeugt. In manchen von diesen sammeln sich Kleinstpartikel aus dem Boden, die die oben beschriebenen Komponenten (Alkohol, gelbes Öl und Ozon) enthalten. Sobald die Blasen platzen, wird der Geruch aus dem Wasser freigesetzt und verbreitet sich in der Luft.

Wie intensiv der Regenduft ist, wird von drei Faktoren beeinflusst: wie porös und feucht der Boden ist und wie stark der Regen fällt. Bei trockenem Boden entsteht so etwa ein intensiver Geruch, da sich durch den Aufprall mehr Partikel lösen. Auch Waldboden, der sehr porös ist, bietet perfekte Voraussetzungen für einen intensiven Regengeruch. Da es hier besonders viele Hohlräume gibt, gibt es mehr Luftblasen, die nach oben steigen können.

Starker Regen erzeugt übrigens weniger Duft, als schwacher Regen. Denn je stärker der Niederschlag ist, umso schneller wird der Boden durchnässt und der Erdgeruch kann sich nicht genug entfalten. Dass man Regen bereits riechen kann, bevor er beginnt, hat auch einen Grund: Vor dem Regenschauer, erhöht sich die Luftfeuchtigkeit. Der dünne Feuchtigkeitsfilm, der dabei auf der Erde entsteht, kann bereits die ersten Geruchsbläschen aufsteigen lassen und den nahenden Regen ankündigen.

Kleiner Tropfen, große Wirkung. Wenn es mal wieder Katzen vom Himmel regnet, sieht jeder zu, dass er dem kühlen Nass entkommen kann. Aber es geht noch extremer, wie Galileo Reporter Max Allgeier herausgefunden hat:

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