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Waschbär, Wasserhyazinthe und Co sollen aus der EU verbannt werden

vor 3 Jahren

Über sämtliche EU-Mitgliedsstaaten verteilt leben sie: Tiere und Pflanzen, die hier eigentlich gar nicht zu Hause sind und unsere heimischen Arten bedrohen. Das soll sich aber schon bald ändern. Denn die EU-Kommission hat eine Liste mit 37 unerwünschten Tier- und Pflanzenarten verabschiedet.

In weniger als einem Monat soll sie in Kraft treten, die EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten. Damit sind Tiere und Pflanzen gemeint, die versehentlich oder auch mit Absicht, in eine natürliche Umgebung eingeschleppt werden, in der sie eigentlich gar nicht beheimatet sind. Dort richten diese Arten erheblichen Schaden an, zum Beispiel durch die Verdrängung heimischer Tiere und Pflanzen. Zu den bekanntesten Vertretern in Deutschland gehören der, eigentlich in Nordamerika beheimatete, Waschbär, Grauhörnchen oder auch die Dickstielige Wasserhyazinthe aus Südamerika.

Grauhörnchen


Grauhörnchen (Sciurus carolinensis)
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Laut EU-Kommissar Karmenu Vella kosten die negativen Auswirkungen die EU 12 Milliarden Euro im Jahr. Die Mitgliedsstaaten sollen künftig gegen die Verbreitung dieser Tier- und Pflanzenarten vorgehen. Haltung, Verkauf und Weitertransport gilt es dann zu verhindern. Außerdem müssen sich die einzelnen Länder eine Strategie für den Umgang mit diesen Arten zurechtlegen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Es besteht aber keine Pflicht, die entsprechenden Tiere und Pflanzen auszurotten.

Züchten verboten

Private Besitzer sowie Zoos dürfen ihre Tiere trotzdem behalten. Sie müssen allerdings sicherstellen, dass die Tiere sich nicht vermehren. Damit Zoos ihren Bestand aufrecht erhalten können, dürfen sie ihre Gehege mit wilden Tieren auffüllen.

Dickstielige Wasserhyazinthe


Dickstielige Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes)
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In manchen Ländern der EU verursachen einige der gelisteten Tier- und Pflanzenarten vielleicht gar keine Probleme, auf der Liste stehen sie trotzdem. Das liegt daran, dass die Grenzen der einzelnen EU-Länder sie natürlich nicht an einer Ausbreitung in andere Gebiete hindern. So auch die Dickstielige Wasserhyazinthe, sie verursacht in den südlichen EU-Staaten große Schäden, von der Gartenbauindustrie in Nordeuropa wird sie hingegen geschätzt.

Schätzungsweise über 12.000 gebietsfremde Arten gibt es in Europa, etwa 10 bis 15 Prozent von ihnen bedrohen die Ökosysteme, in denen sie leben, oder gefährden die heimische Artenvielfalt.

Weitere Infos zu diesem Thema findet ihr hier.

Oft ist es purer Zufall, wenn Forscher neue Spezies entdecken. Wir zeigen euch unbekannte Tierarten wie Semychrysa oder Lesula-Affen:

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