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Weil ein Geologe beweisen will, dass es keine Evolution gibt, verklagt er jetzt den Grand Canyon

vor 2 Jahren

Ein Geologe wollte im Grand Canyon Gesteinsproben sammeln. Die sollten beweisen, dass die Felsschluchten durch die Sintflut Gottes entstanden. Doch die Verantwortlichen erlaubten ihm nicht, die Proben zu entnehmen. Deshalb verklagt er jetzt den ganzen Park.

Andrew Snelling ist ein Wissenschaftler mit dem Doktortitel in Geologie. Anders als seine akademischen Kollegen stellt er aber so ziemlich alles infrage, was die Wissenschaft in den letzten Jahrhunderten über die Entstehung der Welt herausfand.

Trotz seiner universitären Karriere ist er nämlich ein Anhänger des Kreationismus. Das ist so ziemlich das Gegenteil der Evolutionstheorie von Charles Darwin. Snelling und andere Kreationisten sind davon überzeugt, dass Gott die Welt vor wenigen tausend Jahren schuf und alles in der Bibel wahr ist. Adam, Eva, Noah, die Sintflut – laut dem Geologen sind das historische Fakten. Besonders heikel ist seine Meinung zum Grand Canyon, einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der USA:

Der Grand-Canyon-Nationalpark
Weil ein Geologe keine Gesteinsproben entnehmen durfte, verklagt er nun den ganzen Park.
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Snelling hält die Felslandschaft für ein Werk Gottes. Laut ihm formte sie sich vor rund 4.300 Jahren, als die biblische Flut zu Zeiten Noahs abebbte. Sie sei der Beweis dafür, dass die Bibel wortwörtlich und historisch korrekt die Entstehung der Welt beschreibt. Das erklärt er gerne auch in seinen Online-Lektionen.

Verständlicherweise haben seine Geologie-Kollegen und fast die ganze Welt eine andere Sichtweise: Die ältesten Steine des Grand Canyon sind 1,8 Milliarden Jahre alt. Snelling wollte seine Theorie ein für alle Mal beweisen. Dazu wollte er im Grand-Canyon-Nationalpark rund 60 Gesteinsproben sammeln. Im Anschluss sollte seine Untersuchung aufdecken, wie die Schluchten wirklich entstanden: durch die Kraft Gottes.

Wie genau er das anstellen wollte, weiß niemand so genau. Seine Anfrage, Gesteinsproben entnehmen zu dürfen, wurde vom National Park Service (NPS) nämlich zweimal abgeschmettert. Der NPR hatte sich die Meinung von Experten eingeholt. Die hielten Snellings Vorhaben für komplett unsinnig. Karl Karlstrom, Geologe an der University of New Mexiko, ging sogar noch weiter: Snelling habe seit 1982 absolut keine wissenschaftlichen Erfolge vorzuweisen. Damit implizierte er, dass Snelling nicht einmal ein richtiger Wissenschaftler ist.

Das wollte der Kreationist nicht auf sich sitzen lassen – und verklagte kurzerhand den NPS. Er wirft dem Parkservice religiöse Diskriminierung vor. Nur wegen seines Glaubens verboten sie ihm die wissenschaftlichen Tests. Snelling sieht darin einen Verstoß gegen seine Verfassungsrechte und die Religionsfreiheit. Außerdem bezieht Snelling sich auf Trumps Dekret zur Religionsfreiheit, das am 4. Mai unterzeichnet wurde.

Sieben Stockwerke hoch, doppelt so groß wie das Weiße Haus und das größte Holzbauwerk der Welt. Dieses Gebäude stellt alles in den Schatten und wurde nach dem Vorbild der Arche Noah errichtet – von Kreationisten. Aber wer steckt eigentlich hinter dieser religiösen Gemeinschaft und was soll das Schiff? Galileo-Reporter Harro Füllgrabe hat es herausgefunden:

 

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