Weltweit schmilzt Eis und legt dabei tausende Jahre alte, tödliche Krankheiten frei
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Weltweit schmilzt Eis und legt dabei tausende Jahre alte, tödliche Krankheiten frei

vor 10 Monaten

Durch das Schmelzen von Gletschern und Permafrost werden nicht nur Unmengen an Wasser frei, sondern auch längst begrabene Bakterien und Viren. Eingeschlossen im Eis waren sie keine Gefahr mehr für uns – doch jetzt kommen die Millionen Jahre alten Krankheitserreger zurück.

In der Geschichte der Menschheit kamen immer wieder verheerende Krankheiten in Umlauf, ausgelöst von Viren und Bakterien: Die Pest, Pocken, Spanische Grippe und viele weitere. Unzählige starben, doch für die Menschheit ging es weiter.

Und Bakterien und Viren entwickeln sich weiter. Immer wieder wird klar, welche extremen Folgen es für die ganze Welt hat, wenn neue aggressive Krankheiten in Umlauf kommen. Das macht selbst einem der einflussreichsten Menschen der Welt Sorgen: Die größte Angst des Milliardärs Bill Gates ist eine unaufhaltsame Epidemie. Er weiß genau, was das für die Erde bedeuten würde:

Doch mittlerweile sind weiterentwickelte Viren und antibiotikaresistente Bakterien nicht mehr die einzigen, die uns schaden können. In den Tiefen des Eises an den Polen und im Permafrost in kalten Klimazonen schlummern sehr alte Bakterien und Viren. Sie waren über hunderte, tausende oder sogar Millionen Jahre lang eingeschlossen. Doch nun schmilzt das Eis. Was sich darin verbirgt, wird langsam aber sicher freigesetzt.

Letztes Jahr ist in Sibirien ein 12-Jähriger an Anthrax gestorben. Zwanzig weitere Menschen wurden infiziert, überlebten aber. Die seltene Krankheit wird durch Bakterien ausgelöst, deren Sporen über Jahrzehnte hinweg im Boden überleben können. Niemand wusste, dass es die Bakterien in diesem Winkel Sibiriens überhaupt noch gibt. Es ist über 75 Jahre her, dass dort ein Lebewesen daran gestorben ist. Doch die Leichen waren im Permafrostboden begraben – und die Bakterien wurden darin eingefroren. 2016 taute der Frost und die Krankheit verbreitete sich.

Auch andere Erreger überlebten eine lange Zeit im Eis. Experten vermuten, dass auch die Beulenpest-Bakterien und Pocken-Viren in Sibirien vergraben liegen. Schmilzt der Permafrost weiter, gelangen sie ins Grundwasser.

Zudem wurde der extrem gefährliche Virus gefunden, der die Spanischen Grippe auslöst. Und zwar in den eisigen Massengräbern, die vor hundert Jahren in Alaska für die Opfer der Grippe ausgehoben wurden. Vor einigen Jahren fanden Wissenschaftler der NASA in Alaska außerdem Bakterien, die ganze 32.000 Jahre im Eis eingeschlossen waren. Diese Erreger bewohnten die Erde also schon zu der Zeit, als es noch Mammuts gab. Die Jahrtausende im Eis haben sie nicht zerstört.

Es geht noch heftiger: 2007 entdeckten Wissenschaftler ein 8 Millionen Jahre altes Bakterium, eingeschlossen im einem antarktischen Gletscher.

Nicht alle Viren und Bakterien überleben lange im Eis. Doch die Funde zeigen, dass die frostige Umgebung vielen nichts anhaben kann. Keiner weiß, welche weiteren Krankheiten das Schmelzen des Eises für uns bereithält. Experten halten es sogar für möglich, dass Erreger aus Zeiten der Neandertaler noch existieren.

Dabei sollte man nicht vergessen, dass nicht alle Bakterien schlecht sind. Zwar machen uns viele krank, doch könnten wir ohne sie gar nicht leben. Sie sind in uns, auf uns und überall um uns herum. Hier erfahrt ihr mehr über die faszinierende Welt der Bakterien:

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