Wie gigantische Schnecken das Great Barrier Reef retten sollen
via YouTube/Australian Institute of Marine Science

Wie gigantische Schnecken das Great Barrier Reef retten sollen

vor 3 Jahren

Vielleicht kennt ihr den legendären Kampf zwischen den Riesenkraken und den Pottwalen. Unter der Meeresoberfläche tobt aber noch ein ganz anderes Duell, denn jetzt heißt es: Riesenschnecke gegen Killerseestern im Great Barrier Reef.

Wir haben euch letztens erklärt, wie sehr unsere Korallenriffe bedroht sind. Ein großer Faktor ist die globale Erwärmung, die zur Korallenbleiche und später zum Absterben der Korallen führt. Aber auch eigene Lebewesen bedrohen ihre Umwelt. Das trifft zumindest auf das Great Barrier Reef vor Australien zu.

Das nennt nämlich der Dornenkronenseestern sein Zuhause. Das ist ein sehr stacheliger Geselle mit sechs bis 23 Armen, der in den tropischen Regionen des Pazifiks verbreitet ist. Er erreicht einen Durchmesser von bis zu 40 Zentimetern. Auf seinem Körper befinden sich Giftdrüsen, die bei uns Übelkeit, Lähmungen und starke Schmerzen hervorrufen können.

Und er ernährt sich am liebsten von Korallen. Das darf er natürlich, nur vermehrt er sich so rapide, dass er dort mittlerweile zu einer Plage geworden ist. Zumindest alle paar Jahre, wenn Millionen von ihnen über die Riffe herfallen. Wissenschaftler wurden deshalb schon vor einigen Jahren von der australischen Regierung beauftragt, etwas gegen ihn zu tun, um das Great Barrier Reef zu schützen. Damals sollte das so funktionieren:

Das Ergebnis: Obwohl sehr viele Dornenkronen ihr Leben ließen, konnte man nichts gegen sie ausrichten. Denn jährlich kommen 50 Millionen von ihnen nach.

Mittlerweile schreibt man den Seesternen fast die Hälfte des vernichteten Great Barrier Reefs zu. Beim Fressen klettern sie auf die Koralle, stülpen ihren Magen darüber und stoßen Enzyme aus. Die verflüssigen das Gewebe der Koralle, die die Dornenkrone sich dann einverleiben kann.

Die Abstände dieser „Plagen“ sind in den letzten 50 Jahren immer kleiner geworden. Gründe dafür können zum einen der vermehrte Einsatz von Düngemitteln sein, der durch Regen in die Flüsse und von dort ins Meer gespült wird. Die Larven der Dornenkronen stehen auf Algen, die durch die Nährstoffe im Düngemittel schneller wachsen.

Zusätzlich sinken die natürlichen Fressfeinde der Dornenkronen durch Überfischung der Meere. Und die Killerseesterne haben sowieso nicht viele davon. Einer der wenigen: die Tritonshörner. Das sind gigantische Schnecken, die bis zu 60 Zentimeter lang werden können. So sieht der spektakuläre Kampf aus, den die Schnecke eindeutig für sich entscheiden kann:

Und genau die sollen jetzt helfen, das Great Barrier Reef zu retten. Biologen untersuchen gerade, wie man die Schnecken einsetzen kann. Denn die Tritonshörner vertilgen zwar einige wenige von den Seesternen pro Woche, aber nicht einmal ansatzweise so viele, wie nötig wären, um die Population einzudämmen.

Die Tritonshörner scheinen eine Art Duftstoff auszustoßen, den Dornenkronen ziemlich abartig finden. Jetzt wird getestet, wie man diesen Duft in der Natur einsetzen kann, um gegen die Seesterne vorzugehen. Hier seht ihr, wie die Dornenkrone regelrecht versucht zu fliehen, wenn ihr Wasser zugegeben wird, in dem vorher Tritonshörner hausten:

Jetzt überlegen die Wissenschaftler, wie man diese Erfahrungen im Korallenriff umsetzen kann. Denn so könnte man auf natürliche Weise gegen die Plage vorgehen.

In Indonesien gibt es nicht nur das tolle Korallenriff, sondern auch die berühmten Langustenfischer. Diese mutigen Männer riskieren jeden Tag ihr Leben, um ihre Familie zu ernähren. Unser Reporter durfte sie auf ihrem gefährlichen Weg begleiten:

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