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Essen aufwärmen: Wie es am besten klappt und wo du vorsichtig sein solltest

"Reste essen" schont den Geldbeutel und die Umwelt. Aber wie wird die Pizza von gestern wieder knusprig? Die besten Tipps und Tricks rund ums Aufwärmen. Außerdem: Was du bei Spinat, Pilzen, Geflügel und Co. beachten solltest.
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Gewusst? Aufgewärmte Pasta ist tatsächlich gesünder

Essen aufwärmen geht schnell und macht Pasta und Co. sogar gesünder. Glaubst du nicht? Stimmt aber. Verantwortlich dafür ist die "resistente Stärke".

Sie entsteht, wenn stärkehaltige Lebensmittel abkühlen. Dabei verwandelt sich ein Teil der kalorienreichen Stärke vom Kohlenhydrat zum Ballaststoff. Das heißt: weniger Kalorien und ein längeres Sättigungsgefühl.

Die "Light Version" bleibt sogar bestehen, wenn du stärkehaltiges Essen danach noch mal aufwärmst.

Vorsicht ist beim Aufwärmen dieser Lebensmittel geboten

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    Bei einigen Lebensmitteln solltest du beim Aufwärmen vorsichtig sein, sonst drohen Magenprobleme, Durchfall oder Erbrechen. Allerdings: Wenn du Speisereste, beispielsweise Spinat, von Anfang an richtig aufbewahrst, kannst du sie oft schon aufwärmen.

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    Egal ob Rührei, Spiegelei oder gekochtes Ei, Eier eignen sich generell nicht zum Aufwärmen. Beim Abkühlen verändern sich die Proteine - und dein Magen hat dann ganz schön zu kämpfen.

  • 🏺

    Einige Ölsorten werden beim erneuten Aufwärmen ranzig. Dazu gehören Traubenkern-, Walnuss-, Haselnuss- und Avocadoöl. Wurde das Öl zuvor bereits zum Kochen, Backen, Frittieren oder Braten verwendet, können zudem beim erneuten Erhitzen schädliche Transfettsäuren entstehen.

  • 🥗

    Lange Zeit hieß es, Spinat darf wegen seines Nitratgehalts nicht aufgewärmt werden. Das giftige Nitrit bildet Spinat aber vor allem, wenn er zu lange bei Zimmertemperatur steht. Gibst du ihn nach dem ersten Kochen und Abkühlen gleich in den Kühlschrank, kannst du ihn wieder aufwärmen. Erhitze ihn aber für mindestens 2 Minuten auf über 70 Grad. Das Gleiche gilt übrigens für Rote Beete und Sellerie.

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    Bei Pilzen ist ebenfalls die Aufbewahrung entscheidend: Wenn du sie bei Zimmertemperatur länger stehen lässt, besteht die Gefahr, dass sich Bakterien breitmachen. Gekochte Pilze haben nämlich einen hohen Wassergehalt und sind ein idealer Nährboden für Keime. Also wärme nur Pilze (bei mindestens 70 Grad) wieder auf, die nach der ersten Zubereitung schnell abgekühlt sind und dann im Kühlschrank standen. Doch: Pilze, die du über einen Tag im Kühlschrank gelagert hast, gehören leider in den Müll - ebenso die Reste von wieder aufgewärmten Pilzspeisen.

  • 🐟

    Auch Fisch wird wegen des hohen Wasser- und Eiweißgehalts schnell schlecht. Hier gilt dasselbe wie bei Pilzen.

  • 🍗

    Geflügel ist generell anfällig für Bakterien (schlimmstenfalls Salmonellen), deshalb solltest du es immer gut durchbraten. Auch beim Aufwärmen sind hohe Temperaturen wichtig: Erhitze es für mehrere Minuten vollständig auf mindestens 75 bis 80 Grad. Die Mikrowelle ist nicht geeignet, da sie oft Produkte nicht gleichmäßig erhitzt (in der Mitte sind sie oft noch kalt). Wenn du einen sehr empfindlichen Magen hast, iss besser kein aufgewärmtes Geflügel, denn dabei verändern sich die Proteinstrukturen und es wird schwerer verdaubar.

  • 🥔

    Kartoffeln solltest du auch nur wieder aufwärmen, wenn du sie zeitnah in den Kühlschrank gestellt hast. Auch hier können sich Bakterien sammeln. Achte beim Erwärmen darauf, dass die ganze Kartoffel gleichmäßig erhitzt wird und zwar für mehrere Minuten auf mindestens 70 Grad.

  • Wichtig ist es also, Speisereste rasch auskühlen zu lassen und dann in den Kühlschrank zu stellen - am besten auf der unteren Glasplatte, denn dort ist es am kühlsten. Übrigens: Der Kühlschrank sollte zwischen 2 bis 4 Grad Celsius kalt sein.

  • Vorsicht: Schwangere, Kleinkinder, alte und kranke Menschen sollten die genannten Lebensmittel besser nicht aufgewärmt verzehren. Bei ihnen ist mit einer Lebensmittelvergiftung, die nie ganz ausgeschlossen werden kann, nicht zu spaßen.

So funktioniert eine Mikrowelle

Mikrowelle: So funktioniert sie

So funktioniert eine Mikrowelle

In fast jeder Küche steht eine Mikrowelle. Wie wird das Essen darin erhitzt? Geht das wie im Ofen? Und wieso dreht sich der Teller dabei?

Wahrheit oder Mythos - gehen in der Mikrowelle wirklich mehr Vitamine verloren?

Teller rein, Tür zu, bing - schon hat das Essen die perfekte Temperatur. Es könnte so schön sein, wären da nur nicht all die Vorurteile gegen die Mikrowelle. Eines hält sich besonders hartnäckig: Das Gerät tötet Vitamine ab. Aber stimmt das wirklich?

Nein, sagen Experten vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE). Richtig erwärmt, gehen in der Mikrowelle nicht mehr Vitamine kaputt als im Ofen oder im Herd.

Mikrowellen-Wissen: So wärmst du dein Essen richtig auf

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    Höchste Stufe und so schnell wie möglich? Keine gute Idee - dann können die Vitamine tatsächlich schwinden.

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    Besser: Gare Lebensmittel wie Brokkoli einige Minuten bei Temperaturen von rund 70 Grad. Lebensmittel, die für Bakterien anfällig sind, aber lieber länger und bei höheren Temperaturen.

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    Vitamine sind wasserlöslich. Je mehr Wasser dein Gericht enthält, desto mehr Vitamine "verdunsten" also in der Mikrowelle. Deshalb: Gib keine zusätzliche Flüssigkeit hinzu und lasse eingelegte Speisen immer gut abtropfen.

Veröffentlicht: 23.10.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau