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Hefe überall ausverkauft? Egal, so machst du sie selber

Im Supermarkt ist Hefe inzwischen Mangelware. Auf einen Osterzopf oder selbstgemachte Pizza musst du trotzdem nicht verzichten. Wir sagen dir, wie du ganz einfach Hefe selbst machen kannst.

Mit Hefe backen - Hast du das gewusst?

  • 💁‍♀️

    Hefe ist eine echte Diva, denn sie entfaltet sich nur, wenn es schön warm ist und sie mit ausreichend Stärke und Zucker versorgt wird. Säuren, Salze, Fette und Kälte kann sie nicht ausstehen!

  • 🍷

    Sind alle Wünsche erfüllt, vergärt sie Zucker und Stärke zu Kohlendioxid und Alkohol. Das lässt den Teig beim Backen aufgehen.

  • 🥄

    Wie sich die Hefe aufplustert, kannst du in einem Experiment beobachten: Rühre etwas Hefe mit einem Teelöffel Zucker und lauwarmem Wasser an. Den Mix warm stellen und schon kannst du das Spektakel beobachten.

  • Lebende Hefepilze wirken probiotisch. Das bedeutet, sie sorgen für ein gesundes Gleichgewicht der Darmflora und sind ein natürliches Mittel gegen Durchfall.

Frischhefe und Trockenhefe - das sind die Unterschiede

  • 🎲

    Frische Hefe ist eine Mischung aus Hefe und Wasser, die zu einem Würfel gepresst wird. Ein Gramm Presshefe besteht aus ungefähr 10 Milliarden Hefezellen und zu etwa 30 Prozent aus Wasser.

  • 🌵

    In der Trockenhefe sind nur etwa 5 Prozent Restfeuchtigkeit enthalten, denn sie entsteht, wenn der frischen Hefe Wasser entzogen wird.

  • 🆒

    Trockenhefe ist deutlich länger haltbar: Frische Hefe solltest du maximal 2 Wochen im Kühlschrank lagern. Trockenhefe ist bei Raumtemperatur bis zu einem Jahr haltbar. Der Grund: Die Pilze in der Trockenhefe werden erst durch Flüssigkeitszugabe aktiviert.

  • 👩‍🍳

    Erfahrene Bäcker bevorzugen frische Hefe, da sie dem Teig einen süßeren Geschmack verleiht und ihn besser aufgehen lässt als die trockene Variante.

  • 👩🏻‍🍳

    Für Gelegenheitsbäcker ist Trockenhefe allerdings praktischer: Sie hält sich nicht nur länger, sondern lässt sich auch einfacher und schneller verarbeiten.

Keine Hefe zu Hause? Kein Problem!

Wer weder trockene noch frische Hefe daheim hat, kann trotzdem backen. Hier sind 3 Tipps, wie du Hefe einfach selber herstellen kannst.

Hefe aus Weizenbier

Das brauchst du: 

  • 100 Milliliter Weizenbier (Raumtemperatur oder wärmer)
  • 1 Teelöffel Weizen- oder Dinkelmehl
  • 1 Teelöffel Zucker
  • Glas mit Schraubverschluss zum Abfüllen
Aus Weizenbier kannst du Hefe selbst machen.


Aus Weizenbier kannst du Hefe selber machen.
© GettyImages

Zubereitung

  • 🥛

    Fülle das Weizenbier in ein Einmachglas mit Schraubverschluss vermenge es mit Mehl und Zucker.

  • 👋

    Kräftig schütteln, bis sich die Zutaten vermischt haben.

  • Das war's erstmal! Jetzt musst du das Glas nur noch an einen warmen Ort stellen und warten - um die 15 Stunden lang.

  • 🍺

    Deine Mischung ersetzt ungefähr einen Würfel Frischhefe plus Flüssigkeit. Keine Sorge, nach Bier wird dein Gebäck später nicht schmecken. Du solltest deinem Teig aber ausreichend Zeit zum Gehen geben. Der Grund: Hefe im Weizenbier hat eine nicht so starke Triebkraft wie ein Hefewürfel aus dem Supermarkt.

Hefe aus Trockenobst

Das brauchst du: 

  • 4 Esslöffel Rosinen, Datteln oder getrocknete Pflaumen (nicht geschwefelt)
  • 500 Milliliter lauwarmes Wasser
  • 1 Esslöffel Zucker oder Honig
  • Glas mit Schraubverschluss zum Abfüllen
Auch aus Trockenobst kannst du Hefe selber machen - eine Woche solltest du aber einplanen.


Auch aus Trockenobst kannst du Hefe selber machen - eine Woche solltest du aber einplanen.
© GettyImages

Zubereitung

  • 🥛

    Fülle alle Zutaten in ein Einmachglas mit Schraubverschluss.

  • 👋

    Kräftig schütteln, bis sich die Zutaten vermischt haben. Nach und nach sollte sich das Wasser trüben.

  • 👋

    Jetzt heißt es warten. Und zwar etwa 3 bis 8 Tage lang. Am besten schüttelst du die Mischung jeden Morgen und Abend und öffnest das Glas kurz, damit die Gase entweichen können.

  • Auch diese Mischung ersetzt ungefähr einen Würfel Frischhefe plus Flüssigkeit. Gib auch diesem Teig aber ausreichend Zeit zum Gehen, weil auch diese Hefe keine so starke Triebkraft wie ein Hefewürfel aus dem Supermarkt hat.

  • ⚠️

    Achtung: Bei dieser Hefeproduktion können sich auch schädliche Organismen im Wasser vermehren. Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder schwangere Frauen ist diese Vorgehensweise deshalb nicht zu empfehlen! Riecht das Gemisch nicht nach normaler Hefe oder hat sich Schimmel gebildet? Dann weg damit!

Du hast noch Hefe, aber nicht genug?

Wenn du noch Hefe zu Hause hast, kannst du sie einfach vermehren.

 

Das brauchst du: 

  • Einen halben Hefewürfel
  • 100 Milliliter lauwarmes Wasser
  • 100 Gramm Weizen- oder Dinkelmehl
  • 1 Esslöffel Zucker
Wenn du noch Hefe zu Hause hat, kannst du sie auch vermehren.


Wenn du noch Hefe zu Hause hat, kannst du sie auch vermehren.
© GettyImages

Zubereitung

  • 🥣

    Vermische alle Zutaten miteinander und lass sie über Nacht gehen.

  • 🎲

    Am nächsten Tag teilst du die Masse in Würfel und verpackst sie luftdicht.

  • 🥣

    Du kannst aus deinen neuen Hefewürfeln übrigens immer wieder neue Hefe züchten.

Jetzt kannst du loslegen! Wir haben 2 Rezepte für dich

Das Wichtigste zum Thema Hefe

  • Hefe ist ein Gär- und Treibmittel, das aus Hefepilzen besteht. Das sind einzellige Pilze, die sich durch Sprossung oder Spaltung vermehren. In der Natur kommt wilde Hefen häufig vor. Seit Jahrhunderten wird außerdem Kulturhefen gezüchtet. Die hat - je nach Verwendung (Bier, Wein oder Brot) - spezielle Eigenschaften.

  • In einem industriellen Prozess entsteht die Hefe, die wir heutzutage beim Backen verwenden. Dabei werden Reinzuchthefen, die vorher aus Sauerteighefen und Bierhefe gewonnen wurden, vermehrt. Aus 2 Gramm Reinzuchthefe können mehrere Tonnen Backhefe gezüchtet werden!

  • Backen mit Hefe scheint in der Corona-Krise sehr beliebt zu sein. So beliebt, dass die Zutat zur Mangelware wurde. Der Verband der Hefeindustrie versichert deshalb jetzt: Hefe wird weiterhin hergestellt.

Veröffentlicht: 11.04.2020 / Autor: Viviane Osswald