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Joghurt selber machen

Joghurt selber machen: So einfach ist das Rezept

Braucht man einen Joghurtbereiter oder lässt sich Joghurt auch selber machen, ganz ohne Maschine? Welche Milch und Joghurt-Kulturen sind die richtigen? In dieser Anleitung bekommst du den Überblick.
Joghurt selber machen: So einfach ist das Rezept
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Joghurt selber machen: Das musst du wissen

  • Joghurt selbst zu machen ist recht einfach, aber nichts für spontane Gelüste. Es dauert nämlich etwa einen Tag, bevor du deinen eigenen Joghurt genießen kannst.

  • Es gibt Joghurtbereiter mit und ohne Strom zu kaufen. Mit einer solchen Joghurtmaschine gelingt dein Joghurt ziemlich sicher. Es geht aber auch ohne.

  • Wichtig ist eine konstante Temperatur während der Herstellung (Fermentation). Die kannst du auch im Ofen hinbekommen – das verbraucht jedoch deutlich mehr Strom.

  • Es hängt von der Dauer der Fermentation, Milchsorte und den verwendeten Joghurt-Kulturen ab, ob du einen eher cremigen oder stichfesten Joghurt bekommst.

  • Neben Kuh- und Ziegenmilch eignen sich auch Soja- und Kokosmilch sehr gut, um deinen eigenen Joghurt zu machen. Mit anderen Milchalternativen ist es etwas tricky.

Rezept für selbstgemachten veganen Joghurt

Zutaten

Für 5-7 Portionen

1 LiterBio-Pflanzendrink (z.B. Soja- oder Kokosmilch)
Getrocknete Joghurt-Kulturen (Joghurtferment)
200 galternativ: frischer, veganer Naturjoghurt ohne Zusätze
20 gKokosblütenzucker (optional)
2 TLVeganes Milchpulver oder Agar-Agar (optional)

Zubereitung

Schritt 1

Den Bio-Pflanzendrink auf 40 Grad erhitzen. Mit dem Küchenthermometer die genaue Temperatur checken, denn die Milch darf nicht zu heiß werden.

Schritt 2

Getrocknete Joghurt-Kulturen (Joghurtferment) nach Packungsanweisung oder 200 Gramm frischen veganen Bio-Joghurt zugeben und mit dem Schneebesen verrühren. Das nennt sich "animpfen": Der Mischung wird eine kleine Menge Bakterien zugefügt, die sich dann im Gärungs-Prozess vermehrt.

Schritt 3

Wenn du deinen Joghurt süßen möchtest, kannst du zum Beispiel etwas Kokosblütenzucker hinzugeben. Wenn du deinen Joghurt gern fester magst, kannst du außerdem 2 EL Milchpulver oder 2 TL Agar-Agar hinzugeben. Alles gut verrühren.

Schritt 4

Jetzt in sterile Portionsgläser (Schraubgläser oder Bügelgläser) abfüllen. Dabei 1 bis 2 Zentimeter Platz zum Glasrand lassen und verschließen.

Schritt 5

Die Gläser bei konstanter Temperatur (40 Grad) für 8 bis 12 Stunden in den Ofen oder Joghurtbereiter stellen, z.B. über Nacht. In der Zeit fermentiert der Joghurt – also die Milchsäure fängt an zu gären. Je länge das passiert, desto fester und saurer wird dein Joghurt. In dieser Zeit sollten die Gläschen nicht bewegt werden.

Schritt 6

Nach der Fermentationszeit sofort im Kühlschrank 10 bis 12 Stunden abkühlen lassen. Dadurch wird dein Joghurt noch etwas fester.

Schritt 7

Nach Belieben mit Obst, Fruchtpüree, Honig, Nüssen oder Müsli mischen und genießen.

Deshalb ist selbstgemachter Joghurt eine gute Idee

  • 🤓

    Wenn du gern Joghurt isst, kannst du eine Menge Geld sparen, indem du deinen Joghurt selbst machst. Denn vor allem die veganen Varianten aus Soja-, Kokos- oder Mandelmilch sind in Bio-Qualität ziemlich teuer.

  • 🤓

    Du hast die komplette Kontrolle über die verwendete Milch und Zusatzstoffe. Du entscheidest zum Beispiel, ob und wie viel Zucker oder Verdickungsmittel du verwenden möchtest.

  • 🤓

    Vor allem für Menschen, die sich vegan oder sehr bewusst ernähren oder Lebensmittel-Unverträglichkeiten haben, ist Joghurt selbst herzustellen daher eine tolle Option.

  • 🤓

    Du sparst jede Menge Verpackungsmüll, denn gerade veganen Joghurt gibt es nicht im Pfandglas zu kaufen.

  • 🤓

    Auch andere fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Tempeh oder Kombucha kannst du übrigens einfach selber machen. Sie sind alle wegen der enthaltenen Milchsäurebakterien super für deinen Darm und dein Immunsystem.

Sie machen aus Milch Joghurt: Joghurt-Kulturen

Sie haben unaussprechliche Namen und spielen die Hauptrolle bei der Joghurt-Herstellung: Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus. Diese beiden stäbchenförmigen Bakterienkulturen wandeln Laktose, den Milchzucker, zu Milchsäure um. Bei kuscheligen 40 Grad verrichten sie innerhalb von etwa 8 bis 12 Stunden ihre Arbeit. Die Milch wird während dieser Milchsäuregärung (eine Form der Fermentation) dick, cremig und bekommt den typischen säuerlichen Joghurtgeschmack.

Wenn du deinen Joghurt lieber etwas milder und weniger säuerlich magst, verwendest du anstelle von Lactobacillus bulgaricus auch Joghurt-Kulturen mit Lactobacillus acidophilus kaufen. Und wenn du deinem Darm etwas besonders Gutes tun möchtest, gibst du beim Animpfen Naturjoghurt mit Bifidobakterien oder getrocknete probiotische Joghurt-Kulturen hinzu. Sie überleben die aggressive Magensäure und sorgen dann im Darm für ein saures Milieu. Darin fühlen sich Krankheitserreger gar nicht wohl.

Es ist übrigens vollkommen egal, ob du als Starterkultur einen Naturjoghurt (ohne Zuckerzusatz) aus dem Supermarkt oder getrocknete Joghurt-Kulturen, auch Joghurtferment genannt, verwendest. In beiden befinden sich jede Menge aktive Joghurt-Kulturen.

Den eigenen Joghurt genießen in 6 Schritten

  • 1️⃣

    Milch erhitzen

  • 2️⃣

    Joghurtbakterien zugeben (animpfen)

  • 3️⃣

    Milchsäuregärung (Fermentation)

  • 4️⃣

    Abkühlen

  • 5️⃣

    Verfeinern

  • 6️⃣

    Genießen

Brauche ich einen Joghurtbereiter? Das kommt darauf an.

  • Joghurtbereiter helfen dir dabei, dass die Fermentation sicher gelingt – also aus Milch Joghurt wird.

  • Ihr Vorteil: Sie halten sie die Temperatur während des gesamten Fermentations-Prozesses konstant. Manche haben auch eine Abschaltautomatik und Kühlfunktion, sodass du sie bedenkenlos zum Beispiel über Nacht laufen lassen kannst.

  • Sie haben im Vergleich zum Ofen einen verhältnismäßig kleinen Stromverbrauch, stehen aber als zusätzliches Gerät in deiner Küche herum.

  • Joghurtmaschinen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Größen. Ob sich die Anschaffung lohnt, hängt davon ab, wie viel und häufig du Joghurt selbst machen möchtest.

  • Die meisten Joghurtbereiter können 1 Liter Milch in einem Durchgang verarbeiten. Entweder wird diese zur Fermentation auf 5-7 Portionsgläser verteilt oder in ein großes Glas gegeben.

  • Joghurtmaschinen mit kleinen Portionsgläschen sind hygienischer als solche mit 1 oder 2 Liter Gefäßen. Denn jedes Mal, wenn du hier Joghurt entnimmst, können Keime hineingelangen. In kleinen Gläschen hält sich dein Joghurt länger.

  • Wenn du sehr viel Joghurt auf einmal herstellen willst (mehr als 1 Liter), ist der Ofen durchaus eine Option. Auf Vorrat produzieren funktioniert aber nicht, denn selbstgemachter Joghurt hält sich im Kühlschrank nur etwa eine Woche.

  • Joghurtbereiter „ohne Strom“ brauchen heißes Wasser, um die Temperatur für die Fermentation zu halten – ganz ohne Strom geht es also doch nicht.

  • Im Internet finden sich auch Anleitungen, bei denen die Fermentation im Bett oder auf der Heizung stattfinden soll. Das kann klappen, muss aber nicht. Eine konstante Temperatur ist für die Arbeit der Milchsäurebakterien nämlich sehr wichtig.

Welche Milch eignet sich zum Joghurt machen?

  • 🥛

    Am einfachsten und sichersten gelingt dein eigener Joghurt mit Kuh- oder Ziegenmilch.

  • 🥛

    Mit frischer, pasteurisierter und H-Milch geht es am schnellsten, denn hier wurden bereits eventuelle Keime abgetötet. Du musst sie also nur auf 40 Grad erhitzen, damit sich die Joghurt-Kulturen an die Arbeit machen können.

  • 🥛

    Roh- oder Vorzugsmilch solltest du erst kurz auf 90 Grad erhitzen und dann wieder auf 40 Grad abkühlen lassen, bevor du sie weiterverarbeitest.

  • 🥛

    Als vegane Alternative klappt die Joghurt-Herstellung auch gut mit Sojamilch oder Kokosmilch. Bei der Kokosmilch sollte der Kokosnuss-Anteil mindestens 60% betragen und es sollten keine weiteren Zusätze enthalten sein.

  • 🥛

    Mandel- , Hafer- und Reismilch sind schwieriger in der Verarbeitung und der Joghurt-Geschmack etwas ungewöhnlich. Es ist aber nicht unmöglich.

  • 🥛

    Gekaufte Pflanzenmilch ist bereits pasteurisiert. Wenn du deine eigene Milchalternative herstellst, muss auch die vor der Joghurt-Zubereitung auf 90 Grad erhitzt werden, um eventuelle Keime abzutöten.

  • 🥛

    Bei veganem Joghurt aus Pflanzenmilch brauchen die Milchsäurebakterien für die Fermentation etwas länger als bei Kuhmilch. Lass die Gläschen also 1 bis 2 Stunden länger im Joghurtbereiter oder Ofen, damit er nicht zu flüssig ist.

  • 🥛

    Weil in Pflanzenmilch kein Milchzucker enthalten ist, den die Bakterien verarbeiten könnten, kannst du bei der Herstellung auch etwas Zucker oder Verdickungsmittel wie Agar Agar, Inulin oder Tapiokastärke zugeben, damit dein veganer Joghurt nicht zu flüssig wird.

  • 🥛

    Je fetthaltiger deine Milch, desto fester wird dein Joghurt. Wenn du fettarme Milch verwenden willst, kannst du Inulin oder Magermilchpulver zugeben, um eine festere Konsistenz zu erhalten.

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9 Pro-Tipps für die Joghurt-Herstellung zu Hause

  • 👍

    Milchsäurebakterien sind ziemlich sensibel. Bewege also deinen Joghurtbereiter oder deine Gläschen während der Fermentation nicht, schau nicht zwischendurch nach und stelle die Joghurtmaschine nicht auf den Kühlschrank oder die Waschmaschine. Erschütterungen können den Prozess stören.

  • 👍

    Mach die Gläschen nicht ganz voll, sodass dein Joghurt während der Fermentation noch etwas Platz zum Wachsen hat.

  • 👍

    Alle verwendeten Utensilien und Gläser müssen super sauber sein, sonst verdirbt dein Joghurt ruckzuck. Am besten übergießt du zur Sterilisation vor der Joghurt-Zubereitung alles mit kochendem Wasser.

  • 👍

    Bei hygienischer Herstellung ist dein Joghurt etwa eine Woche im Kühlschrank haltbar.

  • 👍

    Gib Früchte erst direkt vor dem Essen hinzu. Selbst wenn du sie gut abgewaschen hast, können sie Keime enthalten, die deinen Joghurt schneller schlecht werden lassen.

  • 👍

    Wenn du häufiger Joghurt selbst herstellst, beschrifte deine Gläschen mit dem Herstellungsdatum, damit du immer die ältesten zuerst essen kannst.

  • 👍

    Du kannst eine Portion deines selbstgemachten Joghurts statt gekauftem Joghurt oder Joghurt-Kulturen als Basis für deinen nächsten Joghurtansatz verwenden. Das funktioniert allerdings nur etwa 5 Mal, da sich die Anzahl der Bakterien bei jeder Joghurt-Herstellung etwas reduziert.

  • 👍

    Wenn du besonders cremigen Joghurt haben möchtest, verwende griechischen Naturjoghurt zum Animpfen.

  • 👍

    Selbstgemachten Joghurt kannst du auch einfrieren, so bleibt er länger frisch. Oder du genießt ihn im Sommer als Frozen Joghurt.

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Häufige Fragen zum Thema Joghurt selber machen

  • ⁉️

    Welche Milch eignet sich zum Joghurt selber machen am besten?

    Am einfachsten gelingt dir dein selbstgemachter Joghurt mit Kuh-Vollmilch. Aber auch Soja- oder Kokosmilch funktionieren als vegane Alternativen gut.

  • ⁉️

    Welcher Joghurt eignet sich als Starterkultur?

    Du kannst zum Animpfen jeden Naturjoghurt verwenden, der frische Joghurt-Kulturen enthält. Er sollte keine weiteren Zusätze wie Zucker oder Aromen haben.

  • ⁉️

    Wie wird selbstgemachter Joghurt milder?

    Je kürzer du deinen Joghurt fermentieren lässt, desto weniger sauer wird er - allerdings auch weniger fest. Du kannst als Bakterienkulturen anstelle von von Lactobacillus bulgaricus Joghurt-Kulturen mit Lactobacillus acidophilus verwenden, die machen Joghurt milder.

  • ⁉️

    Wie bekommt man selbstgemachten Joghurt fester?

    Du kannst deinen Joghurt einfach noch etwas länger fermentieren lassen, vor allem Pflanzenmilch braucht oft etwas länger. Allerdings wird dein Joghurt dann auch etwas saurer. Als Alternative kannst du beim Animpfen neben den Joghurt-Kulturen noch Magermilchpulver oder Agar-Agar hinzugeben.

Veröffentlicht: 12.02.2022 / Autorin: Katja Schulz