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Lakritze: Warum es im Süden Bärendreck heißt - und im Norden als schwarzes Gold gilt

Lakritz als Süßigkeit liebt man - oder man hasst ihn. Aber wetten, dass du diese spannenden Facts über das "Schwarze Gold" noch nicht kanntest?
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5 Lakritz-Facts, mit denen du Eindruck machst

  • Lakritz ist der Extrakt aus der Wurzel des Echten Süßholz. Dieser Saft wird eingedickt. Um Lakritz-Süßigkeiten daraus zu machen, kommen zum Beispiel noch Zuckersirup, Mehl und Gelatine hinzu. Für die herberen Sorten wird Salmiak hinzugemischt.

  • Die schwarze Farbe von Lakritz-Süßigkeiten wird mit dem Farbstoff E 153 künstlich verstärkt.

  • Schon im alten Rom und noch früher - bei den Chinesen im 3. Jahrtausend vor Christus - galt Süßholz als Heilmittel. Das ist bis heute so. In der Apotheke bekommst du zum Beispiel Salmiak-Lakritz-Pastillen oder Lakritzpulver. Es soll antibakteriell und -viral wirken. Mehr dazu am Ende der Seite

  • Im arabischen Raum, etwa in Ägypten und Syrien, sind Aufgüsse mit Lakritzpulver, kühl getrunken, ein beliebtes Erfrischungsgetränk.

  • Weltweit am meisten Lakritz konsumieren die Niederländer: 2 Kilogramm pro Person pro Jahr. Wo es sonst noch besonders beliebt ist, erfährst du weiter unten.

Warum raspelt man Süßholz?

© palomadelosrios, Getty Images

Lakritz wird aus dem Saft der Süßholzwurzel gemacht. Und wer wie in der Redewendung "Süßholz raspelt", der beschönigt die Situation, also macht sie süßer, als sie ist. Kein Wunder, denn Süßholz ist 50-mal süßer als Rohrzucker.

Aber der Hintergrund der Redewendung ist ein kratziger Hals. Geheimtipp dagegen: Süßholzwurzel kauen, also quasi mit den Zähnen raspeln. Das Süßholz lässt die Stimme wieder geschmeidig klingen. So kommen Komplimente noch besser an.

Süßholz wird auch als Bestandteil von Tee, Kräuterlikör, Magenbitter und Hustenbonbons verwendet. Und so sieht es aus, wenn es blüht.

© Carmen Hauser, Getty Images

Warum ist Lakritz im Norden beliebter als im Süden?

Lakritz ist Geschmackssache. In Deutschland gibt es einen regelrechten Lakritz-Äquator, der das Land in Lakritz-Fans und -Hasser teilt. Die Grenze liegt ungefähr am Main.

Eine mögliche Erklärung: Die Süßholz-Lieferungen aus dem Vorderen Orient kamen früher auf dem Seeweg im Norden an. Also konntest du dort auch viel mehr Lakritz kaufen.

Je weiter gen Süden zu kamst, desto exotischer war diese Süßigkeit - und darum ist es bis heute wohl auch weniger beliebt. Nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.

Bis heute ist Lakritz in vielen Küstenregionen beliebt, z.B. in Frankreich, Norditalien, England oder eben in dem Lakritz-Weltmeister-Land Niederlande.

Fast ebenso große Lakritz-Fans sind auch die Skandinavier und Isländer. In Island kannst du zum Beispiel Lakritz-Schokolade essen und Lakritz-Schnaps trinken

Warum heißt Lakritz im Süden "Bärendreck"?

Während man im Norden Lakritz auch als schwarzes Gold bezeichnet, hat die Süßigkeit im Süden Deutschlands, in Österreich, der Schweiz und in Südtirol den Spitznamen Bärendreck.

Der Ausdruck geht zurück auf den aus Ulm stammenden Nürnberger Süßwaren-Fabrikanten Karl Bär, der mit seiner Firma "Zucker-Bär" zahlreiche Lakritz-Patente hielt.

Wie gesund ist Lakritz?

  • 🤒

    Die im Süßholz enthaltene Substanz Glycyrrhizin wirkt entzündungshemmend, lindert Husten und löst den Schleim.

  • 🤧

    Besonders Erkältungen, Husten, Kopfschmerzen und Magengeschwüren sollst du mit Lakritz kontra geben können.

  • 🤢

    In Korea schwört man auf Laktritz als Kater-Killer.

  • 🤓

    Außerdem soll die Süßholzwurzel deine Gedächtnisleistung verbessern.

  • 😷

    Und: Lakritz bringt Viren unter Kontrolle, bevor sie uns treffen. Genauer: HIV, Hepatitis, Influenza oder Herpes. Stark! Aber leider nur bei Laborversuchen. Wir könnten wohl gar nicht so viel Lakritz futtern, wie für diese "Wunderkur" nötig ist.

Kann man auch zu viel Lakritz essen?

Leider ja. In Kanada landete ein Mann mit heftigem Bluthochdruck, Brust- und Kopfschmerzen in der Notaufnahme, weil er zu lange zu viel Lakritz-Tee getrunken hatte. Hintergrund: Süßholz steigert den Blutdruck und kann den Blutzuckerspiegel negativ beeinflussen.

Wenn du an Diabetes oder Bluthochdruck leidest, solltest du um Lakritz also besser einen Bogen machen. Wenn das im Süßholz enthaltene Glycyrrhizin im Körper verarbeitet wird, wird ein Enzym gehemmt, das die Ausscheidung von Natrium und Kalium über die Nieren reguliert.

Wenn du über einen längeren Zeitraum zu viel Lakritz zu dir nimmst, kann es dir passieren, dass du zu viel Natrium im Körper hast und zu viel Kalium ausscheidest.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt gesunden Menschen, nicht mehr als 50 bis maximal 100 Gramm Lakritz pro Tag zu naschen.

 

Veröffentlicht: 24.01.2020 / Autor: Ischta Lehmann