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Solidarische Landwirtschaft - du entscheidest, welche Produkte es gibt

Glückliche Kühe auf saftigen Weiden: So könnte die Zukunft dank solidarischer Landwirtschaft aussehen. Du spielst dabei eine Schlüsselrolle - und bestimmst Herkunft und Haltung. Diese Verbraucher-Initiativen gibt es bereits.

Bio-Obst und -Gemüse frisch vom Feld - so funktioniert Solidarische Landwirtschaft:

🍎 Bei der Solidarische Landwirtschaft (kurz SoLiLa) zahlst du nicht für den Apfel oder den Salatkopf, sondern unterstützt einen ganzen landwirtschaftlichen Betrieb. Heißt: Mehrere Haushalte finanzieren zusammen einen Bauernhof. Dafür wird alles, was geerntet wird, gerecht aufgeteilt.

🤝 Du als Verbraucher und der Landwirt als Erzeuger werdet ein Team. Davon profitieren alle. Du kannst dich aber nicht nur finanziell, sondern auch mit deinen Ideen einbringen und - wortwörtlich - gemeinsam mit den anderen ackern (Feldarbeit ist aber kein Muss!).

👩‍🌾 Solidarische Landwirtschaftsbetriebe gibt es sicher auch in deiner Nähe. Hier findest du eine Übersicht.

"Du bist hier der Chef" - das Prinzip der reinen Verbrauchermarke

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    "Du bist hier der Chef" ist eine reine Verbraucher-Marke. Sie entstand 2016 in Frankreich. Das Prinzip: Gegen Lebensmittelverschwendung - und für mehr Tierwohl, Gesundheit und Nachhaltigkeit.

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    Nicht die Lebensmittel-Industrie, sondern der Verbraucher selbst soll entscheiden, was er isst. Eine Win-Win-Situation für Konsumenten und Produzenten: Du kriegst gesünderes, nachhaltigeres Essen - und mehr als 3.000 Landwirtschafts-Familien eine faire Vergütung.

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    So geht's: Auf der Webseite wählst du das Produkt (wie Milch, Eier, Gemüse, etc.) und entscheidest im Fragebogen über die Herkunft, Qualität, Verpackung und Vergütung der Bauern. Mehr als 30 neue, faire Produkte entstanden so bereits in Frankreich.

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    Seit Juni 2019 gibt es die Initiative auch in Hessen, bald hoffentlich deutschlandweit.

Urban Farming: Sogar mitten in der City kann Landwirtschaft entstehen

Der Bauernhof auf dem Dach

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Wer sagt, dass man ein riesen Feld braucht? Und nicht mehrere kleine Betriebe - zum Beispiel auf Dächern!

Immer mehr sehnen sich nach einer gesunden Landwirtschaft - für Mensch UND Tier

Du wünschst dir eine bessere Lebensmittelqualität, faire Haltung, mehr Tierwohl und den Verzicht auf Pestizide und Antibiotika?

Dann bist du nicht allein! Viele wollen bessere Bedingungen für die Landwirtschaft - und geben Umfragen zufolge auch gern mehr Geld aus, wenn sie die Herkunft ihrer Lebensmittel nachvollziehen können.

Das macht auch die Milch von "Du bist hier der Chef" deutlich - gewählt von 9.300 Verbrauchern.

Die Lieblingsmilch der Verbraucher - so sieht sie aus

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    Die reine regionale BIO-Weidemilch kostet 1,45 Euro pro Liter.

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    0,58 Euro davon gehen an die Bauern - das sind 0,11 Euro mehr als im Bundesdurchschnitt.

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    Die Kühe verbringen mindestens 4 Monate im Jahr auf der Weide.

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    Im Stall fressen sie frisches Gras aus der Umgebung - und kein genmanipuliertes Futter.

Weitere nachhaltige Adressen

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    Flash Food liefert deutschlandweit Bio-Obst und -Gemüse von Bioland. Beim Transport setzt das Unternehmen auf E-Autos, bei der Energie im Lager auf Solartechnik. Mehr dazu unter flash-food.de.

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    In Österreich boomen bereits einige digitale Bauernmärkte - wie das Wiener Start-Up Markta.at, Kauftregional.at und Bauernladen.at. Die Idee: Kurze Transportwege und regionale Produkte von BIO-Bauern aus der Nachbarschaft.

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    Tierpate werden - etwa "Kuhpate" bei der bayrischen Molkerei Andechser. Mit deinem Beitrag unterstützt du das Wohl der Tiere und bekommst frische Milch- und Käseprodukte geliefert.

Veröffentlicht: 22.07.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau

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