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Woran erkenne ich einen guten Wein?

Praktisch, wenn man ihn vor dem Kauf probieren kann. Aber im Supermarkt geht das schlecht. Was hilft also, einen guten Tropfen von fiesem Fusel zu unterscheiden? Wir entkorken ein paar Tipps für dich.
Sommelier riecht am Korken einer Weinflasche

Das Wichtigste zum Thema Wein

  • Wein wird schon seit über 8.000 Jahren getrunken. Vermutlich stammt er aus der Region um Georgien, Armenien und dem Iran. Archäologen fanden bei Ausgrabungen Überreste von Weinpressen, Gefäßen und Traubenkernen.

  • Heute bauen über 70 Länder weltweit Wein an. Es gibt rund 1.000 Rebsorten. Manche wachsen nur auf einem einzigen Hang. Dazu beeinflussen Klima, Bodenbeschaffenheit und andere Faktoren das Aroma.

  • Exzellente Tropfen für den Handel müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu gehört z.B. eine Ausgewogenheit zwischen verschiedenen Geschmackskomponenten. Oder ein anhaltender Nachgeschmack - der berühmte "Abgang".

  • Für Laien ist es schwer, solche Feinheiten zu erkennen. Sommeliers trainieren ihre Nase über viele Jahre. Anfängern raten die Profis meist, sich auf das Gefühl zu verlassen. Heißt: Wenn dir ein Wein schmeckt, dann ist er gut.

Ratlos vorm Regal? Was du als Laie prüfen kannst

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    Alter: Supermarkt-Weine sind nicht lange lagerfähig. Weißweine sollten nicht älter als zwei, Rotweine nicht älter als vier Jahre sein.

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    Preis: Unter 4 Euro findest du eher minderwertige Produkte. Ab 6 Euro kannst du aber schon Glück haben.

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    Lage: Auf Augenhöhe oder darüber im Regal stehen hochwertigere Weine. Verzichte auf Flaschen aus der "Bückzone" oder staubigen Ecken.

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    Hersteller: Familiengeführte Weingüter stecken oft viel Liebe in ihre Tropfen. Auch Hinweise wie "Erzeugerabfüllung" oder "Gutsabfüllung" können ein Qualitätskriterium sein.

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    Güteklassen: Bei deutschen Weinen weisen die Bezeichnungen „Qualitäts- oder Prädikatswein“ auf eine hohe Qualitätsstufe hin. Darunter liegen erst „Landwein“, dann „Deutscher Wein“.

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    Bei ausländischen Weinen sind die Kriterien kompliziert. Geschützte Herkunftsbezeichnungen wie AOP (Frankreich), DOCG/DOP (Italien) und DOP (Spanien) geben Laien zumindest eine Orientierungshilfe.

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    Auszeichnungen und Gütesiegel stehen für geprüfte Qualität. Beispiele sind das Deutsche Weinsiegel oder der VDP-Adler.

Teste dich: Bist du ein echter Sommelier?

Was für die Wein-Qualität keine Rolle spielt

Ein hübsch designtes Etikett oder eine besondere Flaschenform sagen nichts über den Inhalt aus. Auch der Verschluss - Kork, Kunststoff, Schraubdeckel - spielt für die Weinqualität keine Rolle. Und wen der Hinweis "enthält Sulfite" schreckt: Diese Schwefelverbindungen stecken in nahezu jedem Wein. Die Warnung richtet sich an Allergiker.

Wein verkosten: So prüfst du den Geschmack

Wein-Guide: Diese Gratis-Apps helfen dir bei der Auswahl

Auch eine Wein-App auf dem Smartphone erleichtert dir die Wahl im Supermarkt. Dabei scannst du das Etikett und erhältst sofort eine Beschreibung, die Bewertung von Kritikern und anderen Nutzern. Kostenlos sind zum Beispiel:

  • Vivino
  • Wine-Searcher

Warum schmecken manche Weine nur im Urlaub?

Am Strand von Teneriffa war der Wein noch fantastisch, doch zu Hause schmeckt die mitgebrachte Flasche enttäuschend nach Essig? Dieses Phänomen hat auch schon die Wissenschaft beschäftigt. Der Psychologie-Professor Charles Spence von der Universität Oxford fand heraus, dass die Farben und Geräusche um uns die Geschmackswahrnehmung beeinflussen. In rötlichem Licht etwa - wie beim Sonnenuntergang in den Ferien - nehmen unsere Rezeptoren Wein als wohlschmeckender wahr.

Veröffentlicht: 02.05.2020 / Autor: Chris Tomas