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Abgelaufene Medikamente - nicht bloß pillepalle

Jedes Medikament hat ein Verfallsdatum. Das steht in der Packungsbeilage. Aber was passiert danach? Wir sagen es dir!
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Das Wichtigste zum Thema abgelaufene Medikamente

  • Das Verfallsdatum eines Medikaments sollte unbedingt beachtet werden, weil es die Wirkung und die Qualität garantiert.

  • Ist das Verfallsdatum überschritten, lässt die Wirkung der Arznei möglicherweise nach. Das kann bei Antibiotika zum Beispiel verherende Folgen haben, weil ausgerechnet die widerstandsfähigsten Bakterien überleben könnten.

  • Bei der Zersetzung des Wirkstoffs können aber auch schädliche Überreste entstehen, die gefährlich für unsere Gesundheit sind.

Abgelaufene Medizin: So lange sind Medikamente haltbar

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    Hustensaft: Nicht länger als 6 Monate nach Anbruch der Flasche. Danach sind die Säfte zwar nicht sonderlich schädlich, aber die Wirkung ist erheblich niedriger.

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    Nasen- und Augentropfen: 1 bis zu 6 Monate nach dem Öffnen. In den Tropfen können sich Keime bilden, die zu Entzündungen führen.

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    Tabletten: Etwa 2 bis 3 Jahre. Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) sind oftmals noch ein wenig länger als das Verfallsdatum angibt haltbar. Es droht keine gesundheitliche Gefahr, aber die Wirkung ist vermindert. Außer, die Tablette riecht nach Essig - dann nichts wie in den Müll damit!

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    Salben und Cremes: Etwa 3 bis 6 Monate haltbar. Salben verlieren danach ihre Wirkung, Cremes nicht. Sie können jedoch ranzig werden und einen unangenehmen Geruch entwickeln. Manche abgelaufenen Präparate lösen Hautirritationen aus.

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    Vorsicht bei Antibiotika, Insulin- und Hormonpräparate: Sie sollten bei 2 bis 6 °C gelagert werden und auf keinen Fall nach dem Verfallsdatum benutzt werden – es drohen starke Nebenwirkungen.

So erkennst du abgelaufene Medikamente

Ist die Packung verloren gegangen, ist auch die Info über das Verfallsdatum futsch. Bist du dir nicht sicher, ob du ein Medikament noch einnehmen kannst, helfen Arzt und Apotheker. Bei diesen Anzeichen gibt es jedoch nur noch eine Lösung: den Mülleimer:

Igitt, das stinkt!

Ob muffig, fischig, schwefelig oder sauer - riecht ein Medikament plötzlich komisch, heißt es: Finger weg! Meist sind sie in diesem Zustand bereits dabei, sich zu zersetzen. Die Einnahme kann schwere gesundheitliche Folgen haben.

Oh, wie das glitzert!

Verfärbungen oder Risse von Tabletten oder glitzernde Kristalle auf Zäpfchen oder Dragees sind ernste Warnsignale. Ab damit in den Müll!

Ja, was schwimmt denn da?

Sind Cremes eingetrocknet? Erkennst du die einzelnen Bestandteile bei Flüssigkeiten oder Salben? Sind Saft oder Tropfen trüb und verfärbt? Oder setzen sich kleine Teilchen am Flaschenboden ab? Nicht mehr verwenden!

Medikamente entsorgen, aber richtig

  • 🚽

    Tabletten und Co. sollten niemals ins Abwasser, also über die Spüle oder die Toilette entsorgt werden.

  • 🚮

    Nicht gefährliche Medikamente und Arzneimittel - Packungsbeilage beachten! - gehören in die Restmülltonne.

  • 🛍️

    Aus Sicherheitsgründen solltest du die Altmedikamente in eine Plastiktüte stecken und sie fest verknoten.

  • 🏭

    Betreibt deine Gemeinde einen Recyclinghof oder eine mobile Schadstoff-Sammelstelle, ist das die beste Wahl für Alt-Arznei.

  • ⚕️

    Einige Apotheken bieten eine fachgerechte Entsorgung an - jedoch auf freiwilliger Basis.

  • 🌐

    Auskunft über die richtige Entsorgung gibt die Webseite arzneimittelentsorgung.de.

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Veröffentlicht: 04.12.2019 / Autor: Gerda Naumann