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Das E-Rezept: Was ist das, was bringt es dir und wann kommt es?

Die Digitalisierung des Gesundheitssystems schreitet voran - und das ist gut so. Welche Vorteile das elektronische Rezept, kurz E-Rezept, hat und ab wann du es nutzen kannst. Im Clip: digitale Alternativen zum Arztbesuch.
Das E-Rezept: Was ist das, was bringt es dir und wann kommt es?
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Das Wichtigste zum Thema E-Rezepte

  • Der Begriff E-Rezept steht für elektronisches Rezept.

  • Das E-Rezept ist ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung des Gesundheitssystems.

  • Theoretisch sollte das E-Rezept allen gesetzlich Versicherten seit 1. Juli 2021 zur Verfügung stehen.

  • Tatsächlich wurde der bundesweite, verpflichtende Start auf den 1. Januar 2022 verschoben.

  • Bis dahin gibt es lediglich Testregionen in Berlin und Brandenburg.

  • Wie das E-Rezept funktioniert und welche Vorteile es dir bringt, erfährst du hier.

So funktioniert das E-Rezept

Bisher hat eine Ärztin oder ein Arzt dir für apotheken- oder verschreibungspflichtige Medikamente eine Verschreibung ausgedruckt. Diese Zettelwirtschaft wird spätestens ab 1. Januar 2022 vorbei sein. Von der Verordnung bis zum E-Rezept geht's in drei Schritten.

  1. In der Arztpraxis werden die Rezeptdaten elektronisch über das Praxisverwaltungssystem erfasst und gespeichert. Auch die Unterschrift, also die Signatur, erfolgt elektronisch.
  2. Dann erhältst du auf deinem Smartphone oder Tablet das E-Rezept mit einem individuelle QR-Code, der in der Praxis erstellt wurde. Das E-Rezept ist nun auf dich individualisiert.
  3. Du kann mit einer speziellen E-Rezept-App dein Rezept aufrufen, verwalten, an deine Apotheke schicken oder es dort mittels des QR-Codes vorzeigen. Wenn du die App nicht nutzen möchtest oder kannst, wird dir das E-Rezept in der Praxis noch eine gewisse Zeit in Papierform, als so genannter Token-Ausdruck, zur Verfügung gestellt. Ab 1. Januar 2022 ist das nicht mehr möglich.

Diese Vorteile bringt das E-Rezept mit sich

  • 📑

    Keine Zettelwirtschaft mehr in der Arztpraxis und bei Patient:innen.

  • Zeitersparnis für Ärzt:innen, da sie händisch keine Rezepte mehr ausdrucken und unterschreiben müssen.

  • 👆

    Mehr Klarheit und Übersicht über Verordnungen.

  • 👍

    Mehr Komfort für Patient:innen, da in bis zu drei Apotheken unverbindlich angefragt werden kann, ob das Medikament vorrätig ist bzw. ab wann.

  • 🤒

    Dann kann das Medikament mit einem Click bestellt und auch geliefert werden. So entfallen lästige Wartezeiten sowie unnötige oder anstrengende Wege, etwa wenn man krank ist.

  • 💊

    Mehr Sicherheit und Transparenz über Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

  • 👩‍⚕️

    Weniger Arztbesuch, da keiner mehr für Folgerezepte in die Praxis muss.

  • 🌳

    Mehr Umweltschutz durch weniger Papierverbrauch.

Darum sorgt das E-Rezept für mehr Patientensicherheit

Viele Daten, wenig Vernetzung – das ist das Problem des deutschen Gesundheitssystems. Und dies kann zu Lasten der Sicherheit gehen.

Denn bei Medikamenten kann es Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln geben.

Das gilt auch für freiverkäufliche und rein pflanzliche Präparate.

Zudem gibt es ungute Reaktionen mit bestimmten Lebensmitteln, zum Beispiel:

🥛& 💊: Milchprodukte und Antibiotika sowie Schilddrüsenmedikamente

☕ & 😔: Kaffee und Tee und Anti-Depressiva sowie Eisentabletten

🍋 & 🩸: Zitrusfrüchte und Blutdrucksenker sowie Blutverdünnern

📱Mit der E-Rezept-App werden alle Rezepte an einem Ort verwaltet und sind für alle Beteiligten auf einem Blick sichtbar. So können Ärzt:innen und Apotheker:innen besser auf Wechsel- und Nebenwirkungen hinweisen.

Dieses Jahr gibt es sie noch: bunte Rezepte aus der Arztpraxis. Wofür sie stehen.

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  • ⁉️

    Wann kommt das E-Rezept?

    In Berlin und Brandenburg bieten seit 1. Juli 2021 testweise etwa 50 Arztpraxen und 120 Apotheken das E-Rezept an. Ab 1. Oktober 2021 können alle niedergelassenen Praxen und Apotheken das E-Rezept freiwillig anbieten. Ab 1.1.2022 ist das E-Rezept bundesweit Pflicht.

  • ⁉️

    Wird das E-Rezept Pflicht?

    Ja, ab 1.1.2022 ist die Nutzung des E-Rezepts für alle gesetzlich Versicherten Pflicht, sowie Arztpraxen und Apotheken Pflicht.

  • ⁉️

    Welche App brauche ich für ein E-Rezept?

    Es gibt unterschiedliche Unternehmen, die E-Rezept-Apps anbieten, darunter auch Krankenkassen und Apotheken.

  • ⁉️

    Was ist ein Token-Ausdruck?

    Wer das E-Rezept nutzen möchte, es aber auf einem mobilen Endgerät, also seinem Smartphone oder dem Tablet, nicht empfangen kann oder möchte, hat die Möglichkeit, sich einen Token-Ausdruck geben zu lassen. Das ist einfach das E-Rezept in Papierform. Langfristig wird es aber keine Ausdrucke mehr geben, da dies auch den Vorteil der Digitalisierung untergräbt.

  • ⁉️

    Sind Videosprechstunde und E-Rezept kombinierbar?

    Ja. Genau darauf zielt die Digitalisierung unter anderem ab. Unkomplizierte Videosprechstunden ohne Wartezeit und lange Wege, in denen Behandler:innen zum Schluss ein elektronisches Rezept verschicken.

  • ⁉️

    Sollen auch Hilfs- und Heilmittel per E-Rezept verschrieben werden können?

    Ja. Langfristig sollen auch alle weiteren Leistungen wie Heil- und Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege elektronisch verordnet. Und auch freiverkäufliche Arzneimittel sollen der E-Rezept-App hinzugefügt werden können.

  • ⁉️

    Was passiert, wenn ich die App nicht nutzen möchte oder kann?

    Bis zum 31.12. 2021 kann das Rezept auch noch auf Papier ausgedruckt werden. Danach ist die elektronische Nutzung verpflichtend.

  • ⁉️

    Wie sieht die Zukunft des E-Rezeptes aus?

    Das papierlose, komplett vernetzte Gesundheitssystem – das ist das Ziel. Demnächst sollen auch Heil- und Hilfsmittel sowie häusliche Krankenpflege mit dem E-Rezept organisiert werden. Zudem sollen auch freiverkäufliche Medikamente damit einfach zu bestellen und zu verwalten sein.

  • ⁉️

    Und wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

    Die Sorge, dass sensible Informationen über die eigene Gesundheit abgefangen und missbraucht werden, ist groß. Auch im Falle des E-Rezepts müssen Arztpraxen und Apotheken umfangreiche Vorbereitungen treffen, um diesen Service anbieten zu können. Dazu zählen mehrere Authentifizierungsmaßnahmen sowie eine spezielle Hard- und Software und PINS von der Krankenkasse.

Veröffentlicht: 27.10.2021 / Autor: Stephanie Arndt