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Der weite Weg der Medizin: Von der 4-Säfte-Lehre zum Röntgenbild

Bis ins Mittelalter glaubten die Mediziner daran, dass 4 Säfte die Gesundheit in unserem Körper bestimmen. Erst im 19. Jahrhundert wurden Bakterien und Viren entdeckt. Eine kleine Geschichte der Medizin - und abgefahrene Fälle der Gegenwart.

Das Wichtigste zum Thema Geschichte der Medizin

  • Seit es Menschen gibt, werden sie krank - und versuchen, wieder gesund zu werden. Das blieb unverändert. Aber was heilen soll, hat sich im Laufe der Jahrtausende stark verändert.

  • Steinzeitmenschen operierten zum Beispiel Löcher in die Köpfe der kranken Zeitgenossen, damit die bösen Dämonen aus dem Körper entweichen.

  • In der Antike waren sich Ärzte sicher: Krank wird man, weil die 4 Körpersäfte im Ungleichgewicht sind.

  • Die moderne Medizin, wie wir sie heute kennen, entwickelte sich erst ab dem 19. Jahrhundert.

  • Und noch heute überraschen Symptome die Ärzte: Und die sind sogar kurioser als in manchen Fernsehserien.

Kopf auf! Die ersten Operationen bereiten uns heute Kopfschmerzen

Vor 10.000 Jahren operierten die ersten Heiler schon. Auf ziemlich rustikale Art und Weise: Sie schnitten ein Loch in den Schädel. Ja, richtig gelesen.

Die Menschen nahmen damals an, dass Krankheiten von Dämonen und bösen Geistern ausgelöst werden. Die sollten über das Loch im Kopf entweichen. So erklären sich das zumindest Forscher heutzutage.

Und sie haben noch was herausgefunden: Die Überlebensrate lag wohl bei 50 bis 90 Prozent - trotz Loch im Schädel.

Ein etwa 5000 Jahre alter Schädel belegt, die Operationen am Kopf.


Dieser etwa 5.000 Jahre alte Schädel ist nur einer der Belege für eine gängige Behandlungsmethode der Vorgeschichte.
© picture-alliance / dpa / Jens Büttner

Medizin in der Antike: 4 Säfte bestimmen deine Gesundheit

Wärst du im antiken Griechenland krank geworden, der Arzt hätte deine 4 Körpersäfte untersucht: Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle. Denn, so die Vorstellung, deine Krankheit kommt daher, dass diese Säfte aus dem Gleichgewicht gekommen sind.

Das prägte die Medizin bis ins späte Mittelalter und weit über Europa hinaus. Auch die Heilkunde von Hildegard von Bingen, die du noch heute auf Amazon kaufen kannst, ist davon wesentlich beeinflusst. Sie gibt darin einen Überblick über die heilende Wirkung von Kräutern.

Von Zitronen bis hin Schimmel: Die Meilensteine der modernen Medizin

So skurril wie bei Scrubs und Dr. House: Die kuriosesten Fälle der Medizin

  • Die Australierin Demi-Lee Brennan hat seit 2008 eine andere Blutgruppe. Infolge einer Leber-Transplantation wechselte sie von Blutgruppe 0 negativ zu 0 positiv.

  • 😨

    Atemnot? Weil eine 18-jährige Kanadierin am ganzen Körper blau anlief, suchte sie verzweifelt eine Notaufnahme auf. Zunächst waren die Ärzte ratlos. Wie sich dann herausstellte, färbte bloß ihre Bettwäsche ab.

  • 🖊

    Eine Amerikanerin verlernte von einem Morgen auf den nächsten das Lesen - aber nicht das Schreiben. Die Erklärung war ein Schlaganfall, der sich einzig in einem Symptom äußerte: der sogenannten Wortblindheit.

  • 👅

    2010 knockte eine herabfallende Kokosnuss eine 55-Jährige auf einer abgelegenen Insel derart aus, dass sich eine massive Blutung in ihrem Kopf bildete. Der Arzt musste den Schädel öffnen. Aufgrund der widrigen Lichtverhältnisse flutschte ihm jedoch die Arterie weg. Um die Blutung zu stoppen, benutzte er - einen Kaugummi.

  • 🍺

    3,5 Promille ohne einen Schluck Alkohol: Beim Auto-Brewery-Syndrom bilden sich Hefepilze im Verdauungstrakt. Die "brauen" dann einen ganz besonderen Cocktail.

Veröffentlicht: 10.03.2020 / Autor: Johannes Korsche

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