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Blind durch Fast Food? Ja, das gibt's

Weil seine Ernährung 10 Jahre lang nur aus 4 Sachen bestand, verlor Jake Thompson sein Augenlicht. Kann dir das auch passieren? Wir haben die Antwort.
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Das Wichtigste zum Thema Essstörung ARFID.

  • ARFID steht für Avoidant Restrictive Food Intake Disorder. Es handelt sich um eine Essstörung, bei der nur bestimmte Nahrungsmittel verzehrt werden.

  • Betroffene haben Angst vor bestimmten Lebensmitteln. Deshalb essen sie immer das Gleiche.

  • Oft kann nur eine Therapie helfen, bei der eine gesunde Beziehung zum Essen aufgebaut wird.

  • Ein Teenager aus Neuseeland futterte 10 Jahre lang nur Pommes, Chips, Chicken Nuggets und Toast. Er erblindete wegen Vitaminmangels.

  • Einem 17-jährigen Briten erging es ähnlich. Nachdem er jahrelang nur Pommes, Chips und Weißbrot gegessen hatte, wäre er beinahe erblindet. Auch sein Gehör wurde dauerhaft geschädigt.

Woher die Angst vor Lebensmitteln kommt

ARFID-Betroffene sind sehr wählerisch und lehnen einen Großteil von Lebensmitteln ab. Sei es wegen der Farbe, des Geruchs oder der Konsistenz. Nur kalt oder nur warm, nur hart oder nur weich - man isst eingeschränkt. Bestimmte Lebensmittel können sogar Würgereiz oder Panikattacken auslösen.

Mögliche Ursachen sind traumatische Erlebnisse, negative Erinnerungen an spezielle Speisen oder Störungen der Sinnesverarbeitung.

Die Essstörung und ihre Folgen

Die einseitige Ernährung ist gefährlich: Aufgrund des Vitamin- und Mineralmangels können Krankheiten entstehen.

Neben Diabetes, Gallensteinen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten bei Betroffenen auch psychische Probleme auf. Es kann auch zu Depressionen, Panikattacken, Gereiztheit kommen.

Pingelig beim Essen? Das kann viele Gründe haben

"Picky Eater" haben besondere Vorlieben und sind sehr pingelig. Manche Kinder essen nur gelbe Nahrungsmittel oder alles als Brei. Deshalb schrumpft die Zahl der akzeptierten Speisen stark.

Bei den "Supertastern" hat die Pingeligkeit einen anderen Grund: Die Anzahl der Geschmacksknospen ist zwei- bis dreimal so hoch wie bei "normalen" Essern. Das bedeutet, alles schmeckt entsprechend intensiv.

10 bis 15 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Superschmecker reagieren besonders empfindlich auf Bitterstoffe, die von Rezeptoren auf der Zunge registriert werden. Brokkoli, Spinat oder Grapefruit sind für sie ungenießbar. Zu süß darf's auch nicht sein.

Veröffentlicht: 21.01.2020 / Autor: Galileo