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Drogen in der Medizin: Wie LSD, Magic Mushrooms und Co. helfen sollen

Drogen gegen Depressionen, Angststörungen oder Schmerzen? Die schon zu Hippie-Zeiten umstrittenen Psychedelika feiern in der medizinischen Forschung gerade ein Comeback. Sogar an der Börse ist der Hype um die Substanzen schon angekommen. 

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Das Wichtigste zum Thema Psychedelika

  • Psychedelika sind Substanzen, die eine Bewusstseins-Veränderung bewirken. Die Sinne werden geschärft, es kann zu Halluzinationen kommen.

  • Derzeit gibt es einen Investitions-Hype um Biotech-Firmen, die zum Einsatz von Psychedelika in der Medizin forschen.

  • Der Begriff Psychedelika setzt sich zusammen aus Psyche (Seele) und “delos” (offenbar, offenkundig).

  • Bekannte Psychedelika sind LSD, MDMA (Ecstasy), Psilocybin (Magic Mushrooms), Ayahusca.

  • Achtung: In Deutschland und den meisten anderen Ländern sind Herstellung, Besitz und der Konsum von Psychedelika verboten. Sie unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz - und selbst für wissenschaftliche Zwecke ist der Besitz nur mit Sondererlaubnis legal.

Der Einsatz von Psychedelika in der Medizin

#1 Psilocybin oder LSD bei Depressionen und Ängsten

Bei Krebspatienten sollen gute Erfolge mit Psilocybin erreicht worden sein, um ihnen die Angst vor dem Tod zu nehmen. Dazu führte Roland Griffiths 2016 eine Studie an der Johns Hopkins Universität mit 51 Krebspatienten mit lebensbedrohlicher Diagnose durch. Depressionen und Angstzustände wurden abgemildert, die Patienten fühlten sich angeblich besser und optimistischer.

Am Imperial College London untersuchte man die Wirkung von Psilocybin aus Pilzen an 12 langjährigen Patienten mit mittelschweren bis schweren Depressionen. Sie standen dabei unter ständiger Beobachtung von Ärzten. Die Symptome wurden offenbar gelindert, es gab allerdings auch einen Studienteilnehmer, der Wahnvorstellungen bekam.

#2 MDMA bei Posttraumatischen Belastungsstörungen

MDMA ist der Wirkstoff der Partydroge Ecstasy und soll begleitend zu einer Psycho-Therapie bei posttraumatischen Belastungsstörungen helfen können - so die Vermutung nach ersten Forschungen und Studien, in denen die Teilnehmer niedrige Dosen unter permanenter Beobachtung erhielten. Die Betroffenen sollen sich an das Erlebte ohne Panik erinnern und es verarbeiten können. Die Forschungen dazu sind aber noch lange nicht abgeschlossen.

Hinweis: Die Studien zum Einsatz von Psychedelika in der Medizin wurden nur mit wenigen Teilnehmern durchgeführt und gelten als teils nicht sehr aussagekräftig. Die Forschung steht hier noch am Anfang. Zudem wurden die Teilnehmer stets medizinisch begleitet. Auf keinen Fall sollte man eine Selbstmedikation starten! Psychedelika fallen unter das Betäubungsmittelgesetz, sind illegal und können dir ernsthaft schaden.

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Geschichte und Mythen rund um Psychedelika

  • 👨🏻‍⚕️

    1943 entdeckte der Chemiker Albert Hofmann LSD durch Zufall bei Forschungen für den Pharmakonzern Sandoz.

  • 🌸

    In der Hippie- und Flower-Power-Zeit kamen Psychedelika in Verruf und wurden Anfang der 70er verboten. Es kam zu Schwerverbrechen und Selbstmorden in Verbindung mit LSD.

  • 💊

    Bei häufigem LSD-Konsum lässt die Wirkung nach. Eine höhere Dosierung kann sogenannte Horror-Trips zur Folge haben.

  • 📃

    LSD wird oft auf Löschpapier mit verschiedenen Motiven aufgebracht und so in Umlauf gebracht.

Was ist Micro-Dosing?

  • Micro-Dosing ist ein Trend, der sogar im amerikanischen Silicon Valley viele Anhänger gefunden hat. Dabei soll die Kreativität und Leistungsfähigkeit mit geringen Dosen von Psychedelika gesteigert werden.

  • Die geringen Mengen sollen keinen Trip auslösen. Es wird offenbar nur ein Zehntel der gewöhnlichen LSD-Menge genutzt, 2 bis 3-mal die Woche.

  • Angeblich soll Micro-Dosing leistungsfähiger machen, es gibt aber bisher kaum Belege dafür. Und: Psychedelika sind illegal! Wer sie besitzt oder konsumiert, macht sich strafbar. Zudem ist der Konsum auf eigene Faust gefährlich.

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Veröffentlicht: 04.07.2020 / Autor: Galileo