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Frage des Tages: Warum haben Männer eigentlich Brustwarzen?

Frauen stillen, Männer nicht. Trotzdem haben Männer Brustwarzen. Warum das so ist, erfährst du hier.

Darum geht's genau

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    Liegt in der Art: Die meisten männlichen Säugetiere haben Brustwarzen, obwohl die Weibchen den Nachwuchs stillen. Die Evolution hat die scheinbar nutzlosen Brustverzierungen bei Männchen trotzdem nicht abgeschafft.

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    Funktionierender Männerbusen: In einer frühen Phase der Produktion der Antibabypille atmeten Arbeiter in einer mexikanischen Fabrik am Fließband Östrogen-Staub ein. Dadurch wuchsen die sonst nur angelegten Brustdrüsen zu funktionstüchtigen Brüsten heran.

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    Stillende Männer: Alexander von Humboldt erwähnt in einem Bericht von 1859 Väter, die nach dem Tod ihrer Frau das Kind spontan mit Milch versorgten. In der modernen Medizin sind solche Fälle nicht bekannt.

Das sagt Professor Carsten Niemitz, Anatom und Biologe an der Freien Universität Berlin

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    Der Mensch ist als Embryo zwittrig angelegt. Die Anlage der Brustwarzen kann man bei Mädchen und Jungen ab einer Scheitel-Steiß-Länge von etwa 7 Millimetern finden. Das entspricht einem Embryonalalter von 34 Tagen.

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    Zwischen der 8. und 10. Schwangerschaftswoche bilden Embryonen ihre Geschlechtsmerkmale aus. Das (männliche) Y-Chromosom stößt die Entwicklung der männlichen Sexualorgane an, die dann das Sexualhormon Testosteron bilden. Es verhindert später die Entwicklung von Brüsten.

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    Die männliche Brust hat aber alle Voraussetzungen zum Stillen - so etwa die Milchdrüsen und -gänge, die aber verkümmern.

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    Brustwarzen sind sehr empfindlich auf Temperaturen und Berührungen. Viele Männer empfinden zärtliche Berührungen dort als erogen. Wenn man diese Wirkung als "nützlich" einstufen will, ist die Brustwarze also nicht sinnlos.

Das solltest du dir merken

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    Nicht nur die Anlage der Brustwarzen haben Mann und Frau als Embryo gemeinsam, sondern auch das knorpelige Skelett des Kehlkopfes. Durch das Hormon Testosteron wird es beim Mann im Laufe der Entwicklung größer (Adamsapfel) als bei der Frau. Vermutlich ist es für den Körper günstiger, bei Embryos einen Grundbauplan anzulegen und in der Folge hormonell zu steuern, welche Funktionen aktiv werden.

Veröffentlicht: 19.02.2020 / Autor: Melanie Khoshmashrab