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Warum schwitzen wir nachts eigentlich?

Das T-Shirt ist klitschnass, die Haare kleben im Nacken - schon wieder schweißgebadet aufgewacht? Woran das liegen könnte und ab wann es gefährlich ist.

Das Wichtigste zum Thema Nachtschweiß

  • Schwitzen ist eine natürliche Regulation der Körpertemperatur und auch nachts normal und unproblematisch - zumindest solange es nicht so heftig ist, dass Schlafkleidung oder Bettzeug durchnässt sind.

  • Wenn jemand ohne körperliche Anstrengung stark schwitzt, sprechen Mediziner von einer Hyperhidrose.

  • Bis zu 1,5 Liter Schweiß pro Nacht gelten als normal. Davon bekommen wir aber eigentlich kaum etwas mit.

  • Während wir tagsüber eher an den Achseln, Füßen und Handinnenflächen schwitzen, rinnt der Nachtschweiß häufig eher am Oberkörper und Kopf.

  • Übrigens wachen wir nicht auf, weil es zu heiß ist, sondern weil wir durch die Verdunstungskälte frieren.

Was hilft gegen Schweiß?

Bodywar: Schweiß

Was hilft gegen Schweiß?

Jeder weiß, dass Schwitzen für den Körper irgendwie wichtig ist. Aber Schweiß nervt auch. Stinkende Füße, feuchte Achseln, klebrige Hände. Muss das wirklich sein?

5 Tipps damit du nachts weniger schwitzt

  • 🌡

    Ganz einfach: Heizung runterdrehen. Die ideale Schlafraumtemperatur liegt bei 18°C.

  • 💧

    Auch ein Luftbefeuchter kann helfen. Denn ist es zu stickig, schwitzen wir schneller. Die ideale Luftfeuchtigkeit für erholsamen Schlaf liegt bei 40 bis 60 Prozent.

  • 😴

    Statt im kuschligen Pyjama lieber nur in Unterwäsche - oder sogar ganz nackt - schlafen.

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    Bettwäsche aus Microfaser ist zwar im Winter schön warm, lässt aber nur wenig Luftzirkulation zu. Baumwollgewebe reguliert die Temperatur besser. Auch die Matratze sollte Atmen und den nachts aufgesogenen Schweiß wieder loswerden können - ein Lattenrost ist deshalb essenziell.

  • 🚫

    Wer häufiger Probleme mit Nachtschweiß hat, sollte vor dem Schlafengehen auf Alkohol und scharfe Speisen verzichten.

Ab wann Nachtschweiß problematisch ist, erklärt Schlafforscher Dr. Alfred Waiter

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    Konstitutionell bedingt schwitzen einige Menschen besonders heftig. Da kann Übergewicht eine Rolle spielen, aber auch Stress, übermäßiges und scharfes Essen am Abend, Alkohol und auch Drogen.

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    Übermäßiges Schwitzen kann auch ein Krankheitssymptom sein, insbesondere wenn es neu auftritt. Häufigste Ursachen sind Infektionskrankheiten, hormonelle Störungen in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion.

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    Auch chronische Erkrankungen wie Diabetes können mit heftigerem Schwitzen einhergehen.

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    Besondere Vorsicht ist geboten bei Säuglingen, die plötzlich im Schlaf extrem schwitzen, obwohl sie nicht zu warm gekleidet sind und auch die Umgebungstemperatur ok ist. Das könnte Ausdruck einer erhöhten Gefährdung für den plötzlichen Säuglingstod sein.

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    Ungewöhnlich häufige und heftige Schweißausbrüche in der Nacht sollten unbedingt mit einem Arzt abgeklärt werden. Besonders dringlich ist es, wenn Fieber und Gewichtsabnahme damit einhergehen.

Veröffentlicht: 14.07.2020 / Autor: Anna Ullrich