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FSME- und Borreliose-Fälle auf Rekordhoch: So schützt du dich vor Zecken

2020 gab es so viel FSME-Fälle wie noch nie. Und auch dieses Jahr erwarten Experten mehr FSME- und Borreliose-Erkrankungen als sonst. Wieso die Zahlen steigen, welche neuen FSME-Risikogebiete es gibt - und wie du dich am besten vor Zecken schützt.
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Das Wichtigste zum Thema Zecken, FSME und Borreliose

  • Zecken können viele verschiedene Krankheiten übertragen - in Deutschland vor allem Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

  • Borreliose wird durch [Bakterien] (https://www.galileo.tv/gesundheit/ohne-bakterien-koennen-wir-nicht-leben-doch-manche-machen-auch-krank/) verursacht und FSME durch [Viren] (https://www.galileo.tv/corona/was-viren-eigentlich-sind-und-was-sie-in-deinem-koerper-machen/), die in der Zecke leben und beim Stich in unser Blut gelangen.

  • FSME kann zu einer lebensgefährlichen Hirnhautentzündung führen. Du kannst dich allerdings mit einer Impfung schützen.

  • Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, du kannst dein Risiko aber senken, indem du die Zecke möglichst schnell entfernst. Mehr zu den beiden Krankheiten sowie der Impfung >> unten.

  • Saugt eine Zecke [Blut] (https://www.galileo.tv/gesundheit/wie-gut-kennst-du-dich-mit-deiner-blutgruppe-aus/), schwillt ihr Körper immer weiter an. Dadurch verändert sich ihre Farbe zu silbrig bis weiß. Bei [weißen Zecken] (https://www.galileo.tv/gesundheit/zecken-und-weisse-zecken/) handelt es sich also nicht um eine eigene Art.

  • Übrigens: Eine Zecke beißt nicht, sie sticht. Und zwar mit ihrem Stechrüssel. Der umgangssprachlich verbreitete ZeckenBISS ist also in Wahrheit ein ZeckenSTICH.

Der Unterschied zwischen FSME und Borreliose

FSME: Neue Risikogebiete und starker Anstieg der Fallzahlen

2020 wurden 704 FSME-Erkrankungen gemeldet, 259 mehr als 2019. So viele Fälle gab es noch nie im Verlauf der 19-jährigen Datenerfassung. Auch dieses Jahr rechnen Experten mit überdurchschnittlich vielen FSME-Erkrankungen. Das Gleiche gilt für Borreliose. Dafür gibt es vor allem 2 Gründe:

  • Der Klimawandel schafft ideale Bedingungen für Zecken. Die Folge: Immer öfter sind die Insekten auch im Winter aktiv (und vermehren sich), da sie aufgrund der höheren Temperaturen nicht oder nur kurz in Winterruhe fallen. Außerdem breiten sich wärmeliebende Zeckenarten immer weiter aus.
  • Durch die Corona-Pandemie halten sich mehr Leute im Freien auf, wandern oder gehen in den Wald. Zudem verbringen sie ihren Urlaub statt auf Mallorca auf dem heimischen Campingplatz.

FSME-Risikogebiete 2021 in Deutschland

169 Kreise gelten als FSME-Risikogebiete. Dort erkrankten in den letzten 5 Jahren mehr als einer pro 100.000 Einwohner an FSME.

Ein besonders hohes Risiko für FSME gibt es in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, Sachsen und im südöstlichen Thüringen. Dazu kommen einzelne Risikogebiete in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen.

Neu hinzugekommen sind in Bayern (Dillingen a. d. Donau), Hessen (Fulda), Sachsen (Mittelsachsen), Thüringen (Weimarer Land) und in Sachsen-Anhalt (Dessau-Roßlau).

FSME Risikogebiete 2021


FSME-Risikogebiete in Deutschland (Stand: 18.01.2021); hellblau = neu hinzugekommene Risikogebiete
© Robert Koch-Institut

Die FSME-Impfung

Wenn du in einem Risikogebiet lebst und oft draußen bist, ist eine FSME-Impfung sinnvoll - ebenso, wenn du dort einen Wanderurlaub machst. Die Kosten werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Für einen zuverlässigen Schutz vor FSME sind 3 Impfungen erforderlich. Die ersten beiden werden gewöhnlich im Abstand von 1 bis 3 Monaten gegeben, die dritte je nach Impfstoff 5 bis 12 oder 9 bis 12 Monate nach der ersten verabreicht. Nach 3 bis 5 Jahren wird eine Auffrisch-Impfung empfohlen.

Die FSME-Impfung ist für Erwachsene und Kinder in der Regel gut verträglich. Zu möglichen Nebenwirkungen innerhalb der ersten Tage zählen unter anderem Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle.

Wie gut sind Anti-Zecken-Socken?

Neuerdings gibt es Socken, die Zecken fernhalten sollen. Doch bringen die wirklich den erhofften Schutz gegen die Insekten? "Galileo" macht den Test.

Wie du dich am besten vor einem Zeckenstich schützt

  • 🧦

    Ziehe lange, helle Kleidung an, wenn du in den Wald und Garten gehst. Auf hellem Stoff sind Zecken besonders schnell erkennbar. Schiebe die Socken über deine Hosenbeine.

  • 🌿

    Versuche die hohe Vegetation am Wegesrand beim Gehen nicht zu berühren. Verlasse nicht die Spazierwege im Wald.

  • 💧

    Trage schon zu Hause Zeckenschutz-Mittel auf. Das schützt dich rund 1 bis 3 Stunden. Danach musst du es erneut aufgetragen.

  • 🕵️‍♂️

    Suche nach der Rückkehr deinen Körper nach Zecken ab. Die kleinen Krabbler lieben dünne, warme Hautstellen. Schau daher besonders Arme, Kniekehlen, Hals, Kopf und den Intimbereich an.

  • 💉

    Gegen FSME gibt es eine Impfung. Die ist vor allem sinnvoll, wenn du in einem Risikogebiet lebst oder dort einen Wander- oder Zelturlaub verbringst.

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Veröffentlicht: 12.03.2021 / Autor: Larissa Melville