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FSME- und Borreliose-Gefahr: So schützt du dich vor Zecken

FSME- und Borreliose-Erkrankungen haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Wieso die Zahlen steigen, welche neuen Risikogebiete es gibt - und wie du dich am besten vor Zecken schützt. Im Clip: So entfernst du Zecken richtig.
FSME- und Borreliose-Gefahr: So schützt du dich vor Zecken
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Das Wichtigste zum Thema Zecken, FSME und Borreliose

  • Zecken können viele verschiedene Krankheiten übertragen - in Deutschland vor allem Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

  • Borreliose wird durch Bakterien verursacht und FSME durch Viren, die in der Zecke leben und beim Stich in unser Blut gelangen.

  • FSME kann zu einer lebensgefährlichen Hirnhaut-Entzündung führen. Du kannst dich allerdings mit einer Impfung schützen.

  • Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, du kannst dein Risiko aber senken, indem du die Zecke möglichst schnell entfernst. Mehr zu den beiden Krankheiten sowie der Impfung findest du unten.

  • Saugt eine Zecke Blut, schwillt ihr Körper immer weiter an. Dadurch verändert sich ihre Farbe zu silbrig bis weiß. Bei weißen Zecken handelt es sich also nicht um eine eigene Art.

  • Übrigens: Eine Zecke beißt nicht, sie sticht. Und zwar mit ihrem Stechrüssel. Der umgangssprachlich verbreitete ZeckenBISS ist also in Wahrheit ein ZeckenSTICH.

Wie gut kennst du dich mit Zecken aus?

Willst Du noch mehr über Zecken erfahren?

  • ✔️

    Erfahre hier, welche Entwicklungsstadien Zecken im Laufe ihres Lebens durchlaufen und warum die weiße Zecke giftig ist.

Der Unterschied zwischen FSME und Borreliose

FSME- und Borreliose-Erkrankungen

2020 war ein Rekordjahr. Es wurden 704 FSME-Erkrankungen gemeldet, 259 mehr als 2019. So viele Fälle gab es noch nie im Verlauf der 19-jährigen Datenerfassung. 2021 wurden 390 FSME-Erkrankungen übermittelt. Auch dieses Jahr rechnen Expert:innen wieder mit vielen FSME-Erkrankungen. Die Risiko-Karte wird 2022 erneut erweitert.

Auch Borreliose-Erkrankungen nehmen in Deutschland zu. Allerdings werden diese Fälle nicht bundesweit einheitlich erfasst. Borreliose-Erkrankungen werden nur von neun Bundesländern offiziell gemeldet. Den Erreger können Zecken überall in Deutschland übertragen. Am höchsten ist die Gefahr laut der Zahlen des RKI in Bayern - mit den meisten Fällen pro Einwohner in den fünf fünf Jahren in den Kreisen Regen und Freyung-Grafenau. Viele Borreliose-Fälle treten auch in den südöstlichen Teilen Sachsens auf.

Borreliose-Bakterien finden sich vor allem im Darm der Zecken. Wer die Zecke rechtzeitig entfernt, kann eine Infektion oft noch verhindern. Nur ein kleiner Teil der Menschen, die sich mit Borreliose infizieren, erkranken auch - laut RKI sind es nur bis zu 1,4 Prozent.

Warum sich FSME- und Borreliose-Erkrankungen häufen:

  • Der Klimawandel schafft ideale Bedingungen für Zecken. Die Folge: Immer öfter sind die Insekten auch im Winter aktiv (und vermehren sich), da sie aufgrund der höheren Temperaturen nicht oder nur kurz in Winterruhe fallen. Außerdem breiten sich wärmeliebende Zecken-Arten immer weiter aus.
  • Aufgrund der Corona-Pandemie halten sich noch immer viele Menschen im Freien auf, wandern oder gehen in den Wald. Ihren Urlaub verbringen viele beim Campen in der Natur.

FSME-Risikogebiete 2022 in Deutschland

2022 werden die Risikogebiete in Deutschland erneut erweitert. Neu hinzu kommen die Stadtkreise Chemnitz und Solingen sowie die Landkreise Görlitz, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße.

Somit gelten dann 175 Kreise als FSME-Risikogebiete. Dort erkrankten in den vergangenen fünf Jahren mehr als einer pro 100.000 Einwohner:innen an FSME.

Ein besonders hohes Risiko für FSME gibt es in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, Sachsen und im südöstlichen Thüringen. Dazu kamen in den vergangenen Jahren immer mehr einzelne Risikogebiete.

Risikogebiete: Hier erkranken besonders viele Menschen an FSME

Veränderte FSME-Risikogebiete in Deutschland

Die Karte zeigt, die neusten Veränderungen bei den FSME-Risikogebieten in Deutschland

Die FSME-Impfung

Wenn du in einem Risikogebiet lebst und oft draußen bist, ist eine FSME-Impfung sinnvoll - ebenso, wenn du dort einen Wanderurlaub machst. Die Kosten werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Für einen zuverlässigen Schutz vor FSME sind drei Impfungen erforderlich. Die ersten beiden werden gewöhnlich im Abstand von ein bis drei Monaten gegeben, die dritte je nach Impfstoff fünf bis zwölf oder neun bis zwölf Monate nach der ersten verabreicht. Nach drei bis fünf Jahren wird eine Auffrischungs-Impfung empfohlen.

Die FSME-Impfung ist für Erwachsene und Kinder in der Regel gut verträglich. Zu möglichen Nebenwirkungen innerhalb der ersten Tage zählen unter anderem Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle.

Wie gut sind Anti-Zecken-Socken?

Wie gut sind Anti-Zecken-Socken?

Socke ist nicht gleich Socke! Denn neuerdings gibt es Socken, die Zecken und Mücken fernhalten sollen. Doch bringen diese wirklich den erhofften Schutz gegen die Insekten? "Galileo" macht den Test.

Wie du dich am besten vor einem Zeckenstich schützt

  • 🧦

    Ziehe lange, helle Kleidung an, wenn du in den Wald und Garten gehst. Dies hält beispielsweise nicht nur Kriebelmücken fern, sondern auch Zecken. Auf hellem Stoff sind Zecken besonders schnell erkennbar. Schiebe die Socken über deine Hosenbeine.

  • 🌿

    Versuche die hohe Vegetation am Wegesrand beim Gehen nicht zu berühren. Verlasse nicht die Spazierwege im Wald.

  • 💧

    Trage schon zu Hause Zeckenschutz-Mittel auf. Das schützt dich rund ein bis drei Stunden. Danach musst du es erneut aufgetragen.

  • 🕵️‍♂️

    Suche nach der Rückkehr deinen Körper nach Zecken ab. Die kleinen Krabbler lieben dünne, warme Hautstellen. Schau daher besonders Arme, Kniekehlen, Hals, Kopf und den Intimbereich an.

  • 💉

    Gegen FSME gibt es eine Impfung. Die ist vor allem sinnvoll, wenn du in einem Risikogebiet lebst oder dort einen Wander- oder Zelturlaub verbringst.

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Veröffentlicht: 23.04.2022 / Autor: Larissa Melville