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Gelähmt im Schlaf: Das hilft gegen Schlafparalyse

Es klingt wie ein Alptraum: Du wachst auf und kannst dich nicht mehr bewegen. Eine Schlafparalyse kann furchteinflößend sein. Die gute Nachricht: Sie ist nicht gefährlich. Was dahinter steckt.

Das Wichtigste zum Thema Schlafparalyse

  • Schlafparalyse ist ein medizinischer Fachbegriff. Oft wird sie auch als Schlaflähmung oder Schlafstarrheit bezeichnet.

  • Betroffene wachen dabei aus dem Schlaf auf und können nur noch ihre Augen bewegen. Arme und Beine sind wie gelähmt, auch Sprechen ist nicht möglich.

  • Das kann Panik auslösen. Tatsächlich ist die Schlafparalyse aber nicht gefährlich.

  • Die Lähmung hält meist mehrere Sekunden bis einige Minuten an. Der Zustand kann sich beim Einschlafen und beim Aufwachen bemerkbar machen.

Was genau ist Schlafparalyse?

Die Schlafparalyse zählt zu den Schlafstörungen. Sie tritt meist dann auf, wenn du dich noch in der so genannten Tiefschlafphase namens REM (Rapid Eye Movement) befindest. Dabei träumst du, und nur die Augenmuskeln bewegen sich.

Der Rest des Körpers ist laut einer Theorie der Wissenschaftler wie gelähmt, damit er die Bewegungen aus dem Traum nicht wirklich ausführt.  Das ist eine Art Schutzmechanismus, damit wir nicht aus dem Bett fallen. Wenn wir aber zu früh aufwachen, bekommen wir den Lähmungszustand bei vollem Bewusstsein mit. Das Gehirn war in dem Fall also schneller als der Körper.


In der REM-Schlafphase schützt uns die Schlafstarre davor, aus dem Bett zu fallen.
© Getty Images

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

  • Häufig tritt sie in Verbindung mit einer Narkolepsie auf. Das ist eine Krankheit, bei der Menschen plötzlich mitten am Tag einschlafen. Die Schlafparalyse gibt es aber auch unabhängig von dieser Erkrankung.

  • Manche Betroffene haben begleitend zu dem Lähmungszustand Halluzinationen oder Albträume. Sie denken beispielsweise, es stünde eine Person vor ihrem Bett. Andere berichten von Geräuschen, die sie zu hören glauben.

Das kannst du gegen Schlafparalyse tun

  • 🛌

    Schlafen in Rückenlage begünstigt das Phänomen offenbar. Deshalb besser in Seitenlage oder auf dem Bauch schlafen.

  • Ausreichend Schlafen und auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus achten. Also ungefähr immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen und aufstehen.

  • 🧘🏽‍♂️

    Stress vermeiden und Entspannungs-Strategien anwenden. Zum Beispiel Yoga oder Meditation. Auch Hypnose soll sich bewährt haben.

Hattest du schon einmal eine Schlafstarre?

Junge Menschen leiden häufiger unter Schlafparalyse

Häufiger betroffen sind  junge Menschen, die unter Stress stehen und einen unregelmäßigen Schlafrhythmus haben. Daneben tragen Schlafmangel und Schlafstörungen dazu bei - zum Beispiel bei Schichtarbeitern. Aber auch intensiver Drogen- und Alkoholmissbrauch sowie psychische Erkrankungen wie eine Angststörung können die Schlafstarre fördern.

Laut verschiedener Quellen haben rund 8 Prozent der Bevölkerung schon einmal im Leben eine Schlafparalyse erlebt. Die US-Wissenschaftler Brian A. Sharpless und Jacques P. Barber analysierten 35 Studien zur Schlafparalyse. Ergebnis: 28 Prozent der Studenten waren schon mal davon betroffen, bei psychisch Erkrankten waren es rund 32 Prozent.

Veröffentlicht: 01.09.2020 / Autor: Bianca Leppert