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Mahlzeit! Warum wir jetzt wieder häufiger gemeinsam essen sollten

Seit einigen Tagen dürfen wir uns wieder zum Essen verabreden. Zwar mit strengen Regeln, aber immerhin. Warum wir diese neue Freiheit jetzt fleißig nutzen sollten - und wie davon unsere Gesundheit und Figur profitieren.
Gemeinsame Mahlzeiten sind gut für die Gesundheit und Figur.

Das Wichtigste zum Thema gemeinsames Essen

  • Auch schon vor Corona fanden 3/4 aller Deutschen gemeinsame Mahlzeiten wichtig. Bei Familien mit Kindern sind es 95 Prozent. Das ergab die Nestlé-Studie "So is(s)t Deutschland", die mit dem Institut für Demoskopie Allensbach entstand.

  • Wunsch und Wirklichkeit klaffen jedoch auseinander. Nur jeder Zweite isst mittags in Gesellschaft und gerade einmal 39 Prozent frühstücken zusammen.

  • Die Gründe dafür sind fehlende Zeit, unterschiedliche Tagesabläufe und Stress. Unter Zeitdruck arbeiten viele durch oder essen allein am Schreibtisch.

  • Dementsprechend hat sich das Angebot verändert. Heute gibt es mehr To-Go-Produkte, Streetfood und Schnellrestaurants als früher.

  • Kommt die "Snackification“? Manche Zukunftsforscher glauben, dass feste Mahlzeiten ganz der Vergangenheit angehören werden und wir in Zukunft nur noch Häppchen über den Tag verteilt essen werden.

  • Durch den Lockdown mit seinen geschlossenen Restaurants und dem wochenlangen Home-Office ist die Sehnsucht nach gemeinsamen Essensverabredungen aber wieder gewachsen. Warum das gut ist und wir viel öfter gemeinsam schlemmen sollten, erfährst du hier.

Das bringen gemeinsame Mahlzeiten der Gesundheit

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    Zusammen essen beugt Übergewicht und Essstörungen vor, fand Prof. Barbara Fiese von der Universität Illinois heraus. Schon 3 gemeinsame Mahlzeiten pro Woche haben bei Kindern und Jugendlichen messbare Effekte.

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    Gemeinsame Mahlzeiten fördern das Wohlbefinden. Eine Umfrage unter 8.000 Briten zeigte, dass es unglücklich macht, allein essen zu müssen.

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    Männer ernähren sich bewusster, wenn sie gemeinsam mit ihrer Partnerin essen, sagt Prof. Jutta Mata von der Universität Basel.

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    Speisen Kollegen zusammen, wird das Team leistungsfähiger. Das ergab eine Studie von Kevin Kniffin von der Cornell University. Es bessert das Arbeitsklima, steigert den Zusammenhalt und den Erfolg.

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    Paare, die zusammen essen, sind glücklicher - so eine Studie von Harry Benson von der University of Lincoln. Aber: Sie sollten dabei ihr Handy beiseitelegen.

Dinner auf Distanz oder mit Wildfremden - so geht's

Du möchtest noch nicht wieder im Restaurant essen? Oder dir fehlt im Moment die Zeit, mit deinen Kollegen die Mittagspause oder deinen Abend mit Freunden zu verbringen?

Dann gibt es coole Alternativen: Verabrede dich mit Freunden zum gemeinsamen Kochen mittels Video-Call oder zum Abendessen. Handy oder Laptop dürfen in dieser Ausnahmesituation zum Essen bleiben - eigentlich ein No-Go am Tisch.

Keiner da? Iss doch mal mit Fremden!

2010 kam in New York die Idee des Social Dining auf. Dabei verabreden sich Wildfremde übers Internet zum gemeinsamen Essen. Plattformen sind z. B. Meetup, Eatwith oder Traveling Spoon auf Reisen.

Es gibt verschiedene Varianten des Social Dining: Manche servieren unbekannten Gästen in ihrer Wohnung ein Abendessen, andere verabreden sich zum gemeinsamen Kochen oder einem Picknick draußen.

5 Regeln: So wird das gemeinsame Essen zum Erfolg - und besonders gesund

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    Lass dir Zeit und iss in Ruhe: Schnelles Runterschlingen ist ohnehin nicht gut für die Verdauung.

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    Verzichte auf Medien: Fernseher und Smartphone haben während des Essens Pause.

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    Verschiebe Streitpunkte auf später: Sonst ist die schöne Atmosphäre schnell dahin.

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    Schnippelt zusammen: Das gemeinsame Vorbereiten von Mahlzeiten macht Spaß und verbindet.

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    Koch was Gutes: Fertiggerichte enthalten zu viel Zucker und ungesunde Konservierungsstoffe.

Kennst du das berühmteste gemeinsame Essen?

Kein gemeinsames Essen ist so berühmt wie "Das letzte Abendmahl" in der Bibel. Es ist das letzte Abendessen, das Jesus gemeinsam mit den 12 Aposteln vor seiner Kreuzigung einnimmt. Auf dem Tisch kommt dabei übrigens Lamm.

Das bekannte Wandgemälde von Leonardo da Vinci hängt im Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie in Mailand und ist 9,04 Meter lang und 4,22 Meter breit. Es stammt aus dem späten 15. Jahrhundert.

© dpa - Fotoreport

Veröffentlicht: 22.05.2020 / Autor: Chris Tomas