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Wie Gene dein Aussehen und deine Eigenschaften bestimmen

Jede Zelle in deinem Körper enthält 2 Meter DNA. Dort befinden sich deine Gene, die dich zu der Person machen, die du bist. Was Gene genau sind und wie sie deine Haarfarbe, Größe oder auch Intelligenz bestimmen, erfährst du hier.
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Das Wichtigste zum Thema Gene

  • Ein Gen, auch Erbanlage genannt, ist ein bestimmter Abschnitt auf der DNA. Er enthält die Information für dein Aussehen oder deine Eigenschaften - etwa deine Größe oder Intelligenz.

  • Häufig entscheidet nicht ein einziges Gen über ein Merkmal, sondern mehrere zusammen - oft sogar hunderte.

  • Auch Umweltfaktoren wie Ernährung und Erziehung beeinflussen, wie jemand aussieht oder welche Persönlichkeit er entwickelt. Die Gene bilden dabei aber stets die Grundlage.

  • Deine Größe ist beispielsweise zu 80 Prozent genetisch festgelegt. Wie es mit der Intelligenz aussieht, steht weiter unten.

  • Rund 23.000 Gene besitzt ein Mensch. Über die genaue Anzahl streiten sich die Wissenschaftler noch. Deine kompletten genetischen Informationen heißen Genom.

Vom Gen zum Protein, vom Protein zum Merkmal

Die Gene selbst färben deine Haare nicht braun oder lassen dich wachsen. Sie stoßen diese Prozesse an, ausgeführt werden sie später von Proteinen.

Deine Gene enthalten die Bauanleitungen anhand denen dein Körper aus Aminosäuren Proteine zusammenbaut. Ein Protein besteht dabei aus einer Kette von über 100 Aminosäuren.

👉 Und so funktioniert's:

Deine Gene bestehen aus DNA. Die ist wiederum aus 4 verschiedenen Bauteilen, sogenannten Nukleotiden, zusammengesetzt. Dabei unterscheiden sich die Nukleotide nur in einem Punkt: Sie enthalten entweder die Base Adenin, Cytosin, Guanin oder Thymin. Und genau das ist entscheidend.

Die Reihenfolge der Nukleotide auf der DNA beziehungsweise dem Gen sagt deinem Körper, welche der 20 Aminosäuren er an welcher Stelle in einem bestimmten Protein einbauen muss. Immer 3 Nukleotide in einer bestimmten Reihenfolge stehen für eine Aminosäure.

☝ Im Clip oben erklären wir dir das Ganze anschaulich mit Grafiken.

Ohne Gene keine Proteine, ohne Proteine keine Menschen

  • 🧱

    Proteine sind die wichtigsten Bau- und Betriebsstoffe des Körpers. Ohne sie würde nichts funktionieren: Sie bestimmen die Struktur, Funktion und Aktivität jeder deiner Zellen.

  • 📌

    Wissenschaftler schätzen, dass es 80.000 bis 400.000 verschiedene menschliche Proteine gibt. Aus einem Gen können nämlich oft mehrere Proteine entstehen.

  • 💪

    Proteine sind Bausteine für Haut, Haare, Nägel, Bindegewebe, Knorpel, Knochen, Organe und Muskeln.

  • 👩

    Sie sind dafür verantwortlich, ob mehr dunkler oder heller Farbstoff in deine Haare eingelagert wird.

  • 🤢

    Proteine schützen dich als Antikörper vor Krankheitserregern und ermöglichen die Blutgerinnung.

  • 📏

    Als Hormone regulieren sie beispielsweise dein Wachstum oder als Insulin deinen Blutzuckerspiegel.

  • 🌀

    Proteine transportieren lebenswichtige Stoffe wie Sauerstoff und Hormone.

  • 🥨

    Enzyme sind ebenfalls Proteine. Ohne sie könnte dein Körper zum Beispiel Essen nicht verwerten. Dein ganzer Stoffwechsel ist von Enzymen abhängig.

Der Körper braucht Proteine!

Damit in deinem Körper alles rund läuft, musst du über die Nahrung Proteine aufnehmen. Bei der Verdauung werden diese zu Aminosäuren gespaltet - und der Körper kann sie nach den Bauplänen der Gene zu neuen körpereigenen Proteinen zusammenbauen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen am Tag 0,8 Gramm Protein pro Körpergewicht.

Wenn du zum Beispiel 70 Kilo wiegst, solltest du 56 Gramm Proteine täglich essen.

Diese Lebensmittel sind reich an Proteinen

Die brauchst du unbedingt: Die 9 essenziellen (unentbehrlichen) Aminosäuren

Wichtig ist, dass in deinem Essen die 9 essenziellen Aminosäuren enthalten sind: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin sowie Histidin. Denn: Dein Körper kann sie nicht selbst herstellen. Er braucht sie aber zum Bau von Proteinen.

Wenn du dich ausgewogen ernährst, wird der Bedarf an allen Aminosäuren in der Regel gedeckt - vor allem, wenn du Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier isst. Pflanzliche Proteine sind dagegen nicht ganz so ideal, da sie oft nicht alle essenziellen Aminosäuren beinhalten.

Falls du Veganer bist, achte darauf, pflanzliche Proteine gut zu kombinieren. Ideal ist die Kombi aus Getreide und Hülsenfrüchten (etwa Linsengemüse mit Reis oder Erbseneintopf mit Brot), weil sich die enthaltenen Aminosäuren hier gut ergänzen.

Gene und Umwelteinflüsse: Häufig ist beides entscheidend

  • 👁️‍🗨️

    Wie deine Merkmale genau ausgeprägt sind, bestimmen oft nicht nur Gene, sondern auch Umwelteinflüsse. Genauer gesagt: Die Gene legen einen Variationsbereich fest, innerhalb dem äußere Umweltfaktoren deine Merkmale mehr oder weniger stark beeinflussen können.

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    Deine erblich festgelegte Hautfarbe etwa wird durch UV-Licht verändert - du wirst braun.

  • 📏

    Deine Größe ist zu 80 Prozent erblich durch mehrere Gene festgelegt. Die restlichen 20 Prozent können variieren insbesondere durch die Ernährung in der Kindheit.

  • Dein Gewicht ist ebenfalls zum Teil genetisch vorbestimmt. So sind Gene zu 60 Prozent dafür verantwortlich, dass jemand übergewichtig wird. Der Rest ist von der Ernährung und Bewegung abhängig.

  • 🤓

    Auch Intelligenz ist zu etwa 60 Prozent erblich. Wie klug eine Person dann wirklich ist, wird somit fast zur Hälfte von Umwelteinflüssen bestimmt. Entscheidend ist das Elternhaus, die Schule, eine gesunde Ernährung und vor allem ob Fähigkeiten gefördert werden.

Gene können an- oder ausgeschaltet sein

Nicht in jeder deiner Zellen - es sind rund 30 Billionen - sind gerade alle Gene aktiv. Es sind nur jene Gene aktiv, die in einer bestimmten Zelle zu einem bestimmten Zeitpunkt auch benötigt werden. Alle anderen Gene sind ausgeschaltet.

Masern-Antikörper brauchst du nur, wenn Masern-Viren in deinen Körper eingedrungen sind, Enzyme zur Verdauung von Kohlehydraten erst, wenn du ein Brot isst.

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Erbkrankheiten, Unverträglichkeiten oder verwandtschaftliche Beziehungen sollen sich mit Gen-Tests ganz einfach bestimmen lassen. Doch wie genau sind diese wirklich? Wir haben Gen-Tests aus dem Internet gemacht.

Umso mehr, umso besser?

Es gilt nicht die Regel: Je mehr Gene, desto komplexer der Organismus.

Veröffentlicht: 27.11.2020 / Autor: Larissa Melville