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Granatapfel: Wie gesund ist das Superfood wirklich?

Viele lieben sein feines, süß-säuerliches Aroma - andere schwören auf seine Heilkräfte: Der Granatapfel ist eine ganz spezielle Frucht! Doch sind seine rubinroten Kerne wirklich so gesund? Im Clip: So öffnest du Granatäpfel ohne Sauerei.

Das Wichtigste zum Thema Granatäpfel

  • Der Granat-Apfel enthält unter anderem Kalium, viele Vitamine, Eisen, Antioxidantien und Polyphenole. Wie gut er im Vergleich mit anderen Früchten abschneidet, erfährst du unten.

  • Dir rote Frucht soll Entzündungen hemmen, die Zellen schützen und sogar die Potenz steigern.

  • Angebaut wird er in subtropischen Regionen wie Indien, Ägypten und der Türkei. Hauptsaison ist von September bis Januar.

  • Seinen Namen hat der Granat-Apfel vom lateinischen Wort granum. Es bedeutet Kerne, Körner, Samen.

  • Nicht nur pur oder als Salat- und Dessert-Topping eignen sich Granat-Äpfel. Es gibt sie auch als Saft, Essig und Nahrungsergänzungsmittel.

Den oder den? So sollte ein Granat-Apfel aussehen

Je älter, desto süßer: Alte Früchte erkennst du an der schrumpeligen, weicheren Schale und daran, dass sich die kleine Krone einfach abbrechen lässt.

Granatäpfel


Bei Zimmertemperatur halten sich die Früchte übrigens 2 bis 3 Wochen. Kühl gelagert sogar mehrere Monate. Anders als der Apfel reift der Granat-Apfel nicht nach.
© Getty Images

Eine Gesundheits-Granate?

  • 🛑

    Der Granatapfel enthält viele Antioxidantien. Sie wirken als Radikalfänger, schützen also deine Zellen vor Krebs.

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    Für die rote Farbe sorgen die vielen Polyphenole. Diese pflanzlichen Stoffe zählen zu den Antioxidantien, sind gut für das Herz-Kreislauf-System, regulieren den Blutdruck und können Entzündungen hemmen.

  • 👍

    Gesunde Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind ebenfalls enthalten – wenn auch nicht so viele wie in manchen anderen Obstsorten.

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    Vor allem der Vitamin C-Gehalt ist mit 7 Milligramm niedrig. Orangen enthalten 7-mal und Acerola sogar mehr als 170-mal so viel.

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    8 Milligramm Calcium stecken in 100 Gramm Granatapfel, bei Kiwis sind es 40.

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    Kalium ist wichtig für Muskeln, Nerven und Herz. Mit 220 Milligramm schneidet der Granatapfel gar nicht so schlecht ab, die Banane kann es aber toppen.

  • Ähnlich beim Eisen: 0,5 Milligramm sind schon gut, Brombeeren haben jedoch 0,9.

  • 🍓

    Oft wird der Granatapfel als Schlankmacher angepriesen: 78 Kilokalorien pro 100 Gramm sind im Vergleich zu Schokolade zwar wenig, aber Erdbeeren und Papayas haben beispielsweise nur 32.

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Wie bekomme ich die Kerne am besten raus?

Halbieren und mit dem Löffel auf die Schale klopfen oder doch eine spezielle Schnitt-Technik: Was funktioniert besser und hinterlässt weniger Sauerei.

Tipp: Wenn der rote Saft doch mal auf die Kleidung spritzt, reibe den Fleck schnell mit Gallseife oder einer Mischung aus Salz und Zitronensaft ein.

In der Küche sind sie ein echtes Multi-Talent

Was bringen Nahrungsergänzungsmittel mit Granatapfel-Anteil?

Im Drogeriemarkt und Internet gibt es zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel wie Saft, Saft-Konzentrat oder Kapseln mit Granatapfel-Extrakt.

Die Mittel sollen laut Hersteller unter anderem Herz-Kreislauf-Beschwerden lindern, Entzündungen hemmen und Krebs bremsen. 1 Glas Saft pro Tag soll sogar die Potenz steigern.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die existierenden Studien überprüft und konnte diese Wirkungen nicht belegen. Einzig ein erhöhter Blutdruck könnte laut Studien durch den regelmäßigen Konsum von Granatapfel-Saft etwas sinken.

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Ähnlich wie die Grapefruit beeinflusst der Granatapfel die Wirkung von Medikamenten. Er hemmt Enzyme in der Leber, wodurch die Arzneien langsamer abgebaut werden und sich im Körper zu giftigen Mengen anreichern können.

Wenn du öfters Granatapfel-Saft trinkst und Medikamente nimmst, sprich mit deinem Arzt darüber.

Eine Frucht mit großer Geschichte

  • 🧐

    Zahlreiche Legenden und Mythen ranken sich um den Granat-Apfel.

  • 🏆

    Er ist der Zankapfel, um den sich die griechischen Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite stritten. Zeus hatte ihn als Preis für die Schönste versprochen. Folge des Debakels: der trojanische Krieg.

  • 📙

    Auch in der Bibel hat er seine Spuren hinterlassen: Angeblich war die verbotene Frucht ein Granat-Apfel und damit Schuld an der Vertreibung aus dem Paradies.

  • 🤴

    Als Fruchtbarkeits- und Macht-Symbol wurde der Granat-Apfel auf zahlreichen Gemälden verewigt.

Kleine Bäume mit großen Früchten

Schon vor 5.000 Jahren war der Granat-Apfel bekannt. Er stammt aus West- bis Mittelasien, Experten vermuten, aus dem Iran. Die Früchte wachsen an immergrünen Bäumen oder Sträuchern. Die Blüten leuchten orange.

Veröffentlicht: 06.06.2020 / Autor: Larissa Melville