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In den USA ein Szenegetränk, bei uns verboten: Das steckt in Kava-Kava

Das Getränk aus der Südseepflanze soll angstlösend und berauschend wirken. Appetitlich sieht es nicht gerade aus - und es kann deine Gesundheit schädigen.

Darum geht's genau

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    Der Kava-Kava-Strauch wächst im Südsee-Raum und wird bis zu 3 Meter hoch. Der Wurzelstock wiegt bis zu 10 Kilogramm. Bei den Inselbewohnern ist der Strauch seit über 3.000 Jahren ein traditionelles Heilmittel.

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    Der pulverisierte Wurzelextrakt wird mit Wasser und Alkohol gemischt. Das Ergebnis - warm oder kalt genossen - sieht nicht lecker aus, soll aber eine entspannende Wirkung haben. Nicht umsonst trägt Kava-Kava auch den Namen Rauschpfeffer.

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    Wer's trinkt, erlebt ein Taubheitsgefühl: erst im Mund, dann entspannt sich der Körper. Angstblockaden und Unruhe sollen sich lösen. Je mehr Kava-Kava, desto stärker die Wirkung.

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    Während Kava-Kava in den USA gerade ein absoluter Szene-Drink ist, hat Deutschland Ende 2019 alle Kava-Kava-Arzneimittel verboten.

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    Der Grund für das Verbot: mögliche gesundheitliche Schäden. Welche das sind, erfährst du im Interview.

Warum Kava-Kava bei uns verboten ist, erklärt Prof. Robert Fürst*

  • Warum ist Kava-Kava bei uns verboten?

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    Problematisch ist die mögliche leberschädigende Wirkung. Sie tritt zwar sehr selten auf, kann aber gefährlich werden. Zudem ist die angstlösende Wirkung nicht ausreichend nachgewiesen, so dass die Abwägung zwischen Nutzen und Risiko für Kava-Kava negativ ausfällt.

  • Was genau passiert in unserem Körper bei der Einnahme von Kava-Kava?

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    In Kava-Kava sind sogenannten Kavalactone enthalten. Diese beeinflussen - zumindest in Laborversuchen - bestimmte Botenstoff-Systeme im Gehirn und lösen entspannende und angstlösende Effekte aus.

  • Muss ich mir bei der Einnahme von anderen pflanzlichen Arzneimitteln Sorgen machen?

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    Nein, denn in Deutschland werden pflanzliche Arzneimittel streng geprüft und laufend überwacht. Sollten Probleme auftauchen, reagiert man - wie das Beispiel Kava-Kava zeigt.

  • Ob Tees, Pulver oder Pillen: Worauf sollte man generell bei der Einnahme von pflanzlichen Arzneimitteln achten?

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    Auch pflanzliche Arzneimittel müssen richtig eingesetzt werden. Hier gilt wie immer: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! Dann kann abgeklärt werden, inwieweit das Mittel geeignet ist oder eventuell die Wirkung anderer Medikamente beeinflusst.

*Geschäftsführender Dir. des Institut für Pharmazeutische Biologie der Goethe-Universität Frankfurt

Das solltest du dir merken

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    Das Getränk aus der pulverisierten Wurzel wirkt entspannend, kann aber zu gefährlichen Leberschäden führen. Deswegen ist es hierzulande verboten.

Veröffentlicht: 19.03.2020 / Autor: Anna Kaltenhauser

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