Mann joggt mit Kinesio-Tape

Kinesio-Tapes - was ist dran am Hype um die bunten Bänder?

Bunte Streifen an Armen, Beinen, Rücken und Nacken - derzeit begegnen uns die Kinesio-Tapes immer öfter im Alltag. Wir blicken hinter den Hype und klären die Bedeutung der Farben.
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Das Wichtigste zum Thema Kinesio-Tape

  • Kinesiologisches Tape (kurz: Kinesio-Tape) erlebt gerade einen Boom. Gelenk- und Muskelschmerzen sind mit die häufigsten Wehwehchen von Sportlern.

  • Die Abhilfe ist klein, bunt und klebrig: Mit der richtigen Technik sollen Kinesio-Tapes wahre Wunder bewirken - darauf schwören nicht nur Physiotherapeuten, sondern auch Patienten. Dabei ist die Wirkung der Tapes wissenschaftlich nicht bewiesen - weshalb manche von Placebo-Effekt sprechen.

  • Das Tape ist elastisch - es dehnt sich um bis zu 130 Prozent der ursprünglichen Länge und passt sich den Bewegungen der Muskeln, Gelenken und der Haut natürlich an. Bestimmte Übungen verstärken die Heilung.

  • Wasser kann dem Tape nichts anhaben: Es hält Dusche, Badesee und Schweiß locker stand. Du kannst es eine Woche bis 10 Tage auf der Haut tragen.

  • Zusammen mit körperlicher Bewegung wirken die Tapes wie eine leichte Dauer-Massage auf Bindegewebe und Muskeln. Dadurch wird das schmerzreduzierende System des Körpers angeregt. Es gibt viele Kombinationen und Varianten - frage hierzu am besten deinen Physiotherapeuten.

WM, Olympia und Co. - das Kinesio-Tape feiert seinen großen Auftritt

Jetzt wird's bunt: Das bedeuten die einzelnen Farben

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    Körperlich gesehen ist die Farbe völlig egal - alle Tapes funktionieren gleich. Die "Farb-Therapie" spricht ihnen aber verschiedene Bedeutungen für die Psyche zu - und somit auch für die körperliche Heilung. Denn es spielt auch eine Rolle, ob man an die Kraft der Tapes glaubt.

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    Blaues Tape wirkt kühlend und beruhigend - gut gegen Blutergüsse, Schwellungen und Prellungen.

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    Rotes Tape wirkt wärmend und anregend - soll bei Muskel-Überlastung und Durchblutungsstörungen helfen.

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    Grünes Tape wirkt ausgleichend und harmonisierend - hilft gegen Unruhe-Zustände und stressbedingte Verkrampfungen.

  • Schwarzes Tape wirkt stark und dominant und kommt deshalb öfter bei Kontakt-Sportarten wie Judo oder Boxen zum Einsatz.

  • Weißes oder beiges Tape signalisiert Neutralität und wird daher gern für sichtbare Körperstellen verwendet - zum Beispiel bei Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk oder gegen Migräne an den Schläfen.

Japan, 1973: der Chiropraktiker Kenzo Kase erfindet das Kinesio-Tape

Bei Sportverletzungen empfehlen viele Sportmediziner die Ruhigstellung der betroffenen Gelenke. Kenzo Kase hingegen sah bessere Heilungs-Chancen in moderater Bewegung - in Kombination mit stützenden Klebestreifen: die Geburtsstunde der Kinesio-Tapes.

In der 80-er Jahren verbreitete sich die Methode nach und nach in der japanischen Sportmedizin. Die Welt bekam die bunten Bänder spätestens bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking zu sehen: Spitzensportler aus Korea und Japan trugen sie während des Wettkampfs.

Die Medien griffen das Thema auf und brachten die Kinesio-Tapes auch zu uns nach Europa.

Wie klebt man das Tape jetzt an den Körper?

Wie klebt man das Tape jetzt an den Körper?

Am besten hilft dir für den Anfang ein Sport-Experte oder ein Physiotherapeut beim Anlegen der Tapes. Aber auch hier findest du ein paar hilfreiche Tipps.

Der Einsatz von Kinesio-Tapes ist vielfältig - hier ein paar Beispiele

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    Muskel-Verspannungen entlang der Wirbelsäule

  • 🏃‍♀️

    Gelenk-Schmerzen durch (chronische) Überbelastung

  • 🏃🏿‍♂️

    Muskel-Verletzungen

  • 🏃🏼‍♀️

    Blutergüsse

  • 🏃🏽

    Schwellungen und Lymphstau

  • 🏃🏿‍♀️

    Sehnenscheidenentzündungen

Veröffentlicht: 29.07.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau