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Krank durchs Smartphone? So schützt du dich

Du guckst stundenlang auf dein Smartphone und hast Schmerzen? Dann macht dich dein Handy krank. Was dir fehlt und was du dagegen tun kannst, steht hier.

Darum geht's genau

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    Australische Forscher der University of the Sunshine Coast machten eine Entdeckung auf Röntgenbildern ihrer Probanden: Rund 25 Prozent aller 18- bis 30-Jährigen hatten am unteren Schädel einen etwa 3 Zentimeter großen Dorn. Der Fach-Name: Hinterhauptbein-Protuberanz.

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    Der Grund für den Dorn: Das Beugung des Halses, wenn du aufs Handy schaust. Um das Gewicht tragen zu können und dem stärkeren Zug der Muskeln stand zu halten, bilden sich neue Knochenschichten.

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    Du kannst die Protuberanz sogar selbst ertasten. Du findet sie kurz nach dem Übergang vom Nacken zum Schädel und mittig in einer Linie mit der Wirbelsäule.

Dr. Samer Ismail, Facharzt für Neurochirurgie am Orthopädiezentrum München Ost, klärt auf:

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    Häufig ist der Handy-Nacken. Je weiter der Kopf nach vorn geneigt wird, desto größere Kräfte wirken auf die Halswirbelsäule. Die Muskeln im Schulter- und Nackenbereich können sich dann schmerzhaft verhärten. Das führt zu Schonhaltungen. Die Überlastung der Muskeln kann Kopfschmerzen und sogar vorzeitige Abnutzung der Halswirbel bedingen.

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    Das Kubitaltunnel-Syndrom, wird auch Cellbow genannt – ein Wortmix aus "Cell Phone" und "Elbow". Der Handy-Ellenbogen von exzessiven Handynutzern ähnelt dem Tennisarm. Die Symptome: Kribbeln im Unterarm, steifes Ellenbogengelenk, Taubheit im kleinen Finger.

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    Auch der SMS-Daumen ist nicht selten. Ein Symptom sind Schmerzen im Daumengelenk. Erstmals wurde über ihn in einer Studie am Hospital Cruz Roja in Madrid berichtet. Die Ärzte untersuchten Patienten, die unter vorzeitigem Verschleiß des Daumengelenks klagten. Mein Tipp: am besten die Diktierfunktion und Voicemails nutzen.

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    Die Tablet-Schulter tut ebenfalls weh. Die Ursache: Patienten halten das Gerät über lange Zeit quer in den Händen und verharren in ungünstig gekrümmter Lage, zum Beispiel beim Lesen oder Anschauen eines Films. Die Folge: Verspannungen der Schultermuskulatur.

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    Erste Hilfe: Dehne deinen Nacken: Sitz aufrecht, verschränk die Hände hinterm Kopf und drücke gegen den Hinterkopf. Nun ziehst du den Kopf mit den Armen zur Brust. Halte dies jeweils mit Gegendruck für ein paar Sekunden.

Das solltest du dir merken

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    Wenn du nur eine Viertelstunde chattest, musst du nicht mit Folgen rechnen. Problematisch wird es, wenn du über Stunden eine gekrümmte Haltung einnimmst. Schaust du aufs Handy, beugst du deinen Kopf um etwa 45 Grad nach unten. Dann wirken Kräfte von über 20 Kilogramm auf deine Wirbelsäule. Handypausen und Krafttraining für den Rücken helfen, um Problemen vorzubeugen.

Veröffentlicht: 21.11.2019 / Autor: Melanie Khoshmashrab

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