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Let's go! Spazieren gehen wirkt Wunder, wenn du darauf achtest

An die frische Luft zu gehen tut in Zeiten von Home-Office und sozialer Distanz besonders gut. Wann ein Spaziergang effektiv ist und was das mit deinem Körper macht.

Spazieren gehen: Was bringt uns das?

Restaurants und Bars sind dicht, Freunde dürfen wir aktuell nicht treffen. Spaziergänge alleine oder mit einer Person aus dem Haushalt sind aber erlaubt - und deshalb in dieser Zeit für viele eine gute Ablenkung vom öden Home-Office-Alltag.

Aber wie oft und lange müssen wir jetzt eigentlich spazieren gehen, um was für unsere Gesundheit zu tun?

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    Fitnessarmbänder belohnen uns, wenn wir 10.000 Schritte pro Tag zurückgelegt haben. Aber: Ursprung dieser Grenze ist nicht etwa medizinische Forschung, sondern eine uralte Schrittzähler-Werbung!

  • Die Grenze wurde für die Werbung willkürlich gesetzt, hat sich über die Jahre aber durchgesetzt - selbst bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

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    Studien aus den vergangenen Jahren zeigen: Schon 6.000 bis 8.000 Schritte am Tag können die Gesundheit ähnlich fördern.

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    In einer Studie der Harvard Medical School haben Forscher die tägliche Schrittzahl von 16.000 Frauen mit dem Sterberisiko verglichen. Das Ergebnis: Frauen, die pro Tag mindestens 4.400 Schritte gemacht hatten, hatten nach 4 Jahren ein geringeres Sterberisiko als Frauen, die nur 2.700 Schritte zurückgelegt hatten. Der Vorteil hat sich bis zu 7.500 Schritten pro Tag gesteigert. Alles darüber hinaus hat keinen Unterschied mehr gemacht.

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    Die WHO empfiehlt in der Quarantäne-Zeit 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, zum Beispiel 5 Mal pro Woche à 30 Minuten spazieren gehen.

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    Alternativ kannst du dich aber auch 75 Minuten intensiv bewegen oder beides kombinieren.

So wirkt sich Spazierengehen auf deinen Körper aus

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    Du baust Stress ab: Und das schon nach 20 Minuten. Da übernehmen motorische Zellen die Gehirnaktivität, du konzentrierst dich vor allem auf die Bewegung.

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    Dein Kopf wird frei: Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar meint, in der Corona-Krise kann es sehr befreiend sein, wenn du zwischendurch auf andere Gedanken kommst. Etwa, wenn du eine schöne Pflanze siehst oder die Vögel zwitschern hörst.

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    Du förderst deine Durchblutung: Schon nach 10 Minuten Gehen werden deine Organe und Muskeln besser durchblutet. Dein Körper wird mit mehr Sauerstoff versorgt.

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    Du senkst das Risiko für Krankheiten: Zum Beispiel Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes, Alzheimer und viele Krebsarten. Aber nur, wenn du langfristig und regelmäßig spazieren gehst.

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    Du stärkst deine Muskeln, Gelenke und Knochen: So reduzierst du unter anderem die Osteoporosegefahr.

  • 😀

    Du hebst deine Stimmung: Beim Spazierengehen schüttet dein Körper vermehrt Glückshormone (Endorphine) aus. Laut einer Studie des RKI können Spaziergänge psychische Krankheiten wie Depressionen nachhaltig lindern.

Darauf solltest du beim Spazierengehen in Corona-Zeiten achten

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    Sei lieber alleine unterwegs oder mit einer Person aus deinem Haushalt.

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    Sobald du auf andere triffst, gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern, besser noch 2 Metern.

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    Vermeide belebte Routen und erkunde doch mal deine nähere Umgebung.

Next Level: Rekordspaziergänge

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    Der meistgewanderte Mann der Welt heißt Jean Béliveau aus Kanada. Von 2000 bis 2011 wanderte er durch 64 Länder und legte dabei 75.000 Kilometer zurück. Einmal im Jahr, zu Weihnachten, bekam er Besuch von seiner Freundin.

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    Die meistgewanderte Frau Deutschlands heißt Christine Thürmer aus Berlin. Sie ist mehrmals quer durch die USA gegangen und hat insgesamt 33.000 Kilometer zu Fuß zurückgelegt.

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    Gnu-Herden legen im Jahr bis zu 3.200 Kilometer zurück. Im Februar bringen sie im Süden der Serengeti-Savanne ihre Kälber zur Welt und wandern dann in Richtung Norden auf die Masai-Mara-Ebene in Südkenia. Die Herden zählen über eine Millionen Gnus. Ende des Jahres wandern die Gnus dann wieder zurück und die Reise geht von vorne los.

Veröffentlicht: 17.04.2020 / Autor: Viviane Osswald