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Meditation für Anfänger: Gönn deinem Hirn eine Pause

Meditation boomt. Auch immer mehr Männer setzen sich aufs Kissen. Warum Meditieren negative Gedanken vertreibt und wie du einsteigen kannst - ein Coach erklärt’s.

5 Tipps für den Einstieg zum Meditieren

  • 🧘‍♂️

    Der richtige Platz: Suche dir einen Ort in deiner Wohnung, an dem du möglichst ungestört bist. Mache ihn zu deinem festen Meditations-Platz. So musst du dich nicht immer wieder neu entscheiden, wo du sitzen möchtest. Das erleichtert es, sich aufzuraffen und loszulegen.

  • 🕯️

    Rituale etablieren: Kleine Gewohnheiten erleichtern das Runterkommen. Du kannst die Meditation mit einem Gong starten und beenden, eine Kerze anzünden, vorher schöne Musik hören, eine Yoga-Übung machen oder kurz den Boden unter den Füßen spüren. Feste Zeiten zum Meditieren helfen, am Ball zu bleiben.

  • ⏲️

    Dauer langsam steigern: Starte mit kurzen Einheiten von 5 bis 10 Minuten, das motiviert. Du kannst dir einen Timer am Handy stellen - am besten aber das Gerät in den Flugmodus setzen. Steigere die Zeit langsam im 5 Minuten-Takt.

  • 📱

    Meditations-Apps boomen: "Headspace" und "7Mind" kombinieren Meditations- und Achtsamkeits-Übungen. "Calm" bietet auch beruhigende Klänge und Einschlaf-Tipps.

  • 👨‍👩

    Mit Anderen üben: MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction) nach Jon Kabat-Zinn ist ein 8-wöchiger Gruppen-Kurs zum Thema Stressreduzierung durch Achtsamkeit. Anbieter gibt es in vielen Städten. Studien belegen die Wirksamkeit.

"Schon 10 Minuten Meditation am Tag wirken"- Interview mit Mindfulness-Coach Dr. Florian Besch

  • Ständiges Grübeln strengt an. Kann Meditation dagegen helfen?

  • 💬

    Gedanken zu beruhigen, ist ein mögliches Ziel. Indem ich mich bewusst aufs Ein- und Ausatmen konzentriere, lande ich im Moment. Das gelingt auch schon Anfängern. Wir gewinnen Abstand von den Gedanken und können sie wohlwollend betrachten. Meditation ist aber kein Stop-Knopf, sondern Übung.

  • Das heißt, unangenehme Gedanken stressen mich dann nicht mehr?

  • 💬

    Ein buddhistisches Gleichnis besagt: Unser Geist ist wie ein Glas mit schmutzigem Wasser. Wenn wir nicht rühren, sinkt der Schmutz auf den Grund. Er ist noch da, aber trübt das Wasser nicht mehr. Vergleichbar kann eine Meditation die Gedanken beruhigen und den Geist klären.

  • Wie lange muss man dafür üben?

  • 💬

    Bereits 10 Minuten Meditation täglich verändern signifikant Strukturen im Gehirn. Das zeigen hirnphysiologische Untersuchungen. Meditierende fühlen sich glücklicher, ausgeglichener und können sich besser konzentrieren.

  • Klingt gar nicht so, als müsse man zum Meditieren religiös sein oder esoterisch ...

  • 💬

    Meditation ist zuerst eine Technik. Es gibt heute viele Systeme, bei denen Persönlichkeits-Entwicklung im Vordergrund steht. Manager meditieren vor Konferenzen, und Sportler fokussieren sich mit Meditation vorm Wettkampf.

  • In welcher Haltung wird meditiert? Muss ich den Schneidersitz beherrschen?

  • 💬

    Für den Anfänger ist stilles Sitzen mit geschlossenen Augen das Einfachste. Dabei ist es nicht unbedingt relevant, im Schneidersitz zu sitzen. Wichtig ist eine aufgerichtete Wirbelsäule, damit die Atmung gut fließen kann.

Dr. Florian Besch arbeitet als Coach in Göttingen. Info: www.nevoteam.de

Motiviert? Hier gibt's eine geführte Meditation für Einsteiger

Setzen, bitte! Die Sitzpositionen beim Meditieren

Update für den Kopf: Im Silicon Valley meditieren jetzt die Ingenieure

Das Silicon Valley in den USA steht für die coolsten Innovationen im Bereich IT und High-Tech. Aber Überraschung: Der neueste Trend dort heißt Achtsamkeit.

Große Unternehmen verordnen ihren Ingenieuren Meditation. Das soll ihre emotionale Intelligenz steigern, sie produktiver und kreativer machen. Google zieht mit seinem eigenen Programm in die Welt: Search inside yourself (übersetzt: Suche in dir selbst).

 


Meditation für Mitarbeiter ist Trend im Silicon Valley.
© Getty Images

Was kann die richtige Atemtechnik bewirken - unser Reporter macht den Test

Mit Atemtechnik zum Superhuman - das Selbstexperiment

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Dieser Mann verspricht, aus jedem einen Superhuman zu machen. Man kann mehr Sport machen, ist schlauer und verliert Gewicht. Und das nur durch Atmen! 10 Minuten am Tag mit der richtigen Technik. Reporter Maurice Gajda macht mit beim "Superhuman"-Programm.

Das Wichtigste zum Thema Meditation

  • Es gibt verschiedene Meditations-Techniken. Zum Start eignet sich die Atembetrachtung. Praktisch: Das Instrument dafür hast du immer dabei.

  • Zähle deine Atemzüge. Jedes Mal, wenn du an etwas anderes als an den Atem denkst, beginne wieder bei 0. Na, wie weit kommst du?

  • Mathieu Ricard gilt als glücklichster Mensch der Welt. Der Mönch ließ sich für mehrere Studien beim Meditieren in den Kopf schauen. Gehirn-Scans offenbaren: Bereiche für Gelassenheit und Freude sind viel aktiver als bei Nicht-Meditierenden.

  • Regelmäßiges Meditieren kann helfen bei Stress, Schlafproblemen, Angst, Depression und Schmerzen.

Veröffentlicht: 06.05.2020 / Autor: Alena Brandt

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