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Migräne: Was das ist - und welche Tipps dir helfen können

Von Aura, Triggern und einem Gender Gap: Alles über Migräne und was genau in deinem Körper passiert, wenn der Schmerz einsetzt.
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Das Wichtigste zum Thema Migräne

  • Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die im Gehirn entsteht. Man geht davon aus, dass das Gehirn eines Menschen mit Migräne besonders sensibel auf Reize reagiert.

  • Zu den starken Kopfschmerzen kommen noch andere Symptome hinzu, wie zum Beispiel Übelkeit, Schwäche, Erbrechen oder Licht- und Geruchsempfindlichkeit. Eine Migräne-Attacke kann von mehreren Stunden bis zu drei Tagen dauern.

  • Zudem unterscheidet man zwischen einer Migräne mit oder ohne Aura. Bei einer Aura kann es vor dem Einsetzen der Kopfschmerzen unter anderem zu Sehstörungen, Taubheitsgefühlen oder Sprachstörungen kommen.

Woher kommt Migräne?


Von Migräne sind mehr Frauen als Männer betroffen.
© Getty Images

 

Migräne ist eine Volkskrankheit. Man schätzt, dass rund 12 bis 15 Prozent der Frauen und rund 8 bis 10 Prozent der Männer in Deutschland Migräne haben.

Hallo Gender Gap: Experten gehen davon aus, dass Frauen womöglich durch Hormonschwankungen stärker betroffen sind.

Oft kommt die Erkrankung in Familien gehäuft vor. Bis zu 90 Prozent der Migräne-Patienten hat einen weiteren Fall in der Familie. In einer Studie hat man Gene entdeckt, die das Migräne-Risiko erhöhen. Auch Kinder können schon Migräne haben.

Das passiert bei Migräne in deinem Gehirn

Was kann Migräne im Alltag auslösen?

  • 🌙

    Ein unregelmäßiger Schlafrhythmus bringt das sensible Migräne-Gehirn oft durcheinander. Wichtig ist: Immer ungefähr zur selben Zeit ins Bett gehen und aufstehen - auch am Wochenende.

  • 🍝

    Lassen Menschen mit Migräne eine Mahlzeit aus, weil sie im Stress sind, kann das eine Attacke triggern. Auch genügend Flüssigkeit ist wichtig.

  • ☕️

    Wer Kaffee trinkt, sollte ungefähr immer die gleiche Menge Koffein zu sich nehmen. Trinkt man unter der Woche viel Kaffee bei der Arbeit, am Wochenende aber keinen, kann der Koffeinentzug Migräne auslösen.

  • 🌩

    Einige Menschen mit Migräne machen Wetterumschwünge zu schaffen. Experten streiten sich jedoch, wie sehr das Wetter wirklich eine Rolle spielt. Temperaturunterschiede wie zum Beispiel beim Gang in die Sauna scheinen hingegen wirklich relevant zu sein.

  • 💪

    Sport kann einerseits Migräne begünstigen, aber auch prophylaktisch wirken. Generell gilt moderater Ausdauersport mehrmals die Woche als vorbeugend. Das Heben von schweren Gewichten oder zu intensive Trainingseinheiten sind aber für manche Menschen schon zu viel.

Nicht nur Kopfschmerzen - diese Symptome kommen bei Migräne häufig vor

5 Tipps gegen Migräne

  • Regelmäßigkeit ist im Leben von Menschen mit Migräne sehr wichtig, weil ihr Gehirn von äußeren Reizen leichter aus dem Tritt zu bringen ist. Das heißt: Ein ausgeglichener Schlaf-Wach-Rhythmus, mindestens drei Mahlzeiten am Tag, ausreichend Flüssigkeit, die gewohnte Koffein-Menge.

  • Entspannungs-Übungen haben sich wirksam in der Vorbeugung von Migräne gezeigt. Dazu eignet sich zum Beispiel die Progressive Muskel-Relaxation nach Jacobson. Am besten täglich!

  • Auch moderater Ausdauersport hat sich bei der Vorbeugung von Migräne bewährt. Am besten drei Mal die Woche für jeweils 30 Minuten.

  • Kündigt sich eine Migräne-Attacke an, sollte man nicht zu lange mit der Einnahme von Medikamenten warten. Denn das würde die Migräne in die Länge ziehen. Allerdings ist die 10/20-Regel zu beachten. Sie besagt, dass man an nicht mehr als 10 Tagen im Monat Schmerzmittel oder so genannte Triptane, spezielle Migräne-Medikamente, nehmen sollte.

  • Persönliche Auslöser (Trigger) herausfinden und nach Möglichkeit vermeiden. Jedoch gilt: Man darf sich nicht verrückt machen, denn die Aufregung kann wiederum selbst Migräne auslösen.

Leidest du unter Migräne?

Veröffentlicht: 29.04.2020 / Autor: Bianca Leppert