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Nervige Pickel an Armen und Beinen? Was gegen "Reibeisenhaut" hilft

Dich plagen Pickelchen an Oberarmen und Po? Das könnte Keratosis pilaris sein, auch bekannt als Reibeisen- oder Erdbeerhaut. Woher sie kommt und was dagegen hilft.

Das Wichtigste zum Thema Keratosis pilaris

  • Die Reibeisenhaut ist keine Krankheit, sondern eine genetisch bedingte Verhornungs-Störung. Mehr dazu erfährst du weiter unten.

  • Symptome sind weiße und rote Pickelchen, vor allem an den Oberarmen, auch am Po und an den Oberschenkeln. Ansteckend sind sie nicht, aber für viele Betroffene optisch störend.

  • Häufig tritt die Reibeisen-Haut im Kindes- oder Jugendalter auf und verschwindet dann wieder. Sie kann aber auch im Erwachsenen-Alter auftreten.

  • Trockene Haut und/oder Neurodermitis begünstigt Keratosis pelaris.

  • Bitte nicht aufkratzen, sonst kann sich deine Haut entzünden.

Wie entstehen die Pickelchen?

Wenn sich bei dir Keratosis pelaris zeigt, produziert dein Körper zu viel Keratin. Dieses Eiweiß ist ein Grundbaustein für Haare und Nägel und pusht leider auch die Verhornung der Haut.

Abgestorbene Hautschüppchen werden nicht abgetragen, sondern sammeln sich an den Haarfollikeln und verstopfen die Poren. Dadurch bilden sich die Knötchen.

Die Hautschichten

"Nur" unreine Haut oder Keratosis pilaris? So erkennst du es

Nahaufnahme von einem Arm mit Keratosis pilaris, auch Reibeisenhaut oder Erdbeerhaut genannt

Nahaufnahme von einem Arm mit Keratosis pilaris, auch Reibeisenhaut oder Erdbeerhaut genannt

© Getty Images

 

"Die Reibeisenhaut, Keratosis pilaris, sieht ein bisschen aus wie eine Gänsehaut", erklärt Ärztin Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann, "und ist vor allem an den Außenseiten der Oberarme und Oberschenkel am stärksten ausgeprägt." Das sind Regionen, an denen man normalerweise keine oder nur wenige Pickel oder Hautunreinheiten hat.

Und: "Man kann die Reibeisenhaut auch fühlen, wenn man darüber fährt."

Kennst du das Problem mit Reibeisenhaut?

Was hilft? Tipps von Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann*

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    Leider gibt es derzeit keine Therapie, die die Reibeisen-Haut dauerhaft glätten kann. Mit guter Pflege kannst du sie aber abmildern.

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    Verwende am besten täglich eine Hornhaut-auflösende Creme. Gut verträglich sind etwa ureahaltige Produkte, also solche mit Harnsäure in 10-prozentiger Konzen­tration.

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    Auch Salben mit Salicyl-Säure oder Benzoylperoxid können helfen. Wichtig: nur gezielt, nie großflächig anwenden.

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    Einmal pro Woche kannst du ein Peeling machen. Entweder mit Schleifpartikeln, Frucht- oder Milchsäure. Am besten nach einem Bad mit Salz aus dem Toten Meer.

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    Für eine besonders intensive Therapie reibst du nach dem Bad die betroffenen Stellen mit harnstoffhaltiger Salbe ein und bedeckst sie über Nacht mit Frischhaltefolie. Dadurch ziehen die Wirkstoffe optimal ein.

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    Tipp: Reibe die Haut nach dem Einwirken von Harnstoffsalbe über Nacht oder nach dem Duschen mit einem Mikrofaser-Tuch ab, um die Verhornungen sanft zu lösen.

Ärztin und Autorin von "Natürlich! Schöne Haut" (Südwest Verlag), www.axt-gadermann.de

Spielt auch die Ernährung eine Rolle?

Immer mehr Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen einer gesunden Darmflora und dem Zustand der Haut hin. Im Zusammenhang mit der Reibeisenhaut berichten einige Betroffene, dass sie durch ihre Ernährung, etwa durch den Verzicht auf Gluten, ihr Hautbild verbessern konnten. Es gibt allerdings noch keine wissenschaftliche Studie, die diesen Zusammenhang eindeutig belegt.

Veröffentlicht: 10.07.2020 / Autor: Ischta Lehmann

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