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Schmerzmittel Ibuprofen

Schmerzmittel: Wofür welches gut ist und wie die Tabletten wirken

Nimmst du auch öfters Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac? Wir zeigen dir, für welche Beschwerden welches Schmerzmittel am besten geeignet ist, was du bei der Einnahme beachten solltest und wie die Tabletten überhaupt wirken.
Schmerzmittel: Wofür welches gut ist und wie die Tabletten wirken
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Schmerzmittel: Die wichtigsten Fakten

  • Es gibt frei verkäufliche, also rezeptfreie, und rezeptpflichtige Schmerzmittel. Das hängt von ihrer Wirkweise, Dosierung und ihrem Sucht-Potenzial ab.

  • Rezeptfrei sind Paracetamol, Aspirin/Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen. Ausnahme: Für sehr hochdosierte Präparate brauchst du auch hier ein Rezept. Welches dieser Mittel für welche Beschwerden und Personen (nicht) geeignet ist, erfährst du weiter unten.

  • Wichtig! Nimm rezeptfreie Schmerztabletten ohne Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt nicht länger als 3 Tage hintereinander ein - und nur maximal 10 Tage im Monat.

  • Hast du länger oder öfter Schmerzen, lass die Ursache abklären. Auch rezeptfreie Schmerzmittel können zu schweren Nebenwirkungen wie Magen-Blutungen oder Leberschäden führen. Daher solltest du sie immer mit Vorsicht einnehmen.

Viele Schmerzmittel sind NSAR

Die Klassiker Aspirin/Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Diclofenac gehören zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Die wirken schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend.

NSAR hemmen die sogenannten Cox-Enzyme. Ohne die kann der Körper keine Prostaglandine produzieren. Das sind spezielle Gewebshormone. Du fragst dich, wieso das gegen Schmerzen hilft?

Wenn du eine Verletzung oder Entzündung hast, nimmt die Aktivität der Cox-Enzyme zu - und dadurch produziert der Körper mehr Prostaglandine. Sobald die sich an Schmerz-Rezeptoren im Gewebe binden, wird ein Signal ans Gehirn gesendet. Die Folge: Du empfindest Schmerz. Zugleich fördern Prostaglandine Entzündungen und Fieber.

NSAR verursachen Nebenwirkungen

NSAR wirken nicht nur im Gehirn, sondern auch im übrigen Körper. Bei längerem Gebrauch oder in höheren Dosen können sie unter anderem die Magen-Schleimhaut reizen und zu Sodbrennen, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Magen-Darm-Blutungen und -Geschwüren führen.

Achtung: NSAR belasten Leber und Nieren. Bei längerem hochdosiertem Gebrauch oder einmaliger Überdosis schädigen sie die Organe auch. Patienten:innen mit eingeschränkter Leber- und Nieren-Funktion sollten vor der Einnahme immer mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen.

Aspirin (ASS, Acetylsalicylsäure) - Klassiker bei Kopfschmerzen

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    Anwendungsgebiete: leichte bis mäßig starke Schmerzen (wie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen), Migräne, Fieber, Entzündungen, Erkältung.

  • 🩸

    Aspirin wirkt zusätzlich blutverdünnend. Es hemmt die Verklumpung von Blut-Plättchen. Daher wird es zur Vorbeugung von Blut-Gerinnseln verabreicht.

  • 🦷

    Dies ist auch der Grund, weshalb du die Tage vor einem zahnärztlichen Eingriff oder einer Operation kein Aspirin nehmen darfst. Auch bei Regelschmerzen ist es deswegen eher nicht geeignet.

  • 👧

    Kinder und Jugendliche sollten Aspirin nur auf ärztliches Anraten bekommen, da es bei ihnen zum mitunter tödlichen Gehirn- und Leber-Erkrankungen führen kann. Auch Schwangere müssen auf Aspirin verzichten.

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Ibuprofen - das meistgekaufte Schmerzmittel

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    Anwendungsgebiete: leichte bis stärkere Schmerzen (wie Muskel-, Kopf-, Regel- und Zahnschmerzen), Fieber, Entzündungen, Gelenkbeschwerden, Erkältung

  • 🍝

    Ibuprofen führt öfters zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Bauchschmerzen. Wenn du einen empfindlichen Magen hast, nimm die Tablette zum Essen ein.

  • 🤰

    Ibuprofen ist für Schwangere im letzten Drittel nicht geeignet.

  • 🩺

    Studien deuten darauf hin, dass Ibuprofen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall etwas erhöht. Deswegen sollten Patienten:innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor der Einnahme mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen.

Diclofenac - gut bei Gelenk- und Muskelschmerzen

  • 🦵

    Anwendungsgebiete: leichte bis mittlere Schmerzen und Entzündungen infolge von Verletzungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparats - etwa Rheuma, Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen, Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen.

  • 😒

    Aber auch bei Regelschmerzen und Migräne ist Diclofenac kurzzeitig geeignet.

  • 🤰

    Schwangere dürfen Diclofenac im letzten Drittel nicht nutzen.

  • 👩‍⚕️

    Patienten:innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten die Einnahme von Diclofenac mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, da es vermutlich das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko geringfügig erhöht.

Paracetamol - gut verträglich, aber nicht entzündungshemmend

  • 😕

    Anwendungsgebiete: leichte bis mäßige Schmerzen (etwa Kopf- und Regelschmerzen), Fieber, Erkältung und Grippe.

  • 💥

    Paracetamol wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend, aber kaum entzündungshemmend. Hier unterscheidet es sich stark von den NSAR.

  • 🧠

    Der genaue Wirk-Mechanismus ist noch nicht geklärt: Paracetamol greift wohl in mehrere Botenstoff-Systeme fürs Schmerz-Empfinden ein. Dabei wirkt es vermutlich nur direkt im Gehirn und Rückenmark.

  • 👦

    Paracetamol ist gut verträglich und für Kinder und Schwangere geeignet. Patienten:innen mit Leber- und Nieren-Schäden dürfen das Mittel nicht einnehmen.

  • Vorsicht! Paracetamol kann bei hoch dosierter, längerer Einnahme sowie bei einmaliger Paracetamol-Überdosis (ab 6 Gramm!) schwere Leber-Schäden hervorrufen. Du darfst deswegen maximal 4 Gramm pro Tag nehmen.

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Rezeptpflichtige starke Schmerzmittel

In hoher Dosierung können auch Ibuprofen und Co. rezeptpflichtig sein. Es gibt aber auch Schmerzmittel, die dir deine Ärztin oder dein Arzt immer verschreiben müssen. Dazu zählen vor allem die opioiden Schmerzmittel wie Morphin.

Opioide wirken auf das körpereigene System zur Schmerz-Hemmung, das im Notfall aktiviert wird - etwa bei einem Unfall.

Das Problem: Opioide Schmerzmittel lindern nicht nur Schmerzen. Sie können auch zu einem Rausch-Zustand führen, die Stimmung heben, Ängste dämpfen - und süchtig machen. Ein Teil der Opioide fällt deswegen unter das Betäubungsmittel-Gesetz.

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Das Schmerzmedikament Tilidin fällt unter das Betäubungsmittel-Gesetz. Es macht so schnell abhängig wie Heroin. Galileo begleitet einen ehemaligen Konsumenten.

Veröffentlicht: 24.07.2021 / Autor: Larissa Melville