Sonnencremes

Gesundheitsschädlich? Warum alte Sonnencreme in den Müll gehört

Der Sommer kommt. Dann heißt es: Sonnencreme nicht vergessen! Die Tube vom Vorjahr rauskamen, ist aber keine gute Idee. Warum die dir schaden kann und worauf Sonnenhungrige sonst noch achten sollten, erfährst du hier.
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Das Wichtigste zum Thema Sonnencreme

  • Sonnencreme soll unsere Haut vor Sonnenbrand und Krebsrisiko schützen. Dabei ist teuer nicht gleich gut. Oft schneiden vor allem Drogerie- und Discounter-Produkte in Tests mit "sehr gut" ab. Es lohnt sich also, hier etwas zu recherchieren.

  • Sonnencreme ist nicht unbegrenzt haltbar. Einmal geöffnet, sollte man sie je nach Präparat nur 6 bis 12 Monate lang verwenden. Danach gehören sie in den Müll. Grund: Die chemischen Filter bleiben auf Dauer nicht stabil: Sie zerfallen und damit schwindet auch der Schutz vor UV-Licht.

  • Viele Sonnenschutzmittel verlieren mit der Zeit nicht nur ihre Wirkung, sondern können gesundheitsschädlich werden. Eine neue Studie zeigt: Alte, angebrochene oder abgelaufene, Sonnencreme kann sogar selbst krebserregend sein. Mehr dazu unten.

  • Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sollten Kinder einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 und Erwachsene von mindestens 20 anwenden. Was der Lichtschutzfaktor bedeutet, erklären wir dir gleich.

  • Wichtig: Sonnencreme bietet keinen kompletten Schutz. Es gilt daher die 4-H-Regel: Hut, Hose, Hemd, Hoher Lichtschutzfaktor.

Studie: Viele alte Sonnencremes sind krebserregend

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    Ein amerikanisch-französisches Forschungs-Team ließ 17 beliebte Sonnencremes von Garnier, Nivea, Bioderma, L’Oréal und Co. 6 Wochen in einer Art Brutkasten künstlich um 1 Jahr altern.

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    Sie stellten fest, dass sich dabei ein gefährlicher Stoff bilden kann: Der chemische Sonnenschutzfilter Octocrylen verwandelte sich mit dem in der Creme enthaltenen Wasser in das Molekül Benzophenon.

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    Gelangt Benzophenon auf die Haut, kann es Ausschläge, Entzündungen, Überempfindlichkeiten, Hormonstörungen und sogar Krebs begünstigen. Das belegen auch Tierversuche.

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    Die meisten Sonnencremes enthalten chemische Sonnenschutzfilter. Die dringen in die oberen Hautschichten ein und wandeln das schädliche UV-Licht in harmlose Wärmeenergie um. Der chemische Filter Octocrylen ist aber nicht in allen Cremes enthalten.

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    Fazit: Eine Sonnencreme mit Octocrylen sollte nie älter als ein Jahr sein. Wie du das Alter deiner Sonnencreme erkennst und welche alternativen Sonnenmittel es gibt, erfährst du jetzt.

Wie du erkennst, wie alt deine Sonnencreme ist

Auf der Packung steht entweder ein konkretes Ablaufdatum im Tubenfalz/am Boden. Es kann auch eine Zahl in einem geöffneten Mini-Cremetöpfchen sein. Das kleine Zeichen zeigt, wie viele Monate die Sonnencreme haltbar ist. Meist sind das 12 Monate, manchmal aber auch nur 6. Das bezieht sich aber nur auf das ungeöffnete Produkt.

Sonnencreme


Tipp: Beschrifte die Tube! Schreibe beim ersten Öffnen mit wasserfestem Stift das Datum darauf. Wenn du die Creme im Mai 2021 öffnest also "bis Mai 2022 haltbar".
© Galileo

Du hast die Wahl! Es gibt auch Sonnencremes ohne Octocrylen

Wenn du komplett auf den chemischen Sonnenschutzfilter Octocrylen verzichten möchtest, kannst du dich nach Cremes/Sprays ohne diesen Soff umschauen. Das sind zwar nicht so viele, aber ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe lohnt sich - oder du suchst danach im Internet.

Sonnencreme mit mineralischem Filter

Es gibt Cremes ganz ohne chemische Sonnenfilter. Die enthalten stattdessen mineralische, also physikalische, Filter. Das können etwa Titandioxid oder Zinkoxid sein.

Diese Sonnenfilter ziehen im Gegensatz zu den chemischen Filtern nicht in die Haut ein, sondern bleiben obendrauf: Sie streuen und reflektieren die Sonnenstrahlen wie ein winziger Spiegel. Das schädliche UV-Licht gelangt somit nicht in die Haut. Der Nachteil: Sie hinterlassen einen weißen Film auf der Haut.

Gut zu wissen: Einige mineralische Sonnencremes enthalten Nanopartikel. Auf der Inhaltsstoffliste erkennst du dies meist an "nano". Nanopartikel sind ebenfalls umstritten. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kaufe daher eine Creme ohne sie.

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So cremst du dich richtig ein

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    Die meisten Menschen benutzen zu wenig Sonnencreme - oft weniger als ein Viertel der notwendigen Menge.

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    Mindestens 11 Teelöffel Sonnencreme solltest du auftragen: Ein Teelöffel für Gesicht und Hals, je einen pro Arm, 2 Teelöffel für Bauch und Brust, 2 Teelöffel für den Rücken. Und je 2 Teelöffel für die Beine.

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    Nach dem Baden immer nachcremen.

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    Füße, Ohren und Rückseite der Arme nicht vergessen!

Mythen rund um Sonnenschutz

🌞  Mythos 1: Vorgebräunt zu sein, schützt.

Nein, das ist nur bedingt so und entspricht ungefähr dem Lichtschutzfaktor 4.

🌞  Mythos 2: Im Wasser bekommt man keinen Sonnenbrand.

Nein, Wasser schützt nur geringfügig. Und durch die Reflektion kannst du noch mehr Strahlung ausgesetzt werden.

🌞  Mythos 3: Wenn mir nicht heiß ist, kann ich auch keinen Sonnenbrand bekommen.

Nein. Du kannst UV-Strahlung nicht auf der Haut spüren. 

🌞  Mythos 4: Wenn es bewölkt ist, ist das Risiko für Sonnenbrand gering.

80 Prozent der UV-Strahlung kann durch leichte Bewölkung durchdringen, Dunst erhöht das noch.

🌞  Mythos 5: Im Winter ist die UV Strahlung nicht so gefährlich.

Sie ist geringer, aber die Schnee-Reflektion kann sie intensivieren. Besonders vorsichtig solltest du also in den Bergen sein.

Sonnenbrand - Was passiert da eigentlich?

Wer sich vor Sonnenbrand schützen möchte, muss sich eincremen. Aber wieso eigentlich?

Was bedeutet der Lichtschutzfaktor?

Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wieviel länger man sich der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren, als es ohne Sonnenschutzmittel möglich wäre. Je nach Hauttyp variiert die Eigenschutzzeit der Haut.

Beim sehr hellen Hauttyp 1 wäre die Eigenschutzzeit 10 Minuten, mit einem LSF von 30 wären es 300 Minuten (10 x 30). Expert:innen empfehlen diese Zeit nur maximal bis zu 60 Prozent auszunutzen, da der LSF nicht immer garantiert werden kann.

Daher solltest du mindestens alle 2 Stunden nachcremen. So bleibt der Schutz erhalten. Verlängert wird er dadurch aber nicht. Heißt: Auch, wenn du regelmäßig Sonnencreme aufträgst, solltest du (bei Hauttyp 1) nicht länger als 5 Stunden in der Sonne bleiben. 

Welcher Haut-Typ verträgt wieviel Sonne?

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Veröffentlicht: 03.06.2021 / Autor: Bianca Leppert