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Ständig kalte Finger? Diese Krankheit könnte schuld sein

Fiese Nummer: Beim Raynaud-Syndrom hast du immer kalte Finger. Und weiß werden sie auch. Doch es gibt ein paar Mittel, damit deine Hände wieder warm werden.

Das Wichtigste zum Thema Kalte Finger

  • Ist es draußen kalt, sind eisige Finger normal: Die Extremitäten sind kühler als der Rest des Körpers, damit Organe wie Herz und Gehirn zuerst mit Blut versorgt werden.

  • Blutarmut (Anämie), zum Beispiel durch einen Eisenmangel ausgelöst, eine Schilddrüsenunterfunktion oder niedriger Blutdruck können mögliche Ursachen sein.

  • Auch Angst und Stress, Nikotin und einige Medikamente können kalte Finger bedingen.

  • Grund kann aber auch das Raynaud-Syndrom sein: In Europa sind 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung daran erkrankt. Frauen sind 4-mal häufiger betroffen als Männer.

Leichenfinger: Was ist das Raynaud-Syndrom?

Das Raynaud-Phänomen ist eine Durchblutungsstörung, bei der meist die Fingerspitzen anfallartig weiß werden; es können Schmerzen und Taubheitsgefühle dazukommen. Erst nach Minuten oder Stunden legt sich der Anfall. Mediziner unterscheiden zwischen zwischen dem primären und sekundären Raynaud-Phänomen. Das seltenere, sekundäre Phänomen, tritt meist als eine Folge einer Grunderkrankung auf.

Auslöser des primären Phänomens sind zum Beispiel ein plötzlicher Temperaturwechsel oder Stress. Schon wenn die Temperatur unter 10 Grad Celsius fällt, kann ein Anfall auftreten, besonders in Verbindung mit Feuchtigkeit. Auch Händewaschen mit kaltem Wasser kann zu den Leichenfingern führen. Das passiert: Die Gefäße ziehen sich zusammen, so dass weniger Blut in die Finger fließen kann. Der Ablauf ähnelt einem Krampf, deswegen sprechen Ärzte auch von einem Gefäßkrampf.

Der Schnell-Check: Bist du vom Raynaud-Syndrom betroffen?

  • Du bist eine Frau.

  • Die Beschwerden treten spontan als plötzlicher Anfall auf.

  • Du hast nicht bloß eine bläuliche und rötliche Verfärbung der Hände und Füße, sondern weiße, taube Finger.

  • Die Beschwerden traten in oder nach der Pubertät auf.

  • Du bist noch nicht in den Wechseljahren gewesen.

  • Es gab die Erkrankung bereits in der Familie.

  • Die Anfälle werden meist durch Kälte ausgelöst und eher zu Beginn der kalten Jahreszeit oder im Frühjahr als bei Dauerfrost.

  • Die weiße Verfärbung tritt an beiden Händen symmetrisch auf, meist ist der Daumen nicht betroffen.

So sehen Reynaud-Finger aus

Erste Hilfe: Das kannst du gegen Eis-Finger tun

  • ❄️

    Kälte meiden: Raynaud-Patienten sollten Kälte in Verbindung mit Feuchtigkeit meiden, um Symptome nicht zu verschlimmern.

  • 🏋️

    Fitness für die Finger: Muskelkräftigendes Fingertraining, zum Beispiel mit einem Grip-Trainer, verbessert die Durchblutung in der Fingermuskulatur.

  • 🤚

    Schutz bei der Hausarbeit: Beim Spülen oder Putzen solltest du Gummihandschuhe tragen, denn das verdunstende Wasser auf der Hautoberfläche entzieht den Fingern Wärme.

  • 🥊

    Gut verpackt: Schon bei Außentemperaturen um die 10 Grad Celsius brauchen einige Raynaud-Patienten Handschuhe. Fäustlinge eignen sich besser als Fingerhandschuhe, darin wärmen sich die Finger gegenseitig. Auch beheizbare Handschuhe und Taschenwärmer haben sich bewährt.

  • 🚬

    Kippen-Verzicht: Rauchen verschlimmert die Durchblutung in den Gefäßen und steigert Häufigkeit und Schwere von Raynaud-Attacken.

  • 💆

    Stress-Stopp: Hektik und dauerhafte innere Anspannung beeinflussen die Durchblutung negativ. Nutze Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga, um zur Ruhe zu kommen. Das taut nämlich auch deine Eisfinger auf.

Das solltest du dir merken

  • 🤓

    Das Raynaud-Syndrom ist für Betroffene nicht gefährlich, allerdings sehr unangenehm. Achtung: Der Versuch, die Finger unter heißem Wasser aufzuwärmen, kann schiefgehen – sind sie taub, drohen Verbrühungen.

Veröffentlicht: 03.12.2019 / Autor: Melanie Khoshmashrab