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Zecken-Alarm: So schützt du dich am besten

2020 soll es besonders viele Zecken geben, warnt das Deutsche Rote Kreuz. Warum das so ist, was du über die FSME-Impfung wissen musst, und wie du dir die Blutsauger vom Leib hältst.

Das Wichtigste zum Thema Zecken

  • Zecken können viele verschiedene Krankheiten übertragen. In Deutschland sind das vor allem Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

  • Borreliose wird durch Bakterien verursacht und FSME durch Viren, die in der Zecke leben und die beim Stich ins Blut des Menschen gelangen.

  • Saugt eine Zecke Blut, füllt sich der Sack, der das Blut hält, immer weiter. Dadurch verändert sich ihre Farbe zu silbrig bis weiß. Bei weißen Zecken handelt es sich also nicht um eine eigene Zecken-Art.

  • Übrigens: Eine Zecke beißt nicht, sie sticht. Und zwar mit ihrem Stechrüssel. Der umgangssprachlich verbreitete ZeckenBISS ist also in Wahrheit ein ZeckenSTICH.

So schützt du dich vor einem Zeckenstich

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    Trage in Wald und Garten lange Kleidung. Stecke die Socken in die Hose. Auf hellem Stoff sind Zecken besonders schnell erkennbar.

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    Meide den Kontakt mit hoher Vegetation am Wegesrand und verlasse bei Spaziergängen im Wald nicht die Wege.

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    Verwende Zeckenschutz-Mittel. Die schützen jedoch nur rund 1 bis 3 Stunden und müssen immer wieder neu aufgetragen werden.

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    Suche nach einem Spaziergang deinen Körper nach Zecken ab. Zecken bevorzugen dünne, warme Hautstellen. Untersuche deswegen besonders Arme, Kniekehlen, Hals, Kopf und den Intimbereich. Je früher du die Zecke entfernst, desto geringer ist dein Risiko für Borreliose.

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    Gegen FSME kannst du dich per Impfung schützen. Das macht vor allem Sinn, wenn du in einem Risikogebiet lebst. Zu diesen Regionen zählen Baden-Württemberg, Bayern, das südliche Hessen und Thüringen. Darüber hinaus sind Teile in Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie in Sachsen betroffen.

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Ein Zeckenbiss ist unangenehm. Umso wichtiger ist es, die kleinen Beisser sauber zu entfernen und zu entsorgen. Zecken überleben unter Wasser zum Beispiel bis zu 3 Wochen. In diesem Video zeigen wir euch, wie man die Viecher wirklich los wird!

FSME und Borreliose: Das ist der Unterschied

Die FSME-Impfung

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Infektions-Erkrankung, die zu einer lebensgefährlichen Hirnhautentzündung führen kann. FSME-Viren können bei einem Zeckenstich übertragen werden.

Für einen zuverlässigen Schutz sind 3 Impfungen erforderlich. Die ersten beiden werden gewöhnlich im Abstand von 1 bis 3 Monaten gegeben, die dritte je nach Impfstoff 5 bis 12 oder 9 bis 12 Monate nach der ersten verabreicht. Nach 3 bis 5 Jahren wird eine Auffrisch-Impfung empfohlen.

Die FSME-Impfung ist für Erwachsene und Kinder in der Regel gut verträglich. Zu möglichen Nebenwirkungen innerhalb der ersten Tage zählen unter anderem Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle.

Die Kosten für eine Impfung werden von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern der Versicherte in einem FSME-Risikogebiet wohnt.

FSME-Risikogebiete in Deutschland

Zeckenalarm beim Tier: So schützt du Hund und Katze

Um deinen Vierbeiner zu schützen, solltest du ihn nach Spaziergängen gründlich absuchen und Zecken so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange oder einem Zeckenhaken korrekt entfernen.

Vorbeugend gibt es so genannte "Spot-on"-Präparate mit dem Wirkstoff Fipronil. Das Medikament träufelst du Hund oder Katze in den Nacken, sodass sie es nicht ablecken können.

Achtung bei Katzen: Präparate mit dem Wirkstoff Permethin sind für sie giftig. Auch ein Parasiten-Halsband ist ungeeignet. Damit kann die Mieze beim Klettern in Bäumen hängenbleiben. Einige Tierhalter schwören auf Naturheilmittel wie Bierhefe, Kokos- und Schwarzkümmel-Öl. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich aber nicht nachgewiesen.

Hund auf Wiese

© Getty Images

Veröffentlicht: 18.07.2020 / Autor: Miriam Eichhorn

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