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So überstehst du den Kater.

Kater-Mythen im Check: Das hilft (nicht), wenn du zu viel Alkohol getrunken hast

Vom Kaffee bis zu Wundermitteln aus dem Netz - die meisten Tipps gegen Kater sind Mythen. Hier erfährst Du warum, und wie zu viel Alkohol deinem Körper schadet.
Kater-Mythen im Check: Das hilft (nicht), wenn du zu viel Alkohol getrunken hast
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Das Wichtigste zum Thema Kater

  • Wie viel Alkohol ein Mensch verträgt, ist nicht nur sehr individuell, sondern auch tagesformabhängig. So oder so kann er im Körper jedoch Kurz- und Langzeitschäden anrichten. Welche, erfährst du unten.

  • Neben reinem Trinkalkohol (Ethanol) sind in Wein, Schnaps, Bier und Co. auch Begleitalkohole enthalten wie Methanol, Propanol oder Butanol. Sie werden als Fusel bezeichnet. Die Leber muss die Stoffe wie Gift bekämpfen.

  • Trinkst du Alkohol, musst du häufiger als üblich aufs Klo. Das Problem: Deinem Körper wird Wasser entzogen, du kannst dehydrieren und verlierst auch Elektrolyte bzw. Mineralstoffe.

  • Kann ich mich mit einem Kater krankschreiben lassen? Ja, wenn du tatsächlich arbeitsunfähig bist. In bestimmten Berufen ist der Gang zur Ärztin oder zum Arzt sogar Pflicht, wenn du verkatert bist. Das betrifft beispielsweise LKW-Fahrer oder Personen, die an Maschinen arbeiten.

Zu viel Alkohol getrunken: Das sind die Folgen

Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit - ein Kater rüttelt den Körper heftig durcheinander. Deshalb solltest du schon im Vorfeld deinen Alkoholkonsum zügeln. Ist es doch zu viel geworden, tritt der Kater meist sechs bis acht Stunden nach dem Trinkgelage ein. Es kann bis zu drei Tage dauern, bis der Körper scheinbar wieder im Gleichgewicht ist.

Leider wird Alkohol nach kurzer Zeit nicht mehr abgebaut. Das merkst du, wenn du lustig oder traurig wirst und nicht mehr Herr deiner Sinne bist. Ab diesem Zeitpunkt wird der Alkohol zu allen Körperorganen geleitet. Er beginnt seinen Rachefeldzug, indem er die Zellen deiner Organe schädigt.

Hier erklären wir, wie Alkohol im Körper wirkt - kurzfristig und auf lange Sicht.

Diese Wirkung hat Alkohol im Körper

Diese Wirkung hat Alkohol im Körper

Alkohol sorgt für gute Laune und entspannt, aber er macht auch krank. Er schadet dem Gehirn, der Leber und fördert Krebs. Was Alkohol genau bewirkt und ab welcher Menge es kritisch wird, erfährst du im Clip.

Das passiert bei einem Kater in deinem Körper

  • 🧑

    Kopf: Der Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Du dehydrierst. Wichtige Enzyme die den Wasserhaushalt im Körper regeln, werden gestört. Das führt im Kopf zu Schmerzen und zu Ermüdung. Außerdem funktioniert der Verstand nicht mehr klar: Filmrisse oder schlechte Entscheidungen sind keine Seltenheit.

  • 🍺

    Leber: Der Körper leistet beim Alkoholabbau Schwerstarbeit. Bis zu 98 Prozent davon übernimmt die Leber. Sie produziert beim Abbau von Alkohol Acetaldehyd. Dieser Stoff kann der Leber aber auch Knochen und Nervenzellen schaden und fördert Kopfschmerzen.

  • 🤮

    Magen: Alkohol reizt die Schleimhaut. Schmerzen und Übelkeit können die Folge sein. Alkohol wirkt als Zellgift und kann bleibenden Schaden anrichten. Bei einer übertriebenen Partynacht ist als sofortige Reaktion meist Erbrechen der Fall.

  • 🚽

    Darm: Der Alkohol verhindert die Aufnahme von Vitaminen und Mineralien. Da ein Kater die gesamte Verdauung in Mitleidenschaft ziehen kann, kommt es auch zu Durchfall. Alkohol stört auch die Produktion von Verdauungssäfte in der Bauspeicheldrüse.

  • 🦠

    Immunsystem: Da der Alkohol sich im Körper breit macht und viele Organe in ihrer Leistung hemmt, schwächt dies das Immunsystem. Anstatt sich gegen Erkrankungen zur Wehr zu setzen, ist der Körper damit beschäftigt, den Alkohol abzubauen. Er ist daher anfälliger für Erkältungen oder andere Krankheiten.

Helfen Elektrolyt-Lösungen gegen Kater?

Körpereigene Elektrolyte sind Mineralstoffe. Sie regulieren dank ihrer elektrischen Ladungen unter anderem die Muskel- und Nervenfunktionen. Im Netz feiern viele künstliche Elektrolyt-Pulver und -Lösungen als Wundermittel gegen Kater. Die Ärztin Dr. Martina Hartmann sieht das anders.

Ärztin Dr. Hartmann im Interview zu Elektrolyt-Lösungen:

  • Was bewirken Elektrolyt-Pulver im Körper?

  • Elektrolyt-Pulver oder -Lösungen, enthalten Zucker, Natrium, Kalium, Chlorid und einige geschmacksverstärkende Zusatzstoffe. Sie ersetzen Elektrolyte, die der Körper durch Durchfall oder Erbrechen verloren hat.

  • Helfen sie so auch gegen den Kater?

  • Es wäre einfach, wenn ein paar Milligramm Elektrolyte die Schäden, die der Alkohol anrichtet, einfach reparieren könnten. Tun sie aber nicht. Man sollte solche Medikamente nicht wahllos nehmen, denn dafür sind sie in ihrer Zusammensetzung nicht gemacht. Ganz sicher gilt nicht: Viel Alkohol bekämpft man mit vielen Elektrolyten. Im Gegenteil: Zu viel Elektrolyte können gefährlich sein.

  • Für wen?

  • Kommt darauf an, wie viel man nimmt. Man kann dem Körper durch übermäßige Zufuhr von Zucker und Elektrolyten Schaden zufügen, die sich vor allem bei vorerkrankten Menschen mit Bluthochdruck, Zucker, Herz- oder Nierenerkrankungen aber auch bei gesunden Menschen äußern können.

  • Warum können Elektrolyte auch für Gesunde gefährlich sein?

  • Wenn zu viele Elektrolyte im Körper sind, kann das zu Bluthochdruck oder gestörten Übertragungen von Nervenimpulsen wie Herzrhythmusstörungen, Muskelkrämpfen oder Verwirrtheit führen.

  • Wie kann man sich denn bei einem Kater helfen?

  • Gegen Schmerzen kann man gängige Schmerzmittel nehmen, die man frei in der Apotheke kaufen kann. Ist es bereits zu spät, dann trinken wir lieber einen Liter Wasser, essen 1,5 Stück Würfelzucker, und gehen für die knapp neun Euro mehr in der Tasche schön frühstücken, anstatt sie für Elektrolyt-Lösungen auszugeben. Am besten ist, man lässt es gar nicht zum Kater kommen.

Ein Rollmops gegen den Kater - bringt das was?

Saurer Hering gegen Kater

Ein saurer Hering kann den Kater etwas lindern. Der Alkohol in deinem Körper wird deshalb aber nicht schneller abgebaut.

Hausmittel gegen Kater - Mythos oder Magie?

Wer nicht durcheinander trinkt, bekommt keinen Kater. Von wegen! Konterbier oder Lebensmittel mit Kohlehydraten helfen am nächsten Morgen. Von wegen! Wer vor dem Trinken mit fettigen Lebensmitteln eine Basis legt, bekommt keinen Kater. Von wegen! Das einzige, was wirklich hilft: Nicht zu viel trinken! Außerdem kann kein Hausmittel, den Alkohol-Abbau beschleunigen!

Einige Tipps machen den Kater aber vielleicht etwas erträglicher:

💧Wasser: Da der Alkohol dem Körper vor allem Wasser entzieht, ist es gut, wenn du dem Körper wieder viel Wasser zuführst. Am besten nicht erst am Morgen nach der Party. Trinke einfach mehr Wasser als Alkohol und lass dir das Wasserglas schon bei der Feier öfter auffüllen.

🐟 Rollmops: Er hilft teilweise. Der Rollmops ist sehr salzig und das regt zum Wassertrinken an. Außerdem besitzt er Mineralstoffe, die die Symptome lindern können. Essiggurken und Räucherlachs übernehmen diese Aufgaben genauso gut.

🌬 Frische Luft: Ein Spaziergang bringt den Kreislauf in Gang, ebenso wie eine kalte Dusche. Das hilft sicher, sich besser zu fühlen, aber beschleunigt nicht den Alkohol-Abbau.

Woher kommt der Begriff "Kater"?

Kater ist eine Ableitung von Katarrh, ein Begriff aus dem 19. Jahrhundert, der für Erkältung steht. Studenten jener Zeit, die sich nach dem Alkohol-Genuss krank gefühlt haben, haben diesen Begriff zweckentfremdet. Der wissenschaftliche Name lautet Alkoholintoxikation, der medizinische Veisalgia.

Einen Kater haben: Woher kommt die Redewendung?

Einen Kater haben: Woher kommt die Redewendung?

Wer beim Feiern zu viel trinkt, den brummt am nächsten Morgen der Schädel. Aber warum spricht man dann davon, einen Kater zu haben?

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Veröffentlicht: 26.11.2022 / Autor: Galileo