Darum macht zu viel Testosteron Männer dümmer
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Darum macht zu viel Testosteron Männer dümmer

vor 1 Jahr

Keine Frage: Wir leben in einer Zeit der Testosteron-Schleudern. Trump, Putin, Erdogan, die Alpha-Männchen geben sich, wie wir sie kennen. Impulsiv und kritikresistent. Doch jetzt haben Forscher rausgefunden: Zu viel Testosteron macht nicht nur männlich aggressiver. Es macht auch dümmer! Das erklärt einiges.

In der bislang größten Doppelstudie zu dem Thema haben Wissenschaftler der Universität Pennsylvania untersucht, wie sich ein hoher Testosteron-Spiegel auf das Verhalten und die Denkstrukturen von Männern auswirkt. Die Antwort: gar nicht mal so gut, denn sie werden dümmer.

Und nicht nur das. Im Rahmen der Studie konnte auch gezeigt werden, dass Männer mit viel Testosteron zu Selbstüberschätzung neigen. Sie unterdrücken stärker Selbstzweifel und werden überheblicher. Entscheidungen werden seltener hinterfragt und Kurzschlussreaktionen gefördert. Dadurch werden nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen.

Der Weg zur richtigen Entscheidung

Ob eine Entscheidung dabei gut oder schlecht ist, hängt mit dem Entscheidungsprozess zusammen. Beim menschlichen Entscheidungsfällen kommen zwei Mechanismen zum Einsatz: das Bauchgefühl und der Prozess des reflektierenden Überdenkens. Antworten des Baugefühls funktionieren schnell und mühelos, sind aber häufig fehlerhaft. Angestrengtes Nachdenken hingegen, benötigt mehr Zeit, liefert aber mit großer Wahrscheinlichkeit ein richtiges Ergebnis.

Wenn es um kritische Problemlösungen geht, werden Entscheidungen normalerweise zuerst intuitiv und aus dem Bauch heraus getroffen. In einem zweiten Schritt wird der Lösungsansatz dann noch einmal überdacht, die Konsequenzen abgewogen. Durch diesen zweistufigen und logischen Prozess, treffen wir meistens die richtigen Entscheidungen.

Testosteron hemmt das kritische Denken beim Entscheidungsprozess

Forscher haben nun herausgefunden, dass der zweite Mechanismus  – der des kritischen Überdenkens – bei Männern mit hohem Hormonspiegel gehemmt wird. Sie treffen dadurch häufiger Kurzschlussreaktionen, ein kritisches Nachdenken findet dagegen seltener statt. Mögliche Konsequenzen werden so ausgeblendet und Fehler passieren schneller.

Um dies festzustellen, untersuchten die Wissenschaftler 243 junge Männer. Die Hälfte wurde mit einem bestimmten Gel, das eine hohe Dosis Testosteron beinhaltete, eingerieben. Die andere Gruppe bekam ebenfalls ein Gel, ohne Hormone.

Wie teuer ist der Ball?

Anschließend sollten die Männer eine logische, aber recht einfache Denkaufgabe lösen:

„Ein Schläger und ein Ball kosten zusammen 1,10 Dollar. Der Schläger kostet ein Dollar mehr als der Ball. Was kostet der Ball?“.

Die richtige Antwort ist dabei nicht, wie vielleicht zuerst vermutet 0,10 Dollar, sondern 0,05 Dollar. Der Schläger kostet demnach 1,05 Dollar und ist somit einen Dollar teurer als der Ball.

Das konkrete Ergebnis des Experiments: Männer mit erhöhtem Testosteronwert antworteten zwar schneller, dafür aber auch deutlich öfter falsch. Konkret gaben sie 20% mehr falsche Antworten, als Männer der Placebo-Gruppe.

Was genau das Testosteron mit dem männlichen Gehirn anstellt, konnte das Forscherteam bislang noch nicht genau feststellen. Sie vermuten, dass das Hormon Selbstvertrauen erhöht und die Männer stärker glauben lässt, recht zu haben.

Ihr möchtet noch mehr über das männliche Geschlecht erfahren? Wir haben uns 15 Mythen rund um den Mann genauer angesehen und auf die Probe gestellt. Kann man zum Beispiel wirklich den Testosteron-Spiegel eines Mannes an seinem Tanzstil erkennen? Das und noch mehr erfahrt ihr in diesem Video.

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