Deshalb schlägt bei manchen Menschen das Herz auf der rechten Seite
via Wikipedia/Kartagener-Syndrom/Gemeinfrei

Deshalb schlägt bei manchen Menschen das Herz auf der rechten Seite

vor 1 Jahr

Habt ihr schon gewusst, dass das Herz nicht bei allen Menschen auf der linken Seite schlägt? Bei manchen schlägt es auf der rechten Seite. Wie das möglich ist, verraten wir euch hier.

Gerade heute dürfte beim ein oder anderen von uns das Herz schneller schlagen, wenn das Valentins-Date bevorsteht. Bei einigen Menschen tut es das auf der „falschen“ Seite. Der häufigste Grund dafür ist das Kartagener-Syndrom –  eine angeborene Erkrankung,  in der das Baby mit spiegelverkehrt angeordneten Organen zur Welt kommt. Das kann schlimme Folgen haben. Die Atemwege, Nasen und Ohren sind viel anfälliger für Infektionen, es kann zu Sauerstoffmangel kommen und bei Frauen führt diese Erkrankung häufig zu Eileiterschwangerschaften.

Kartagener-Syndrom
Die Aorta – Hauptschlagader des Herzens – befindet sich auf der rechten Seite.
© via Wikipedia/Kartagener-Syndrom/Gemeinfrei

Auch bei siamesischen Zwillingen kann es vorkommen, dass der rechte Zwilling sein Herz auf der rechten Seite trägt. Aber warum betrifft es nur den rechten Zwilling? Mathias Tisler von der Universität Hohenheim und seine Kollegen haben nun eine Antwort auf diese Frage.

Für eine Studie haben sie die Eier von afrikanischen Krallenfröschen so manipuliert, dass dabei siamesische Zwillinge entstanden sind. Anhand dieser Eier konnte Tisler mit seinem Team die Entwicklung der Ungeborenen genau beobachten. Dadurch haben die Wissenschaftler herausgefunden, wie der Vorgang für die Anordnung der Organe gesteuert wird.

Drei Asymmetrie-Gene sorgen im Normalfall dafür, dass sich das Herz mit der Spitze nach links ausrichtet. Sie geben auch den anderen Organen den richtigen Platz im Körper. Gleich nach der Befruchtung werden diese Gene allerdings noch von einem bestimmten Protein namens Inhibitor-Protein blockiert, erklären die Forscher. Erst nach den fünf Tagen wird allmählich die Blockade des Proteins gelöst. Der Vorgang dauert in etwa sechs Stunden.

Winzige Härchen auf der Oberfläche der Zellen, die sogenannten Cilien, steuern diesen Vorgang. Sie bewegen sich wie ein Propeller im Kreis und sorgen dafür, dass das Bremsprotein auf der linken Körperhälfte abgeschaltet wird. Rechts bleibt es dagegen aktiv. Das sorgt für eine asymmetrische Ausprägung der Organe. In der Studie beschreiben die Forscher den Vorgang wie einen Domino-Effekt, der nicht mehr zu bremsen ist.

Natürlich läuft dieser Vorgang auch bei siamesischen Zwillingen ab, jedoch etwas anders: Die linke Körperhälfte des rechten Zwillings „überlappt“ sich quasi mit der rechten Körperhälfte des linken Zwillings. Diese „Überlappung“ stört den Vorgang, wodurch die Blockade des Proteins nicht gelöst werden kann. Dadurch ordnen sich die Organe dann zufällig an – und bei jedem zweiten rechtsseitigen Zwilling eben spiegelverkehrt.

Siamesische Zwillinge
Die beiden Körperhälften „überlappen“ sich.
© via Flickr/Andres Rodriguez/CC BY-SA 2.0

Wir haben in Indien die siamesischen Zwillinge Shivanath und Shivram besucht. Die beiden teilen sich schon seit 14 Jahren einen Körper. In ihrem Dorf gelten sie als Geschenk des Himmels. Hier siehst du die unglaubliche Geschichte:

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