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Diese Füllung soll deine Zähne von innen reparieren können

vor 3 Jahren

Wer von uns hat sich als Kind nicht davor gefürchtet: Der Besuch beim Zahnarzt. Besonders schlimm war es, wenn man wusste, dass der Bohrer zum Einsatz kommen würde. Die Zahnfüllungen – Überbleibsel der ungeliebten Zahnarzttermine – quälen so manchen von uns auch noch im Erwachsenenalter. Wie schön wäre es in solchen Fällen, wenn unsere Zähne sich selbst heilen könnten. Genau dafür entwickeln Forscher gerade eine Lösung.

Damit sich nach dem Bohren im offenen Zahn nicht gleich wieder Bakterien ansammeln, muss er mit einer Füllung versiegelt werden. Dafür gibt es unterschiedliche Materialien: Kunststoff, Keramik, Zement oder auch den silberfarbenen Klassiker Amalgam. Solche Zahnfüllungen halten aber nicht ewig: Laut dem Zahnreport 2015 der Barmer GEK muss fast jeder dritte gefüllte Zahn innerhalb von vier Jahren wieder behandelt werden.

Außen hart und innen weich

Unsere Zähne bestehen aus mehreren Schichten: Außen befindet sich der extrem harte Zahnschmelz, darunter liegt das Zahnbein (Dentin). Das Dentin stellt die Hauptmasse des Zahns dar und ist wesentlich weicher und anfälliger für Karies als der Zahnschmelz. Außerdem ist es schmerzempfindlich. Darunter befindet sich das Zahnmark, auch Pulpa genannt, das von Blutgefäßen und Nervenfasern durchzogen ist.

Karies kann sich durch die einzelnen Schichten fressen. Dann muss der Zahnarzt mit dem Bohrer ran. Und als ob das noch nicht schmerzhaft genug wäre, kann im Nachhinein, in richtig schlimmen Fällen, sogar noch die gefürchtete Wurzelbehandlung erforderlich sein.

Hilfe zur Selbsthilfe

Damit Patienten nicht bis an ihr Lebensende mit meist unschönen Zahnfüllungen leben müssen, haben Forscher von der University of Nottingham und dem Wyss Institute der Harvard University ein synthetisches Biomaterial entwickelt. Laut Adam Celiz, einem der Forscher, kann es – im Gegensatz zu üblichen Füllungen – mit direktem Kontakt zum Pulpa-Gewebe eingesetzt werden. Dort soll es dann die natürlichen Stammzellen zur Reparatur und Regeneration von Pulpa-Gewebe und Dentin anregen.

Die erste öffentliche Anerkennung für ihre Erfindung bekamen die Forscher von der Royal Society of Chemistry. Bei der Emerging Technologies Competition 2016 gewannen sie den zweiten Preis.

Sich die Zähne selber richten? Bei den Briten scheint das kein Problem zu sein. Doch funktioniert es auch und kann das Ergebnis mit dem eines Zahnarztes mithalten?

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