Forscher haben ein rein pflanzliches Verhütungsmittel entdeckt
via Pixabay

Forscher haben ein rein pflanzliches Verhütungsmittel entdeckt

vor 2 Wochen

Das leidige Thema der Verhütung – wir kennen es alle. Meistens bleibt das an uns Frauen hängen – siehe Spirale oder Pille. Doch durch hormonelle Verhütungsmethoden leiden viele Frauen unter Migräne, Stimmungsschwankungen (als hätten wir die nicht auch so schon oft genug) oder anderen Nebenwirkungen. Aber jetzt ist Aufatmen angesagt: Forscher haben ein rein pflanzliches Verhütungsmittel entdeckt – und das sogar für beide Geschlechter.

Die Zauberworte der neuen Verhütungsmethode nennen sich „Lupeol“ und „Pristimerin“. Ja, das geht nicht ganz so leicht über die Lippen, aber dafür wirken diese beiden Stoffe Wunder. Denn sie hemmen jeweils die Bewegungsmöglichkeit des Spermas, sodass es gar nicht erst zu einem Zusammentreffen zwischen Sperma und Ei kommt. Zu finden ist Lupeol in Pflanzen wie dem Löwenzahn oder der Mango, Pristimerin hingegen wurde bisher nur in der in Ostasien beheimateten Wilfords Dreiflügelfrucht nachgewiesen. Dabei funktioniert die Lähmung der Spermien durch diese beiden Stoffe wie folgt:

Auf dem Weg zum Ei bewegen sich die Spermien mit einer rhythmischen Bewegung ihres Schwanzes fort. Wenn sie das Ei und dessen umgebenden Zellhaufen schließlich erreichen, reicht diese Bewegung aber nicht mehr aus, um in das Ei einzudringen. Daher hat es die Evolution so eingerichtet, dass die Spermien eine Art Power-Boost erhalten – und das durch einen Kalziumkanal, auch CatSper genannt. Durch das ausströmende Kalzium verändert sich die Bewegung des Spermiumschwanzes und wird stärker. Das gibt dem Spermium genug Antrieb, um durch die Hülle des Eis zu stoßen.

Jetzt kommen unsere Pflanzenstoffe ins Spiel. Beide verhindern nämlich durch einen chemischen Prozess das Ausströmen des Kalziums – und verhindern damit auch den Power-Boost des Spermiums.

Diese genialen Erkenntnisse hat ein Forscherteam rund um Biologin Polina Lishko der University of California in Berkeley jetzt auf der Open-Access Plattform „Proceedings of the National Academy of Sciences“ unter dem Namen des „molekularen Kondoms“ veröffentlicht. Das Beste an diesen Wirkstoffen: Sowohl der Mann als auch die Frau könnten dieses Verhütungsmittel einnehmen. Bei der Einnahme durch die Frau wäre es dann sogar egal, ob dies vor oder direkt nach dem Geschlechtsverkehr geschieht. Denn ein Spermium braucht etwa fünf bis sechs Stunden, um den Weg bis zur Eizelle zurückzulegen. Genug Zeit also für Lupeol und Pristimerin, um zu wirken. Da beide Pflanzenstoffe bereits in sehr geringer Konzentration eine Schwangerschaft verhindern und – so zeigen die bisherigen Tests im Labor – ohne Nebenwirkungen bleiben, könnte dieses Medikament auch als langfristige Verhütungsmethode Verwendung finden.

Bisher gibt es jedoch ein Problem: Da die beiden Wirkstoffe nur in sehr geringen Mengen in den Pflanzen enthalten sind und nur mit großem Aufwand aus den Pflanzen gewonnen werden können, können daraus bisher keine marktfähigen Medikamente hergestellt werden. Daher sind die Forscher jetzt auf der Suche nach Möglichkeiten, Lupeol und Pristimerin in größeren Mengen kostengünstig synthetisch herzustellen.

Außerdem müssen weitere Tests mit menschlichem Sperma zeigen, ob diese Pflanzenbestandteile auch eine wirklich sichere Methode der Verhütung darstellen. Bisher sieht das aber sehr vielversprechend aus. Wir drücken dafür auf jeden Fall ganz fest die Daumen, damit wir alle die schönste Nebensache der Welt bald noch sorgenfreier und ganz ohne Stimmungsschwankungen genießen können.

Eine andere Verhütungsmethode – für den Mann – befindet sich zurzeit ebenfalls noch in der Testphase – das Vasalgel. Es funktioniert wie ein Pfropfen im Samenleiter des Mannes und verstopft ihn. Mehr dazu findet ihr hier.

Kondome aus Schafsblinddarm – ziemlich eklig, aber so sah die Verhütung früher aus, in Zeiten vor der Pille und unserem heutigen Kondom. Mehr über altertümliche Verhütungsmethoden erfährst du hier:

Facebook WhatsApp

Diese Beiträge könnten dir auch gefallen: