Mini-Hirn und Schädel im Eierstock einer 16-Jährigen gefunden
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Mini-Hirn und Schädel im Eierstock einer 16-Jährigen gefunden

vor 9 Monaten

Mediziner stoßen immer wieder auf verrückte Dinge, die unser Körper hervor bringt. In diesem besonderen Fall sollte einer Japanerin eigentlich nur der Blinddarm entfernt werden. Bei der Operation stießen die Ärzte auf etwas ganz anderes.

Warnung: Ihr solltet den Artikel vielleicht nicht beim Essen lesen.

Blinddarm-OPs sind Routine. Das sollte es auch bei einer 16-jährigen Japanerin werden, über die sogar in einer Fachzeitschrift berichtet wurde. Denn während der Operation fiel den Ärzten ein etwa zehn Zentimeter großer Tumor in einem ihrer Eierstöcke auf.

Beim Öffnen stellte sich heraus, dass er Klumpen aus Haaren enthielt und eine etwa drei Zentimeter große Gehirn-ähnliche Struktur, die mit einer dünnen, knöchernen Platte – wie bei einem Schädel – ummantelt war. Eine spätere Analyse ergab, dass diese Struktur eine Mini-Version des Kleinhirns darstellt. Ein Teil repräsentierte den Hirnstamm, der normalerweise mit dem Rückenmark verbunden ist.

Etwa ein Fünftel aller Eierstock-Tumore beinhalten fremdes Gewebe. Dazu gehören Haare, Zähne, Knorpel, Fett, Muskel- oder eben Hirngewebe. In den meisten Fällen sind sie allerdings gutartig (im Gegensatz zu denen, die in den Hoden vorkommen) und es reicht, wenn man sie operativ entfernt. Man nennt sie Teratome. Das leitet sich vom griechischen Wort teras für Monster oder Schreckbild ab.

Gehirn

Teratom aus dem Eierstock
Mit Hautgewebe und Haaren
© via Wikipedia/CC0

Was die Ärzte da gefunden haben, ist also gar nicht so unüblich. Einen Unterschied zu bisherigen „Funden“ gibt es aber doch: Hin und wieder werden darin zwar auch Hirnzellen gefunden, allerdings ist es äußerst selten, dass sie so weit ausgebildet sind, dass sie sich in einer Art Hirn-Struktur „ansiedeln“ und so sehr unserem Gehirn ähneln. In diesem Fall konnten zwischen den Neuronen sogar elektrische Impulse übertragen werden.

Das Mädchen hatte zuvor keine Symptome – weder Schmerzen noch neurologische. Denn Teratome gehen oft mit Persönlichkeitsänderungen, Paranoia, Verwirrung oder sogar Gedächtnisverlust einher. Das kommt daher, dass unsere Immunzellen die Hirnzellen im Eierstock als Fremdkörper wahrnehmen, den sie attackieren. Denn sie denken, dass die richtigen Hirnzellen im Gehirn ebenfalls attackiert werden könnten. Das führt dann zu einer Entzündung – die unterschiedlich ausfallen kann.

Die Japanerin merkte vorher nichts, ihr wurde der Tumor entfernt und es geht ihr gut.

Aber wie kann sich ein Teratom überhaupt entwickeln? Dazu gibt es verschiedene Theorien. Die wahrscheinlichste ist die KeimversprengungstheorieSie geht davon aus, dass Keimmaterial in der Embryonalentwicklung übrig geblieben ist und sich nicht weiterentwickeln konnte. Daraus wächst der Tumor mit dem „menschlichen“ Gewebe.

Zurück zu unserem Gehirn: Verfolgt man die Evolution, müsste es eigentlich schon doppelt so groß sein. Warum das nicht der Fall ist, zeigen wir euch hier:

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