Warum zucken unsere Muskeln, bevor wir einschlafen?
via Pexels/CC0

Warum zucken unsere Muskeln, bevor wir einschlafen?

vor 1 Jahr

Jeder kennt das: Man ist eigentlich schon kurz vorm Einschlafen und dann wird man nochmal kurz wach. Weil man sich selbst erschrocken hat, dass unser Bein kurz gezuckt hat. Oder weil wir das Gefühl haben, irgendwo runtergefallen zu sein. Warum macht unser Körper sowas?

Erstmal zu Beginn: Ihr seid damit nicht alleine. Etwa 70 Prozent der Menschen geht es so, dass ihre Muskeln plötzlich loszucken.

Dafür verantwortlich sind Myoklonien. Darunter werden erstmal jegliche, unwillkürliche Muskelzuckungen zusammengefasst. Egal, welchen Ursprung sie haben. Denn da gibt es durchaus verschiedene. Auch Schluckauf zählt dazu.

So können sie zum einen als Begleiterscheinungen von neurologischen Erkrankungen auftreten. Diese werden vom Hirn gesteuert. Dabei wird jedoch unterschieden, ob sie in der Großhirnrinde, im Rückenmark oder anderen Regionen des Gehirns erzeugt werden. Oft treten die Zuckungen im Rahmen einer Epilepsie auf. Diese hat man nicht unter Kontrolle. Aber es gibt zahlreiche Krankheiten, die einen anderen Ursprung, aber die gleichen Symptome haben. Diese sind beeinflussbar.

Unsere Einschlaf-Zuckungen sind allerdings nicht Symptom einer Krankheit. Sie sind für – wie schon oben erwähnt – 70 Prozent der Bevölkerung ganz normal. Sie treten hin und wieder auf. Im Kleinkindalter noch am häufigsten.

Unsere Muskeln zucken beim Einschlafen oder im Leichtschlaf. Manche Menschen wachen davon auf, andere verspüren einen schnellen Herzschlag und wieder anderen fällt es im ersten Moment schwer, normal zu atmen. In einer extremen Variante kann das so aussehen:

Die Gründe sind schwer auszumachen. Eine Vielzahl kommt in Frage: Von Ängsten und Sorgen, über Stress, Koffein bis hin zu anstrengenden Übungen am Abend.

Eine andere Theorie geht auf unsere Vorfahren zurück. Demnach hatten sie es sich angewohnt, noch ein letztes Mal aufzuwachen, um zu schauen, dass keine Feinde in der Nähe sind. Zudem hätte man so checken können, dass der Schlafplatz wirklich sicher ist. Und man nicht tatsächlich von einem Baum fällt (wo unsere Vorfahren wohl gerne geschlafen haben). Deshalb hätten auch heute noch viele Menschen das Gefühl, sie würden fallen.

Ein Psychologe erzählte der BBC von noch einer anderen Variante: Es wäre ein geheimer Kampf um die Kontrolle im Hirn. Wachsamkeit und Traumland stehen sich gegenüber. Bevor das Traumland über Geist und Körper gewinnt, begehrt unser waches Ich noch einmal auf.

Welche der Theorien nun die richtige ist, ist für Wissenschaftler noch nicht ganz klar. Aber sie wissen, wie wir diese Zuckungen verhindern können: Kein Koffein und keine anstrengenden Bewegungen am späten Abend. Und natürlich kein Stress. Damit wir ruhig und entspannt einschlafen können.

Oder wir warten einfach, bis wir alt werden. Denn je älter wir werden, desto seltener zucken unsere Muskeln.

Wenn eure Zuckungen allerdings so schlimm werden, dass sie euch tatsächlich am Einschlafen hindern, solltet ihr mal mit eurem Arzt reden.

Hier im Video veranschaulichen wir nochmal, was genau dabei in unserem Körper passiert:

Facebook WhatsApp

Diese Beiträge könnten dir auch gefallen: