Forscher haben das tragische Geheimnis der Franklin-Expedition gelüftet

vor 3 Jahren

Expeditionen ins ewige Eis waren noch vor nicht langer Zeit ziemlich lebensgefährlich. Immer wieder verunglückten Abenteurer und Forscher in der Arktis. Zum Tod aller Teilnehmer der berühmten Franklin-Expedition im 19. Jahrhundert haben kanadische Forscher nun eine neue Theorie.

Doch von Anfang an: Die Geschichte der Tragödie. 1845 stach der Polarforscher Sir John Franklin mit zwei Schiffen und einer Crew von fast 134 Mannschaftsmitgliedern in See. Die Abenteurer wollten einen nördlichen Seeweg von der Ostküste Kanadas durch die Arktis in den indischen Ozean erschließen. Das hätte einen kürzeren Handelsweg nach Asien bedeutet.

Über die Davisstraße segelte Franklin in den Wellingtonkanal. Im ersten Jahr überwinterte die Crew vor der Beechey-Insel. Im nächsten Sommer brachen sie zur King-William-Insel auf. Dort begann sich das Schicksal der Männer zu wenden. Sie konnte weder voran noch zurück – Packeis hinderte sie daran.

Expedition


Die wahrscheinlichste Route der Franklin-Expedition
© via WikiCommons, CC BY-SA 3.0

Leider brachte auch der darauffolgende Sommer nur wenig Erwärmung. Das Eis blieb und so mussten die Männer noch ein weiteres Jahr in der Kälte verbringen.

Was daraufhin mit der Besatzung passierte, darüber wurde nicht nur in den damaligen Medien spekuliert. Sogar der deutsche Schriftsteller Sten Nadolny hat sich der Geschichte in „Die Entdeckung der Langsamkeit“ angenommen. Sicher war nur: Als man sie fand, war kein einziger mehr am Leben.

Die wahren Gründe

Bislang dachten Wissenschaftler, dass die Mannschaft einer Bleivergiftung zum Opfer fiel. Beide Schiffe und menschliche Überreste wurden zwar damals gefunden. Das führte jedoch nicht zu einer eindeutigen Antwort.

Der Biochemiker Hing Man Chan und seine Kollegen von der University of Ottawa analysierten nun per Laserablation Nagelproben des Leichnams eines der Crewmitglieder. Die Ergebnisse zeigten, dass der Abenteurer zu wenig Zink im Körper hatte. Und das weist auf extreme Mangelernährung hin.

Die Teilnehmer der Expedition konnten sich aufgrund ihrer kargen Lebensmittelrationen wohl kaum mehr gegen Krankheitserreger schützen. Ein schwaches Immunsystem kann heutzutage beispielsweise mit Vitamin-C-Zink-Kapseln wieder gestärkt werden. Die Crewmitglieder konnten darauf selbstverständlich nicht zurückgreifen: Einer nach dem anderen wurde krank und starb an den Folgen.

Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, mehr über die Arktis zu erfahren: Im Video haben wir euch in 100 Sekunden zusammengefasst, was das Eis im Norden hergibt. 

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