Warum Dänemark und Kanada den "Whisky-Krieg" führen
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Warum Dänemark und Kanada den „Whisky-Krieg“ führen

vor 2 Jahren

Habt ihr schon mal vom Whisky-Krieg gehört? Nein? Dann seid ihr hier richtig. Denn die Geschichte ist skurril, spannend und auch ein bisschen witzig.

Der Whisky-Krieg dauert offiziell schon 32 Jahre. Doch die Differenzen zwischen Dänemark und Kanada stammen schon aus den 1930ern. Was ist da los? Ganz weit oben im arktischen Norden liegt die Hans-Insel. Die unbewohnte und vegetationslose Insel ist nur 1,25 Quadratkilometer groß und hat tatsächlich einen „Krieg“ angezettelt. Sie liegt in der Nares-Straße, die sich zwischen der kanadischen Ellesmere-Insel und Nordgrönland erstreckt.

Also für uns irgendwo im Nirgendwo. Aber genau zwischen (links) kanadischen Inseln und (rechts) Grönland, das bekanntlich außenpolitisch von Dänemark vertreten wird. Und vielleicht könnt ihr es schon erraten: Die beiden Länder streiten sich darum, wem nun dieses kleine Eiland gehört. Denn nach internationalem Recht gehört einem Land alles, was sich 20 Kilometer weit von der Küste entfernt befindet. Im Fall von der Hans-Insel würde es zu beiden Ländern zählen.

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1933 entschied der Ständige Internationale Gerichtshof des Völkerbundes, dass die Hans-Insel Dänemark gehören sollte. Als der Völkerbund allerdings 1946 aufgelöst und von den Vereinten Nationen ersetzt wurde, kümmerte sich keiner um den Status der Hans-Insel. Im Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg wurde das auch erstmal zur Nebensache. Als 1973 die Grenze zwischen Kanada und Dänemark gezogen wurde, klammerte man die Insel einfach aus.

1984 aber entflammte die Debatte zwischen den beiden Ländern erneut. Da besuchte der dänische Minister, der für Grönland verantwortlich war, die kleine Insel und setzte einfach mal eine dänische Flagge hin. Dazu schrieb er die Notiz „Willkommen auf der dänischen Insel“ und legte eine Flasche Brandy daneben. Der – nicht ganz ernste – Whisky-Krieg war eröffnet (Whisky-Krieg deshalb, weil es danach immer Whisky gab).

Denn seitdem werden bei jeder neuen Expedition die Flaggen des Nachbarlandes gegen die eigene ausgetauscht und dazu eine schöne Flasche Schnaps aus der Heimat hinterlassen. Zu wem die Hans-Insel nun gehört, ist noch immer nicht klar. Denn als 2012 erneut die Grenzen ausgelotet wurden, wurde die Hans-Insel mal wieder ausgeklammert. Offiziell ist zumindest der Streit beigelegt.

Jetzt gibt es Pläne, die Insel von beiden Ländern „regieren“ zu lassen. Wie schön wäre es, wenn jeder Krieg mit einer Flasche Whisky beendet werden könnte.

So harmlos dieser Krieg auch ist, es ist nicht jeder. Wir stellen euch die kuriose Seite vor. Denn im Kalten Krieg wurden Spionagegeräte genutzt, wie man sie eigentlich nur aus „James Bond“-Filmen kennt:

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