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Marc Wallert bei seiner Rückkehr nach der Geiselnahme

140 Tage Geisel-Haft: Marc Wallert zeigt, wie wir durch Krisen wachsen

Im Jahr 2000 entführten Terroristen in Malaysia 21 Geiseln. Darunter auch 3 Deutsche - Marc Wallert und seine Eltern. Wie er trotz widrigster Umstände seinen Lebensmut bewahrte - und was wir aus Krisen lernen können. Im Clip erklärt Wallert, wie wir die Corona-Krise meistern.
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Das Wichtigste zum Thema Marc Wallert

  • Marc Wallert (*1973) ist Buchautor, Krisen-Coach und Resilienz-Trainer. 2000 wurde er während eines Tauch-Urlaubs in Malaysia in eine grausame Geiselnahme durch die islamistische Terror-Gruppe Abu Sayyaf verwickelt.

  • Die Entführer verschleppten 21 Geiseln in den philippinischen [Dschungel] (https://www.galileo.tv/video/vom-indonesischen-dschungel-in-die-grossstadt/). Wallert und seine Mitleidenden verspürten jeden Tag Todesangst.

  • Dennoch schaffte Wallert es, einen kühlen Kopf zu bewahren und anderen in der schwierigen Situation zu helfen. Im Jahr 2020, 20 Jahre nach dem Geisel-Drama, veröffentlichte Wallert sein Buch "Stark durch Krisen": Von der Kunst, nicht den Kopf zu verlieren".

  • Eine [Krise] (https://www.galileo.tv/corona/kontakt-tagebuch-diese-tipps-und-apps-helfen-in-der-corona-krise/) zeigt uns laut Wallert, dass etwas nicht so weitergehen kann wie bisher. 5 Jahre nach der Geiselnahme erlitt Wallert ein Burn-Out durch Stress in der Arbeit.

  • Doch, wie Wallert selbst sagt: "Eine Krise ist der perfekte Zeitpunkt für einen Neuanfang". Er ließ den stressigen Manager-Job hinter sich und nutzt heute die Kraft, die er aus seinen Krisen schöpfte, um anderen zu helfen.

  • Denn die Strategien, die ihm damals im Dschungel halfen, lassen sich auf vielerlei (Lebens-)Krisen übertragen - auch auf die [Corona-Krise] (https://www.galileo.tv/corona/aenderung-des-infektionsschutz-gesetzes-was-bringt-die-bundes-notbremse/).

In unserem Galileo-Podcast erzählt Marc Wallert seine Lebensgeschichte

Vom paradiesischen Urlaub zum Albtraum: So lief die Entführung ab

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    Ostern, 2000: Der 26-jährige Marc Wallert braucht eine Auszeit vom stressigen Business-Alltag und verbringt mit seinen Eltern einen Tauch-Urlaub auf der malayischen Insel Sipadan.

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    Die paradiesischen Tage nehmen ein abruptes Ende, als beim Sun-Downer plötzlich mit Bazookas bewaffnete Terroristen die Bucht stürmen und 21 Urlauber:innen und Hotel-Angestellte in ihre Gewalt bringen.

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    Die islamistische Terror-Organisation Abu Sayyaf wurde 1991 gegründet. Die Mitglieder haben Kontakt zu den Taliban und gelten als extrem gefährlich.

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    Bis heute verüben sie im Süden der Philippinen Attentate, Entführungen und Enthauptungen - mit dem Ziel, in der Region einen islamischen Gottesstaat aufzubauen.

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    In einer über 30 Stunden langen Odyssee verschleppen die Terroristen ihre Geiseln erst in Fischerbooten und dann mitten durch den Dschungel. Schließlich gelangen die Gefangenen in ein Lager auf der philippinischen Insel Jolo.

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    Manche der Entführten tragen nur Flip-Flops, andere sind barfuß. Im Lager gibt es weder fließendes Wasser noch medizinische Versorgung.

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    Die Entführer drohen mit Enthauptungen - und aus der Vergangenheit weiß man, dass die Abu Sayyaf bereits Dutzende Menschenleben auf dem Gewissen hat.

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    Die Abu Sayyaf wollen internationale Aufmerksamkeit erlangen - deshalb kommen immer wieder Journalisten ins Lager, um über den Fall zu berichten.

  • 😃

    Nach 140 Tagen - also fast 5 Monaten - wird Wallert als einer der letzten Geiseln in die Freiheit entlassen. Das obige Titelbild zeigt ihn total euphorisch bei der Rückkehr nach Deutschland.

  • 💰

    Der damalige libysche Staats-Chef Muammar al-Gaddafi soll aus der Stiftung "Gaddafi International Foundation of Charitable Associations (GIFCA)" rund 25 Millionen US-Dollar Lösegeld für die Freilassung gezahlt haben - mehr als 1 Million Dollar pro Geisel.

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    Ghalib Andang, der damalige Chef der Abu Sayyaf (er nannte sich selbst "Commander Robot") verlor 2003 bei einer Schießerei ein Bein und wurde verhaftet. Bei einer Gefängnis-Revolte 2005 wurde er erschossen.

"Na dann - nur nicht den Kopf verlieren!" Was ist Resilienz?

"Und als die Entführer dann mit der Enthauptung drohten, falls das Lösegeld nicht gezahlt wird, hatte ich plötzlich den Gedanken: 'Na dann bloß nicht den Kopf verlieren!'", erinnert sich Wallert. Er reagierte auf die aussichtslose Situation unter anderem mit Galgen-Humor.

Resilienz bezeichnet eine besonders hohe psychische Widerstandskraft. Wie ein mentales Schutzschild hilft sie uns, schwierige Situationen unbeschadet zu überstehen.

Resilienz kannst du trainieren. Wie das geht, liest du hier.

Weitere wichtige Erkenntnisse von Waller

  • 💪

    "Eine Krise ist der perfekte Zeitpunkt für einen Neu-Anfang."

  • ✍️

    Gedanken aufschreiben sortiert deinen Kopf und sorgt für eine klarere Sicht.

  • 🙂

    Sich trotz widrigster Umstände immer wieder bewusst die positiven Dinge ins Bewusstsein zu rufen hilft, die negative Gedanken-Spirale zu durchbrechen. Übe dich in Dankbarkeit - und sei es für die kleinen Dinge.

  • 💭

    Visualisiere Situationen, auf die du dich freust. Wallert stellte sich in Gefangenschaft immer wieder das gemeinsame Bier beim Wiedersehen mit seinem Bruder vor.

  • 👬

    Wer anderen hilft, hilft auch sich selbst. Wallert kümmerte sich während der Geiselnahme um seine Mutter.

  • 💡

    Lichtblick bei inneren Krisen: "Wenn das Problem in mir liegt, liegt auch die Lösung in mir."

  • Frage dich nach jeder Krise, was du dabei gelernt hast - damit sie sich nicht wiederholt.

"Wir haben uns für den Sonnenschein bedankt"

Marc Wallert mit seinen Eltern im Geisel-Lager

Marc Wallert mit seinen Eltern im Geisel-Lager: "Wir haben damals ein Ritual gehabt, wir haben uns als Geiseln abends zusammengefunden und für das gedankt, was an diesem Tag auch gut war. Für den Sonnenschein (...). Verrückterweise, wenn es geregnet hat, dann haben wir auch dafür gedankt, dass wir Wasser-Reserven (...) wieder auffüllen konnten."

Die 4 typischen Phasen der Krise

  • 😳

    Schock: Zu Beginn einer Krise herrscht inneres Chaos. Manche Menschen fühlen sich wie gelähmt, viele verleugnen erst mal den Krisenzustand.

  • 😵

    Reaktion: Man ahnt, dass etwas nicht stimmt. Emotions-Chaos, Angst und Hilflosigkeit machen sich breit. Oft verdrängen Abwehr-Mechanismen die Situation weiterhin.

  • 💡

    Bearbeitung: Der Zustand der Krise wird langsam akzeptiert - und die Suche nach Lösungen beginnt. Vergangenes hinter sich lassen und positives Denken helfen Schritt für Schritt aus der Krise.

  • 😃

    Neu-Orientierung: In dieser letzten Phase erlangen wir einen neuen, konstruktiven Blickwinkel auf die Situation - und sehen in der Krise hinterher bestenfalls einen tieferen Sinn, aus dem wir für die Zukunft lernen. Oft gehen wir gestärkt aus Krisen hervor.

So bleibt deine Psyche trotz Corona stark

Corona ist für eine große Herausforderung. Soziale Isolation, Stress und Zukunftsängste setzen uns auch mental zu. Doch es gibt ein paar Wege, die helfen.

Veröffentlicht: 27.04.2021 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau