3D-Drucker rettet das Leben von siamesischen Zwillingen
via YouTube/UFHealth

3D-Drucker rettet das Leben von siamesischen Zwillingen

vor 2 Jahren

3D-Drucker für den Heimgebrauch können bisher noch nicht so viel. Oder sie sind teuer. Oder sie sind zu langsam. Ein Fall aus den USA zeigt aber, dass sie sogar Leben retten können. In dem Fall das von siamesischen Zwillingen.

Die kleinen Mädchen Scarlett und Savannah kamen bereits im April im US-Bundesstaat Florida zur Welt. Doch sie waren zusammen gewachsen. An Herz, Leber, Zwerchfell und Brustbein.

Ihre Eltern, Jacquelyn und Mark dachten bis zur 20. Schwangerschaftswoche, sie würden nur ein Kind bekommen. Denn es war nur ein Herzschlag zu hören. Sie gingen eigentlich zur Routine zum Frauenarzt – um das Geschlecht des ungeborenen Kindes zu erfahren. Dort erwartete sie eine Überraschung. Denn es stellte sich der Grund für den einen Herzschlag heraus: Sie bekamen Zwillinge, die an den Herzen miteinander verwachsen waren. Deswegen schlugen diese synchron.

Zwillinge

Jacquelyn und Mark
Hochschwanger und glücklich.
© via YouTube/UFHealth

Damals wusste man nicht, ob die Kleinen überhaupt lebend das Licht der Welt erblicken würden. Und wenn ja, könnte es gut sein, dass sie nach ein paar Tagen sterben würden. Tatsächlich werden 40 bis 60 Prozent der siamesischen Zwillinge tot geboren und weitere 35 Prozent überleben nur einen Tag.

Doch die Eltern gaben nicht auf und fanden eine Ärztin, die sich die Herzstruktur der Zwillinge genau anschaute und den beiden Mut machte. Es könnte möglich sein, dass sie eine gewisse Zeit überleben. Jacquelyn und Mark entschieden sich dazu, die Ärzte noch vor der Geburt verschiedene Untersuchungen durchführen zu lassen, um eine mögliche Operation für die Trennung der beiden zu planen.

Zwillinge

Scarlett und Savannah
Zusammengewachsen an Herz, Leber, Zwerchfell und Brustbein.
© via YouTube/UFHealth

Doch die Ärzte hatten Angst. Solche Eingriffe sind sehr schwierig und die Folgen nicht absehbar. Denn wie genau die Organe verwachsen sind, stellt sich oft erst auf dem OP-Tisch heraus. Das Team der University of Florida Health hatte eine Idee.

Zunächst scannten sie die winzigen Körper von Scarlett und Savannah im Mutterleib über CT- und MRT-Aufnahmen. Mit einem 3D-Drucker erstellten die Ärzte dann genaue Replikationen der inneren Organe der kleinen Mädchen. Das wohl erste Herz aus einem 3D-Drucker entstand.

Zwillinge

3D-Model
Die Herzen von Scarlett und Savannah.
© via UF Health

Daran konnten sie quasi „trockenüben“ und die Operation bestens planen. Das dauerte lange, aber so waren sie schon vor der Geburt vorbereitet. Die Mädchen kamen im April durch Kaiserschnitt auf die Welt. Im Juni konnte die achtstündige OP durchgeführt werden. Sie blieb nicht die einzige. Weitere zehn Eingriffe waren nötig. Aber es ging alles gut. Sicherlich müssen Scarlett und Savannah noch einige Strapazen über sich ergehen lassen, aber der Eingriff war erfolgreich und die beiden sind – momentan – gesund.

Zwillinge

Scarlett und Savannah
Beide liegen munter im Doppel-Kinderwagen.
© via UF Health

Wir wünschen der neuen Familie viel Glück und Kraft auf ihrem Weg. Toll, was die Technik mittlerweile alles möglich macht. Die ganze emotionale Geschichte könnt ihr euch hier nochmal anschauen:

Wie ähnlich sind sich eineiige Zwillinge wirklich? Klar, sie sehen ähnlich aus. Aber wie ist das beim Charakter? Wir machen den Zwillingscheck:

Facebook WhatsApp

Diese Beiträge könnten dir auch gefallen:

Diese Website verwendet eigene Cookies und Cookies von Dritten um die Nutzung unseres Angebotes zu analysieren, Ihr Surferlebnis zur personalisieren und Ihnen interessante Informationen zu präsentieren (Erstellung von Nutzungsprofilen). Wenn Sie Ihren Besuch fortsetzen, stimmen Sie der Verwendung solcher Cookies zu. Bitte besuchen Sie unsere Cookie Bestimmungen um mehr zu erfahren, auch dazu, wie Sie Cookies deaktivieren und der Bildung von Nutzungsprofilen widersprechen können. Datenschutzbestimmungen
OK