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Alles nur Glück? Wie das Hochstapler-Syndrom Erfolge mies macht

Die berühmte Sängerin Ellie Goulding hat sich  geoutet: Sie leidet am Impostor-bzw. Hochstapler-Syndrom. Was genau bedeutet das - und bist du auch betroffen?

Wenn Erfolg nicht glücklich macht

Ellie Goulding ist am Höhepunkt ihrer Karriere. Dennoch schreibt sie auf Instagram: "Ich glaube nicht genug an mich selbst und denke, dass ich mein Glück nicht verdient habe". Goulding leidet am Hochstapler-Syndrom.

Aber was ist das Hochstapler-Syndrom?

  • 😱

    Leidest du am Hochstapler-Syndrom, hast du massive Zweifel an deinem Selbstwert, deinem Talent und deinen Leistungen. Du glaubst, dass Glück oder Zufall für deine Erfolge verantwortlich sind.

  • 😣

    Dich quält oft die Angst. Du fürchtest, dein vermeintlicher Betrug könnte auffliegen.

  • 🤯

    Rund 70 Prozent aller Menschen leiden laut Studien gelegentlich an Selbstzweifeln. Mögliche Folgen davon: Depressionen, Arbeitswahn oder Burn-out.

  • 😨

    Besonders häufig haben introvertierte oder ängstliche Personen damit zu kämpfen. Leistungsdruck oder Erwartungen begünstigen das Syndrom.

  • 🧐

    Das Hochstapler-Syndrom - auch Impostor-Syndrom genannt - ist keine Störung oder Krankheit. Es wird als Persönlichkeitsmerkmal eingestuft.

Interview mit Kay Brauer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Psychologische Diagnostik und Differentielle Psychologie an der Universität in Halle-Wittenberg:

  • Was ist der Unterschied zwischen Selbstzweifeln und dem Hochstapler-Syndrom?

  • 💬

    Selbstzweifel betreffen alle Lebensbereiche. Das Hochstapler-Phänomen bezieht sich ausschließlich auf das Erleben von Leistungssituationen, insbesondere mit erfolgreichem Ausgang.

  • Sie sagen Hochstapler-Phänomen statt Syndrom ...

  • 💬

    Da Letzteres den Eindruck vermittelt, dass es sich um ein klinisch-relevantes oder störungswertiges Verhalten und Erleben handelt. Das Merkmal wird aber als normal verteilt in der Allgemeinbevölkerung beschrieben.

  • Welche Personengruppen sind besonders betroffen?

  • 💬

    Frauen und Männer gleichermaßen. Es gibt auch keine spezielle Berufsgruppe, die eine hohe Ausprägungen aufweist.

  • Wann ist professionelle Hilfe ratsam?

  • 💬

    Das Phänomen beschreibt keine psychische Störung, sondern das Erleben und Fühlen von Leistungssituationen. Sehr hohe Ausprägungen können mit depressivem und ängstlichem Erleben und Verhalten einhergehen. Dann sollte man Hilfe aufsuchen.

Pimp dein Ego: 3 Tipps für mehr Selbstbewusstsein:

  • Arbeitstagebuch: Notiere, was du für deinen Erfolg getan hast, denn der fällt nicht vom Himmel.

  • 💪

    Erfolgstagebuch: Schreibe kleine und große Erfolge auf. Sammle Fotos, Urkunden und E-Mails. Sie erinnern dich an deine Leistungen und beweisen: All das kann kein Zufall sein.

  • 🗣

    Feedback: Frage Freunde oder Familienmitglieder, wie sie die Situation einschätzen, die dich beschäftigt. Durch Gespräche mit Vertrauten erhältst du ehrliche Rückmeldung.

Veröffentlicht: 17.10.2019 / Autor: Carolin Teuber

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