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Armut in Deutschland: Welche Initiativen was dagegen tun - und wie du helfen kannst

Reiches Deutschland? Starke Wirtschaft ist nicht gleich vermögende Bevölkerung. Immer mehr Menschen sind von Armut bedroht, die Kluft zwischen arm und reich wächst weiter. So kannst du helfen.
Armut in Deutschland: Immer mehr Menschen sind davon bedroht. Die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer.

Das Wichtigste zum Thema Armut in Deutschland

  • Reiches Deutschland? Tatsächlich lebt jeder 6. in der Bundesrepublik an der Armutsgrenze - Tendenz steigend.

  • 2019 waren knapp 16 Prozent von Armut bedroht - der höchste Wert seit der Wiedervereinigung! Prognose für 2020: Durch Corona wird sich die Lage weiter verschlechtern.

  • Laut Bundesagentur für Arbeit waren im Juli 2020 2,91 Millionen Erwerbslose gemeldet - so viele Einwohner hat Rom. Das sind 635.000 mehr als im Vorjahres-Monat.

  • Am höchsten ist das Armutsrisiko in Bremen. Hier sind fast ein Viertel (24,9 Prozent) der Bürger bedroht), am niedrigsten in Bayern (11,9 Prozent) und Baden-Württemberg (12,3 Prozent).

  • Ein besonders hohes Armutsrisiko haben laut Statistischem Bundesamt Erwerbslose, Alleinerziehende, Menschen mit Migrationshintergrund, Familien mit 3 oder mehr Kindern und Beschäftigte im Niedriglohn-Sektor.

Wann ist man arm?

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    Die Armut in Deutschland wird mithilfe des Median-Einkommens ermittelt. Dieses "mittlere Einkommen" liegt exakt in der Gesellschaftsmitte: Es gibt genauso viele Menschen mit einem höheren wie mit einem niedrigeren Einkommen.

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    Die Armuts-Schwelle liegt laut Statistischem Bundesamt bei 1.074 Euro netto (Single-Haushalt) im Monat. Das sind 60 Prozent des Median-Einkommens. Wer weniger Geld zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet.

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    Ab 50 Prozent des Median-Einkommens - 892 Euro netto im Monat (Single-Haushalt) - gilt man offiziell als arm.

So kannst du anderen helfen: Öfter mal einen ausgeben mit dem Spendierbrett

Gutes tun mit dem Spendierbrett

So kannst du anderen helfen: Öfter mal einen ausgeben mit dem Spendierbrett

Immer mehr deutsche Restaurants, Cafés, Bäcker und Co. sind Teil der Initiative "Spendierbrett": Du bezahlst du nicht nur deine Rechnung, sondern auch gleich noch eine weitere Bestellung deiner Wahl. Wer nicht das nötige Kleingeld hat, kann sich einfach etwas vom Spendierbrett aussuchen - for free.

Sharing is Caring: Das kannst du im Alltag gegen Armut tun

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    Stopp - bloß nicht wegschmeißen! Gegen die Lebensmittelverschwendung und als Support für den kleinen Geldbeutel gibt es tolle Foodsharing Apps: Mit "Too Good To Go" oder "Olio" kannst du deine überschüssigen Lebensmittel in der Nachbarschaft verschenken.

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    Mit "Wohindamit.org" clever recyceln: Du sagst der Website, was du spenden willst und wo du wohnst – und sie zeigt dir alle sozialen Einrichtungen samt Adresse und Öffnungszeiten in deinem Viertel an.

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    Schau mal nach Second Hand-Sozial-Kaufhäusern in deiner Nähe: Organisationen wie die Caritas oder Diakonia helfen Menschen in Not durch die Kaufhäuser (zurück) ins Berufsleben. Die Einnahmen fließen in weitere soziale Hilfen.

Veröffentlicht: 05.10.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau